Heute gibt es ein ganz kurzes Posting, das im Wesentlichen den Link auf den Laufbericht enthält, den ich an anderer Stelle veröffentlicht habe.
Rhodter Rosengarten Muskateller 2006
Der Wein ist strohgelb. Es zeigen sich leichte Schlieren an seiner Oberfläche, die spätestens nach dem Schwenken verschwinden. Die erste Nase ist bereits sehr intensiv und duftet nach Rosen und exotischer Frucht. In der zweiten Nase duftet der Wein sehr klar nach Rosen und Lychee. Ich habe selten einen so klaren Muskatellerduft gerochen. Muskateller ist im Bukett ja immer etwas Außergewöhnliches, aber dieser zeigt sich sehr pur und rein.
Am Gaumen ist der Wein weniger phänomenal. Hier wirkt er eher etwas plump. Zumindest ist das der erste Eindruck. Nach dem zweiten Schluck wird der Wein jedoch auch im Geschmack besser. Dominierte im ersten Schluck die Muskatnote noch zu stark, kommt danach eine schöne Kombination aus Frucht und Säure. Dazu spielt etwas Gärkohlensäure mit. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.
Ein schöner Tropfen, der nach 3 Jahren immer noch fit ist. Zu einer Käseplatte.
Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Rosengarten
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Muskateller
Erzeuger: Christian Heußler
Ausbau: Qba trocken
Alkohol: 12%
Titel hab ich noch nicht
Auf der Suche nach neuen Runden
tu ich den Wald gut erkunden
Ich laufe über Berg und Tal
und meine Muskeln werden zu Stahl
Manchmal lauf ich viele Stunden
als hätt ich keine andre Wahl
Habe ich mich dann lange geschunden
blick ich stolz zurück auf die Qual
Der im Büro ungewohnte Duft
nach frischer unverbrauchter Luft
ist der Natur inniger Kuß
Wie groß ist doch die Kluft
zwischen der Füße unendlichen Fluß
und dem unvermeidlichen Schluß
Die Macht des Weins
Läßt du den Korken erstmal ploppen
kannst du ihn nicht wieder stoppen
Ist er erstmal freigelassen
läßt er sich nicht wieder fassen
Dann will niemand das Glas droppen
dann füllen sich zur Not auch die Tassen
Auch als gewaltiger Schoppen
begeistert er dann alle Massen
Magisch lenkt er sich ins Glas
und tut als ob er da schon drin saß
Du hast keine Chance ihn aufzuhalten
Mehr als Genuß ist er auch Spaß
Er glättet auch hartknäckige Falten
und erheitert misanthropische Gestalten
Tosacanello Sangiovese 2008
Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und läßt den Wein zum Rand hin deutlich heller werden. Zunächst duftet der Wein fruchtig nach Beerenfrüchten, erweckt aber auch einen alkoholischen Eindruck und hat einen leicht morbiden Touch. Diese morbide Note ist auch nach dem Schwenken vorhanden und verleiht zusammen mit Holznoten einen sehr harten Touch.
Am Gaumen präsentiert sich eine leichte Säure, die mir etwas überbetont ist und ein ungutes Zusammenspiel mit den Tanninen eingeht. Dies Zusammenspiel wirkt eher schlecht in den mittelleichten Körper integriert. Der Nachhall besitzt eine kurze Länge.
Teil 2 der Weine aus dem Supermarkt schneidet deutlich besser ab als Teil 1. Empfehlen kann ich den Wein aber auch nicht. Trinkbar ist schon so ziemlich alles, was mir über die Lippen kommt. Zu was? Am besten dann doch nicht.
Herkunft: Italien – Toskana
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Sangiovese
Erzeuger: Vertrieb durch Toscanello Weinimport
Ausbau: IGT
Alkohol: 12,5%
Kurierung des Immunsystems von Fanatikern
Wenn sie wieder mal um Punkte streiten
hart und heftig miteinander fighten
frag ich was soll bloß der Gezänk
um dieses herrliche Getränk
Ich laß das Bukett sich ausbreiten
indem ich behutsam das Glas schwenk
und erkunde unendliche Weiten
weil ich die Nas zum Glas lenk
Ich liebe es ihn dann zu schmecken
und würde jeden Tropfen auflecken
Auch ihr Streit ist bald entschieden
Sie heilt die Krankheit aus den Rieden
Diese Harmonie tut sie anstecken
und so stiftet der Wein doch noch Frieden
Ham‘ die ’nen Schatten oder wa‘?
„Wir gründen keinen Schattenhaushalt. Wir gründen einen Nebenhaushalt.“ Als ich diese Worte von Hermann Otto Solms hörte, konnte ich nicht mehr anders. Ich mußte lauthals lachen. So sehr mich die ganze Thematik auch ankotzt, an dieser Stelle mußte ich lachen. Wie viel deutlicher kann sich ein Politiker selbst entlarven?
