Venetien Cabernet Sauvignon 2006

Der Wein besitzt eine kirschrote Farbe. Die Farbtiefe ist mäßig ausgeprägt und gibt dem Wein einen sehr hellen Farbeindruck. Anfangs zeigt sich der Duft recht intensiv mit Kirsche und Vanille. Nach dem Schwenken kommen deutliche Paprikaaromen hinzu. Außerdem kommen jetzt auch erdige Noten ins Bukett. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Am Gaumen ist der Wein sehr kräftig. Eine schöne Frucht füllt die Schwere des Wein. Im Abgang zeigen sich Schokoladennoten. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Die Beschreibung klingt jetzt ziemlich platt, aber eigentlich ist der Wein ein sehr schöner typischer CabS. Als Brot- und Butterwein kann ich ihn durchaus empfehlen. Mit 6,60€ liegt er auch noch in dieser Preisklasse. Der Wein verträgt sich gut mit einem Steak in Pfeffersauce.

Herkunft: Italien – Venetien
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Cabernet Sauvignon
Erzeuger: Luigi Guerra
Ausbau: IGT trocken
Alkohol: angenehme 12,5%

Rhodter Rosengarten Muskateller 2006

Der Wein ist strohgelb. Es zeigen sich leichte Schlieren an seiner Oberfläche, die spätestens nach dem Schwenken verschwinden. Die erste Nase ist bereits sehr intensiv und duftet nach Rosen und exotischer Frucht. In der zweiten Nase duftet der Wein sehr klar nach Rosen und Lychee. Ich habe selten einen so klaren Muskatellerduft gerochen. Muskateller ist im Bukett ja immer etwas Außergewöhnliches, aber dieser zeigt sich sehr pur und rein.

Am Gaumen ist der Wein weniger phänomenal. Hier wirkt er eher etwas plump. Zumindest ist das der erste Eindruck. Nach dem zweiten Schluck wird der Wein jedoch auch im Geschmack besser. Dominierte im ersten Schluck die Muskatnote noch zu stark, kommt danach eine schöne Kombination aus Frucht und Säure. Dazu spielt etwas Gärkohlensäure mit. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Ein schöner Tropfen, der nach 3 Jahren immer noch fit ist. Zu einer Käseplatte.

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Rosengarten
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Muskateller
Erzeuger: Christian Heußler
Ausbau: Qba trocken
Alkohol: 12%

Tosacanello Sangiovese 2008

Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und läßt den Wein zum Rand hin deutlich heller werden. Zunächst duftet der Wein fruchtig nach Beerenfrüchten, erweckt aber auch einen alkoholischen Eindruck und hat einen leicht morbiden Touch. Diese morbide Note ist auch nach dem Schwenken vorhanden und verleiht zusammen mit Holznoten einen sehr harten Touch.

Am Gaumen präsentiert sich eine leichte Säure, die mir etwas überbetont ist und ein ungutes Zusammenspiel mit den Tanninen eingeht. Dies Zusammenspiel wirkt eher schlecht in den mittelleichten Körper integriert. Der Nachhall besitzt eine kurze Länge.

Teil 2 der Weine aus dem Supermarkt schneidet deutlich besser ab als Teil 1. Empfehlen kann ich den Wein aber auch nicht. Trinkbar ist schon so ziemlich alles, was mir über die Lippen kommt. Zu was? Am besten dann doch nicht.

Herkunft: Italien – Toskana
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Sangiovese
Erzeuger: Vertrieb durch Toscanello Weinimport
Ausbau: IGT
Alkohol: 12,5%

Rhodter Schloßberg Riesling 2007

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit leicht grünlichem Einschlag. Zunächst duftet der Wein nach Frucht und nach Rosen. Nach dem Schwenken kommen pflanzliche Aromen und Stachelbeere ins Bukett.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein sehr saftig mit einer knackigen Säure und feiner Frucht. Er ist zwar relativ rustikal aber doch zugleich sehr harmonisch.

