Dolcetto d’Alba 2008

Der Wein besitzt eine kirschrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt. Zum Rand hin geht die Farbe in ein Granatrot über. Bereits die erste Nase ist sehr intensiv. Sie duftet nach Mandeln und etwas Lebkuchen. In der zweiten Nase kommen fruchtige Akzente von roten Johannisbeeren ins Spiel. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Der Wein besitzt einen mittelschweren Körper. Die leichte Säure, die er hat, steht eher im Hintergrund. Auch die Frucht ist zurückhaltend. Er ist recht dicht und mit samtenen Tanninen ausgestattet. Ein bisserl Schokolade steckt auch drin. Dazu kommt ein erdiger Abgang und fruchtig bitzelnde Komponente im Nachhall, der auch alkoholische Wärme besitzt.

Der Wein ist sehr gut vinifiziert. Mir persönlich fehlt etwas die Unbekümmertheit und Leichtigkeit eines Dolcettos, gewissermaßen das Herz. Insgesamt ist der Wein von einem Widerspruch erfüllt, den ich schlecht erklären kann. Einerseits besitzt er viele gute Komponenten und liefert auch ein gutes Gesamtbild ab. Andererseits sticht immer eine der Komponenten heraus und sorgt dafür, daß der Wein nicht zur Harmonie findet. Zu Scallopine Parmegiana.

Herkunft: Italien – Piemont – Alba
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Dolcetto
Erzeuger: Pertinace
Ausbau: DOC
Alkohol: 13,5%

Cairanne 2004

Der Wein trägt ein kirschrotes Kleid. Zum Rand hin geht er in ein Granatrot über. Die Farbtiefe ist dabei ordentlich ausgeprägt. Neben einer Beerenfrucht findet sich in der ersten Nase ein Duft, der an Veilchen erinnert. Die zweite Nase wird viel intensiver und verändert das Bukett deutlich. Jetzt zeigen sich pflanzliche und erdige Noten. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Auch am Gaumen zeigt der Wein Klasse. Er besitzt Frucht und Würze in Überfülle. Dazu kommt eine feine Mineralik, die den Wein adelt. Der Körper ist eher mittelschwer. Es kommt noch etwas Schokolade zum Vorschein. Der Wein besitzt eine gute Länge und ist insgesamt sehr harmonisch.

Ein Wein, bei dem man aufpassen muß, nicht gleich die ganze Flasche zu trinken. Ein echter Hochgenuß, der mich zwei Jahre zurück an die Rhone versetzt, wo wir eines Abends auf dem Rasenstück neben einem  Dorfparkplatz eine Cairannevertikale von 92 bis 2001 zusammengestellt hatten. Bereits damals versetzte mich so manche Flasche darob ins Staunen, wie gut sich dieser Wein entwickelt hatte, der eigentlich nicht zu den großen der Rhone gehört. Bei diesem hier gilt, jetzt herrlich zu trinken, und es gebe nichts Dümmeres als nach einer Gelegenheit zu suchen. Dieser Wein paßt in jede Lebenslage. Blicke ich auf die letzte Verkostung des Weins zurück, so stelle ich erfreut fest, daß bereits der damalige Eindruck höchst positiv war.

Herkunft: Frankreich – Rhone – Cairanne
Jahrgang: 2004
Rebsorte: unbekannt, voraussichtlich die üblichen der südlichen Rhone
Erzeuger: Domaine Rabasse Charavin
Ausbau: AOC
Alkohol: 14%

Bardolino 2007

Der Wein ist sehr hell mit einer granatroten Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt. Zum Rand hin wird der Wein etwas orange wässrig. Die erste Nase ist durchaus intensiv und erstaunlich vielschichtig. Nachdem erst ein dunkler Eindruck entsteht mit würzigen und holzigen Eindrücken kommt dann doch Kirsche zum Vorschein und wird zur prägenden Note. Die zweite Nase duftet wieder nach Kirsche, begleitet von Pfeffer und Mandeln. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Geschmacklich geht der Wein eher in die Richtung, die ich erwartet hatte. Der leichte Körper und die deutliche Fruchtbetonung waren so ziemlich das Einzige, was ich in diesen Wein hineinfantasieren konnte. Daß darüber hinaus durchaus erdige Noten mitspielen und der Nachhall eine ordentliche Länge besitzt, gibt dem Wein wieder zusätliches Profil.

Ich gebe ja zu, daß auch ich mich von Vorurteilen leiten lasse, aber ich bin durchaus auch bereit zuzugeben, wenn ich mich irre. Mit Bardolino assoziierte ich bisher eine dünne bestenfalls fruchtige Plörre, die man für 1,49€ im Supermarkt kauft und dann vor Ort am Gardasee trinkt, falls man es denn wirklich muß. Manchmal, aber nur manchmal, ist kein Alkohol schließlich doch die bessere Lösung. Wie dem auch sei, dieser Bardolino ist ein schöner unkomplizierter Wein. Dabei ist er mehr als nur solide und routiniert gemacht. Da kommt tatsächlich etwas Trinkspaß hoch. Zum Nudelsalat.

Herkunft: Italien – Venetien – Bardolino
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Corvina, Molinara
Erzeuger: Campagnolo
Ausbau: DOC classico
Alkohol: 12,5%

Mehringer Blattenberg Riesling 2001

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Zunächst riecht er eher dezent nach reifen Früchten. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität leicht zu. Die reifen Pfirsiche werden von einer leichten Firne begleitet.