Da ich keine Vorschläge für eine Titelgestaltung bekommen habe, bin ich etwas uninspiriert auf die oben stehende Frage gekommen. Waren die bisherigen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und FDP noch relativ harmlos, und wurden von mir teilweise bei den Positionen zur Online-Überwachung überrascht positiv aufgenommen, so zeigt sich ausgerechnet an einer Stelle an der ich es nicht erwartet hätte, daß die Schwarz-Schwatz-Gelbe Koalition geneigt ist, meine schlimmsten Befürchtungen zu übertreffen. Statt einen sozialen Kahlschlag durchzusetzen, den ich der Koalition ohne weiteres zugetraut hätte, werden die utopischen Wahlversprechen durch eine mehr als unseriöse Finanzpolitik ermöglicht.
Mußte die SPD nach der Wahl 2005 in die bittere Pille beißen und aus sachlichen Zwängen in die Mehrwertsteuererhöhung einwilligen, so scheint es, als hätten die Politiker vor den Koalitionsverhandlungen diesmal genug rosa Pillen geschluckt, um auf Wolke 77 zu schweben. Leider haben sie es bisher unterlassen, diese Pillen ans Volk zu verteilen, damit dieses ihre Beschlüssen nicht mehr als komplett gaga empfindet. Daß Steuererleichterungen ohne Einschnitte in die Leistungen des Staats und ohne Erhöhung der Nettoverschuldung des Staats nicht möglich sind, ist einfach jedem (!) Bürger klar.
Wer also sagt, Deutschland habe aus der Finanzkrise nichts gelernt, der irrt. Schwatz-Schwatz-Gelb haben offensichtlich noch einmal die ersten Tage der Krise Revue passieren lassen und sich gedacht: „Mensch, das was die IKB da kann, das kann ich auch. Und was die Sachsen-LB kann, schon lang.“ Das Auslagern von unerwünschten Risiken in Tochtergesellschaften, sogenannte Conduits, hat bei diesen Banken, das Risiko, das sie am internationalen Kapitalmarkt eingingen, maßgeblich verschleiert. Als die Subprime-Kredite dann ins Trudeln kamen, mußten sich die Banken plötzlich über Nacht zu ihrer Verantwortung für diese Tochtergesellschaften und den ihnen überlassenen Forderungen bekennen und waren stante pede bankrott.
So ähnlich ist es auch bei dem Schatten…, äh Verzeihung Herr Solms, NEBENhaushalt. Es werden nicht etwa Schulden ausgelagert. Nein, DAS wäre ja unredlich. Es werden Forderungen, also Vermögen, gegen die Arbeitslosen- und Sozialversicherungen ausgelagert. Die Kredite, die als Forderungengen an Arbeitslosen- und Sozialversicherungen aus dem Schattenhau… – Entschuldigung Herr Solms, das Wort hat sich bei mir einfach eingebrannt – die als Forderungen an die Arbeitslosen- und Sozialversicherungen aus dem Nebenhaushalt ausgezahlt werden, finden gemäß der doppelten Buchführung also ihren Gegenpart in einem eigenkapitalähnlichen Konstrukt auf der Passivseite wieder. Worin besteht dieses Konstrukt? Wenn es sich tatsächlich um Eigenkapital handeln würde, müßte dem auf einem anderen Konto, etwa dem Haupthaushalt (gibt es den eigentlich noch Herr Solms?) eine Forderung der Aktivseite gegen den Nebenhaushalt gegenüberstehen. Diese Forderung müßte wiederum durch Eigenkapital oder (ACHTUNG, ACHTUNG) Schulden auf der Passivseite gedeckt sein. Da wir im Haupthaushalt aber natürlich keine neuen Schulden machen wollen, weil Schulden ja schlecht und eine Last für die kommenden Generationen sind, gibt es im Schattenhaushalt – tut mir leid Herr Solms, ich bin hoffnungslos – auf der Passivseite nicht etwa Eigenkapital sondern Schulden stehen. Glücklicherweise haben wir auf der Aktivseite ja Forderungen gegen höchst zuverlässige Kreditnehmer, für die bei Zahlungsunfähigkeit der sichere Hafen des Staats einspringt. Habe ich das richtig verstanden, Herr Solms?
Ganz ehrlich, wer eine solch unrealistische und verträumte Politik gewollt hätte, der hätte auch die LINKE wählen können. Da hätte er den gleichen Quatsch ohne Verarsche bekommen.
Rhodter Schloßberg Riesling 2007
Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit leicht grünlichem Einschlag. Zunächst duftet der Wein nach Frucht und nach Rosen. Nach dem Schwenken kommen pflanzliche Aromen und Stachelbeere ins Bukett.
Am Gaumen präsentiert sich der Wein sehr saftig mit einer knackigen Säure und feiner Frucht. Er ist zwar relativ rustikal aber doch zugleich sehr harmonisch.