Der Wein ist jetzt auf dem Höhepunkt und scheint mir passend zur Jahreszeit gut geeignet zum Zwiebelkuchen. Mehr sollte man von einem Literwein wirklich nicht erwarten. Wenn er wie der Laquai zuletzt noch ein Fünkchen mehr zeigt ist das beachtenswert, wenn er wie der gestern weggeschüttete Domkellerstolz ungute Reflexe hervorruft, ist das eher etwas was man erwarten kann. Dieser Literwein zeigt unverfälschten einfachen Trinkgenuß. Wenn man so etwas auf einem Pfläzer Weinfest ausgeschenkt bekommt, darf man sich glücklich schätzen, schließlich dienen die Weinfeste neben der Geselligkeit insbesondere em Vernichten des nicht verkaufbaren Weins, und in diese Domkellerstolzkategorie gehört dieser Wein beileibe nicht. Im Gegenteil, für einen Literwein ist das verdammt viel Wein!

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Schloßberg
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Heußler
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 12%

Domkellerstolz

Der Wein hat eine ziegelrote Farbe. Die Farbtiefe ist eher schwach und läßt dem Wein einen sehr blassen Rand. Zunächst ist der Geruch sehr zurückhaltend. Es lassen sich Aromen von Kirsche, Cassis und etwas Holz erahnen. Nach dem Schwenken kommen zu der Frucht etwas Vanille und Klebstoffaromen hinzu, die das Ganze etwas künstlich wirken lassen, aber noch nicht vollkommen mißraten. Die Viskosität ist schwach ausgeprägt.

Nach dem Geruch war ich schon etwas erschrocken. Sollte ich diesem Wein etwas abgewinnen können? Der Geschmack beruhigt mich, denn es hat mich echt Überwindung gekostet, diese Flüssigkeit hinunterzuschlucken. Während er durch den Mund floß, suchten meine Augen verzweifelt nach irgendeinem Gefäß, um den Alkohol auszuspucken. Das darf sich also Wein nennen. Diese widerliche Mischung aus aufdringlicher Himbeerbrause, neben der die Mädels der Davidstraße zurückhaltend und schüchtern genannt werden können, kombiniert mit Gummi, Klebstoff und Alkohol kann mit Fug und Recht Fusel genannt werden. Das Beste am Wein ist der erfreulich kurze Nachhall.

Als ein als Sprücheklopfer bekannter Kollege mir heute, als ich keine Lust mehr zeigte, mich über das Leben, Gott und die Arbeit aufzuregen, obwohl es dazu nun wirklich genug aktuelle Anlässe gab, ein „Das Leben ist zu kurz für schlechte Weine.“ von Goethe zitierte, war natürlich niemand mehr als ich geneigt ihm zuzustimmen. Dennoch nahm ich dies als Anregung, heute einen Alternativverschluß zu testen. Korken ist ja was für Omas, der Schrauber was für Technikfreaks, der Kronkorken für die heimlichen Biertrinker und der Glasverschluß für die narzistischen Designfreaks. Heute habe ich stattdessen den Wein aufgerissen, auch wenn ich den Inhalt dieses Tetra Paks nur ungern als Wein bezeichne. Nicht gut genug für den Berber, aber vielleicht für seinen Hund? Hoffentlich hetzt mir jetzt niemand den Tierschutzverein auf den Hals.

Herkunft: Europa – Verschnitt von Weinen aus mehreren Ländern der EU
Jahrgang: ????
Rebsorte: ?
Erzeuger: Vertrieb durch Burgherrn Weinhandels GmbH
Ausbau: Tafelwein – lieblich
Alkohol: 9,5%

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Dolcetto d’Ovoda 2006

Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und läßt den Wein in ein granatrot übergehen. Die erste Nase ist recht dezent mit leichten Veilchenanklängen. Auch in der zweiten Nase bleibt das Bukett zurückhaltend mit Veilchen- und Kirscharomen. Die Viskosität ist mäßig ausgeprägt.

Der Wein ist eher leichter Natur. Er ist sehr ausgewogen mit leichten Frucht- und Vanillenoten. Der Nachhall besitzt eine gute Länge. Er betont insbesondere würzige Noten.

Ein netter Wein, wenn auch ohne besonderen Flair. Vielleicht zu Pasta alla rabiata? Diese eher willkürliche Zuordnung zeigt eher auf die eigentliche Stärke des Weins. Durch seine Belanglosigkeit kann er als Allzweckwaffe verwendet werden. Ich hatte ihn dann ursprünglich auch als Zech- und Partywein eingekauft.  Er scheint mir jedoch so langsam ans Ende seiner Dienstzeit zu kommen. Also entweder eine gute Gelegenheit eine Party zu schmeißen oder ein Alternativeinsatz als Kochwein, dessen Reste anschließend zum Essen verputzt werden. Wichtig ist nur – Kein Alkohol ist auch keine Lösung.

Herkunft: Italien – Piemont – Ovoda
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Dolcetto
Erzeuger: La Caplana
Ausbau: DOC
Alkohol: 13,5%

Durbacher Plauelrain Riesling SL 2004

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Die erste Nase ist eher dezent und duftet nach Pfirsichen und Kräutern. In der zweiten Nase nimmt die Intensität zu. Die fruchtigen Komponenten treten jetzt in den Hintergrund und überlassen neben den Kräutern auch pflanzlichen Aromen das Spiel.

Der Wein ist ziemlich dicht. Eine leichte Säure ist nicht vollkommen perfekt integriert, aber das verblasst vor dem sonstigen Eindruck, der zunächst sehr kräutrig und würzig ist. Bereits hier offenbart sich der Wein als echter Individualist, der einen ganz eigenen Charakter hat. Nach und nach übernehmen dann auch salzige Noten und eine profunde Mineralität das Zepter.

Der Wein hat seine Primärfrucht verloren, auch wenn sie im Duft noch durchschimmert. Er befindet sich jetzt im Reifestadium. Hier präsentiert er sich aber in hervorragender Verfassung und weiß durch eine Menge Mineralität zu überzeugen. Zum Genießen.

Herkunft: Deutschland – Baden – Durbacher Plauelrain
Jahrgang: 2004
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Andreas Laible (sen. hinzuzufügen wird angesichts der Erfolge der Söhne immer wichtiger)
Ausbau: Spätlese trocken SL = Selektion Laible
Alkohol: 13%

Lorcher Bodental-Steinberg Riesling 2007

Der Wein ist glanzhell. Einige kleine Perlen zeigen sich an seiner Oberfläche. Zunächst riecht der Wein recht intensiv mit einer Betonung von kräutrigen und pflanzlichen Komponenten. Das Schwenken erhöht nur die Intensität. Der Geruch nach Minze, Moos und nassem Stein bleibt vorhanden, vermischt mit etwas Ananas.

Am Gaumen ist die Säure sehr präsent aber gut integriert. Erst spät zeigt sich in einer gewissen Saftigkeit auch die Frucht des Weins. Dann zeigt sich auch hier die Ananas. Zuvor betont er insbesondere seine würzigen Noten. Der Nachhall ist eher kurz, bevor mit ordentlicher Verzögerung dann doch ein mineralisches Nachbeben kommt. Insgesamt besitzt der Wein einen eher leichten Körper.

Ein easy-going Wein. Keineswegs ein einfacher 0815-Wein, eher so etwas wie Terroir für Anfänger. Der Wein macht viel Spaß, läßt sich sehr gut trinken, was wahrscheinlich auch die größte Gefahr darstellt, denn er kann ganz schnell weg sein, weil er eben für jeden etwas bietet. Für denjenigen, der den Wein eher beiläufig trinkt, ist die Süffigkeit und die Saftikeit sehr angenehm, während sich der Weinliebhaber am Geruch und der Mineralik erfreut. Auch der herabgesetzte Preis, zu dem ich ihn erworben habe, qualifiziert ihn als Partywein.