Der Wein ist jetzt auf dem Höhepunkt und scheint mir passend zur Jahreszeit gut geeignet zum Zwiebelkuchen. Mehr sollte man von einem Literwein wirklich nicht erwarten. Wenn er wie der Laquai zuletzt noch ein Fünkchen mehr zeigt ist das beachtenswert, wenn er wie der gestern weggeschüttete Domkellerstolz ungute Reflexe hervorruft, ist das eher etwas was man erwarten kann. Dieser Literwein zeigt unverfälschten einfachen Trinkgenuß. Wenn man so etwas auf einem Pfläzer Weinfest ausgeschenkt bekommt, darf man sich glücklich schätzen, schließlich dienen die Weinfeste neben der Geselligkeit insbesondere em Vernichten des nicht verkaufbaren Weins, und in diese Domkellerstolzkategorie gehört dieser Wein beileibe nicht. Im Gegenteil, für einen Literwein ist das verdammt viel Wein!
Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Schloßberg
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Heußler
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 12%
Domkellerstolz
Der Wein hat eine ziegelrote Farbe. Die Farbtiefe ist eher schwach und läßt dem Wein einen sehr blassen Rand. Zunächst ist der Geruch sehr zurückhaltend. Es lassen sich Aromen von Kirsche, Cassis und etwas Holz erahnen. Nach dem Schwenken kommen zu der Frucht etwas Vanille und Klebstoffaromen hinzu, die das Ganze etwas künstlich wirken lassen, aber noch nicht vollkommen mißraten. Die Viskosität ist schwach ausgeprägt.
Nach dem Geruch war ich schon etwas erschrocken. Sollte ich diesem Wein etwas abgewinnen können? Der Geschmack beruhigt mich, denn es hat mich echt Überwindung gekostet, diese Flüssigkeit hinunterzuschlucken. Während er durch den Mund floß, suchten meine Augen verzweifelt nach irgendeinem Gefäß, um den Alkohol auszuspucken. Das darf sich also Wein nennen. Diese widerliche Mischung aus aufdringlicher Himbeerbrause, neben der die Mädels der Davidstraße zurückhaltend und schüchtern genannt werden können, kombiniert mit Gummi, Klebstoff und Alkohol kann mit Fug und Recht Fusel genannt werden. Das Beste am Wein ist der erfreulich kurze Nachhall.
Als ein als Sprücheklopfer bekannter Kollege mir heute, als ich keine Lust mehr zeigte, mich über das Leben, Gott und die Arbeit aufzuregen, obwohl es dazu nun wirklich genug aktuelle Anlässe gab, ein „Das Leben ist zu kurz für schlechte Weine.“ von Goethe zitierte, war natürlich niemand mehr als ich geneigt ihm zuzustimmen. Dennoch nahm ich dies als Anregung, heute einen Alternativverschluß zu testen. Korken ist ja was für Omas, der Schrauber was für Technikfreaks, der Kronkorken für die heimlichen Biertrinker und der Glasverschluß für die narzistischen Designfreaks. Heute habe ich stattdessen den Wein aufgerissen, auch wenn ich den Inhalt dieses Tetra Paks nur ungern als Wein bezeichne. Nicht gut genug für den Berber, aber vielleicht für seinen Hund? Hoffentlich hetzt mir jetzt niemand den Tierschutzverein auf den Hals.
Herkunft: Europa – Verschnitt von Weinen aus mehreren Ländern der EU
Jahrgang: ????
Rebsorte: ?
Erzeuger: Vertrieb durch Burgherrn Weinhandels GmbH
Ausbau: Tafelwein – lieblich
Alkohol: 9,5%
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Dolcetto d’Ovoda 2006
Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und läßt den Wein in ein granatrot übergehen. Die erste Nase ist recht dezent mit leichten Veilchenanklängen. Auch in der zweiten Nase bleibt das Bukett zurückhaltend mit Veilchen- und Kirscharomen. Die Viskosität ist mäßig ausgeprägt.
Der Wein ist eher leichter Natur. Er ist sehr ausgewogen mit leichten Frucht- und Vanillenoten. Der Nachhall besitzt eine gute Länge. Er betont insbesondere würzige Noten.
Ein netter Wein, wenn auch ohne besonderen Flair. Vielleicht zu Pasta alla rabiata? Diese eher willkürliche Zuordnung zeigt eher auf die eigentliche Stärke des Weins. Durch seine Belanglosigkeit kann er als Allzweckwaffe verwendet werden. Ich hatte ihn dann ursprünglich auch als Zech- und Partywein eingekauft. Er scheint mir jedoch so langsam ans Ende seiner Dienstzeit zu kommen. Also entweder eine gute Gelegenheit eine Party zu schmeißen oder ein Alternativeinsatz als Kochwein, dessen Reste anschließend zum Essen verputzt werden. Wichtig ist nur – Kein Alkohol ist auch keine Lösung.
Herkunft: Italien – Piemont – Ovoda
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Dolcetto
Erzeuger: La Caplana
Ausbau: DOC
Alkohol: 13,5%