Herkunft: Deutschland -Rheingau – Lorcher Bodental-Steinberg
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Laquai
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 11,5%

Little James Basket Press

Der Wein hat eine kirschrote Farbe. Die Fartiefe ist ordentlich mit einem purpurroten Rand. Zunächst riecht der Wein mäßig intensiv. Neben sehr fruchtigen sind auch leichte Noten von Küchenkräutern zu erkennen. Nach dem Schwenken duftet der Wein nach Beerenfrüchten, Garrigue und Thymian. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Ein eher mittelleichter Vertreter, der da über meinen Gaumen huscht. Dieser Ausdruck paßt, denn es gelingt ihm nicht einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Unterstützt wird dies vom mäßig langen Nachhall, aber auch die restlichen Komponenten bemühen sich nicht wirklich, den Wein hervorzuheben. Dafür stehen sie einfach zu leblos nebeneinander. Sicher besitzt der Wein viel Frucht, aber ist das schon alles? Die Tannine sind irgendwie da, mehr dann aber auch nicht. Am schönsten ist eine gewisse Erdigkei, die ihm so etwas wie Tiefe verleiht.

Meine Beschreibung hört sich ziemlich harsch an. So schlecht ist der Wein aber nicht. So gut aber leider auch nicht. Insbesondere nicht so gut wie ich ihn vor kurzem bei einer Weinprobe sah. Da erschien er mir als kräftiger typischer Vertreter der Rhone. Heute erkenne ich das nur bedingt wieder. Zu einem ungarischen Gulasch.

Bei dem Wein handelt es sich um einen Tafelwein. Die Vorschriften zur Erzeugung von Tafelwein sind weniger streng als die für klassifizierte Weine. In diesem Fall nennt der Winzer dann auch den Wein den freiesten Wein des Weinguts und hat ihm einen schönen Cartoonstrip von seinem Sohn, dem der Wein gewidmet ist, auf dem Etikett gespendet. Ein Tafelwein darf aber auch viele geschützte Angaben nicht auf dem Etikett stehen haben, z.B. daß er von der Rhone kommt, auch wenn man in diesem Fall schwer davon ausgehen darf. Schließlich handelt es sich bei Saint Cosme um eines der größten Weingüter der Rhone. Ebenso kann ich den Leser diesmal nicht mit einem Jahrgang erfreuen, denn auch dieser steht nicht auf dem Etikett. Ob der Wein nun wie die meisten Champagner aus den Trauben verschiedener Jahrgänge besteht? Vielleicht sollten wir Little James fragen…

Herkunft: Frankreich – Rhone
Jahrgang: 20??
Rebsorte: Grenache
Erzeuger: Saint Cosme
Ausbau: Vin de Table
Alkohol: 13,5%

Aglianico del Vulture 2004

Der Wein trägt ein rubinrotes Kleid. Die Farbtiefe ist ausgeprägt mit einem leichten kirschroten Rand. Zunächst duftet der Wein mäßig intensiv. Kirsche und Vanille meine ich zu identifizieren, wobei ich mir bei der Vanille sicherer bin, obwohl die Frucht stärker ist. Nach dem Schwenken kommen zu den Kirschen auch Brombeertöne. Das würzige bleibt zugleich erhalten. neben Vanille erkenne ich jetzt auch Pfeffer. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Als erstes fällt die sehr deutliche Säure auf. Danach kommen ebenso deutlich die Barriquenoten, die in etwas das ich als faule Walnuß bezeichne übergehen. Das ist jetzt nicht mein Fall. im zweiten Schluck ist dieser Eindruck weniger stark. Dafür kommt jetzt auch etwas Frucht in den Geschmack. Die Tannine sind sehr kräftig und machen den Mund sehr trocken. Der Nachhall besitzt eine mäßige Länge.

Ich weiß nicht, ob ich den Wein als Kochwein verwenden soll. Mein Fall ist er auf jeden Fall nicht. Mal schauen, ob er mit viel Luft im Laufe des Abends noch besser wird.

Herkunft: Italien – Kampanien – Aglianico del Vulture
Jahrgang: 2004
Rebsorte: Aglianico
Erzeuger: Barile
Ausbau: DOC
Alkohol: 12,5%