Der Wein lebt einen kleinen Widerspruch auf schöne Art und Weise aus. Auf der einen Seite steht eine filigrane fast zarte Art, mit der er in den Mund tritt, die noch sehr frisch wirkt. Auf der anderen Seite besitzt er einen dichten Körper, der die reife Frucht aufnimmt und sogar eine gewisse Opulenz vorgibt. Der Nachhall besitzt eine gute Länge und betont wieder eine eher feinere Kombination aus leichter Süße und Mineralik.

Der Wein verschweigt sein Alter nicht. Das wird bereits beim Riechen deutlich. Am Gaumen begegnet mir aber ein rüstiger Herr, der auch die leisen Töne beherrscht. Höhepunkt oder nicht mehr ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Er bereitet jetzt ein hohes Trinkvergnügen und gefiel mir gut zum Kaiserschmarrn mit Apfelmus.

Herkunft: Deutschland – Mosel – Mehringer Blattenberg
Jahrgang: 2001
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Eugen Philippi
Ausbau: Spätlese (süß)
Alkohol: 9,5%

Meinklang Blaufränkisch 2007

Der Wein hat eine rubinrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und geht relativ schnell in einen kirschroten Rand über. Anfangs duftet der Wein mäßig intensiv nach Beerenfrüchten, Leder und Vanille. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität des Dufts deutlich zu. Gleichzeitig verschwinden die fruchtigen Noten aus dem Bukett, das jetzt von Leder dominiert wird, aber auch pflanzlichen und erdigen Noten Raum läßt. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Auch wenn der Wein einen mittelschweren bis schweren Körper besitzt, gleitet er sanft und rund durch den Mund. Samtene Tannine sind wohl ein gutes Stichwort. Eine leichte Schokoladennote ist erkennbar. Neben diesen eher textuellen Eindrücken bleibt der Wein zunächst eher leer, wobei dies wie beim Körper angedeutet eine dichte Leere ist. Zunächst ist der Abgang auch sehr sanft, bevor im Nachhall ein mineralisches Prickeln die erdigen Elemente des Buketts in Erinnerung ruft, das diesen durch seine gute Länge begleitet.

Wieder mal ein Beweis dafür, daß Blaufränkisch und Lemberger zwar die gleiche Rebsorte sind, es aber eine Beleidigung der Österreicher wäre, die beiden qualitativ vergleichen zu wollen. Das ist ein sehr feiner und zugleich kräftiger Wein, der bereits viel Spaß macht. Ob er durch eine weitere Lagerung noch gewinnt, weiß ich nicht. Auf diesem Niveau verkraften wird er sicherlich noch drei bis fünf Jahre, wobei ich es durchaus spannend finden würde, ihn über die Zeit zu beobachten. Zum in Speck gewickelten Rinderhüftsteak.

Herkunft: Österreich – Burgenland – Neusiedlersee
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Blaufränkisch
Erzeuger: Michlits
Ausbau: trockener Qualitätswein
Alkohol: 13,5%

La Montadella 2005

Der Wein hat eine rubinrote Farbe. Die Farbtiefe ist gut ausgeprägt mit einem knappen kirschroten Rand. Zunächst ist der Duft von sehr schwacher Intensität. Nach dem Schwenken ändert sich dies spürbar. Ich rieche Schokolade, Paprika und Beerenfrüchte. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Am Gaumen fällt der Alkohol sehr deutlich auf, indem er dem Wein Wärme und Süße verleiht. Dieser Geschmack harmoniert gut mt dem dichten Körper des schweren Weins. Der Nachhall besitzt eine sehr gute Läng. Mit etwas Geduld entdeckt man hier auch eine feine Mineralik. Dazu besitzt der Wein würzige Elemente sowie einen Nußton.

Unlängst habe ich den Anzenas wegen seiner alkoholischen Prägung kritisiert. Hier paßt es dank des dichten Körpers gut. Dennoch nicht mein Ding. Zum Huhn in Schokoladensauce.

Herkunft: Frankreich – Rousillon – Cotes du Rousillon

Mosel Dornfelder 2008

Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Am Rand zeigt er die Dornfelder-typische pinke Charakteristik. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt. Die erste Nase ist sehr fruchtgeprägt und besitzt eine gute Intensität. Neben Erdbeere rieche ich etwas Rauch. Die zweite Nase ist ähnlich stark, jetzt auch mit etwas Pfeffer. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Der Wein schmeckt sehr säuerlich und karg. Der Nachhall besitzt zum Glück nur eine mäßig kurze Länge. Dazu wirkt es etwas spritig.

Als Basiswein für Korea. Für mich der erste Dornfelder seit langem, aber beileibe kein Grund sich mehr mit dieser Rebsorte zu beschäftigen. Mosel und Rotwein ist ja ohnehin schon eine merkwürdige Kombination aber dann auch noch Dornfelder riecht ganz einfach Massenware, wobei ich mir wünschen würde, daß die Massen diesen Wein nicht kennenlernen. Ein Wein zur Bestätigung des Geschmacks von Biertrinkern.

Herkunft: Deutschland – Mosel
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Dornfelder
Erzeuger: Gibbert Pohl
Ausbau: Qualitätswein trocken
Alkohol: 12,5%

Anzenas 2007

Der Wein hat eine kirsch- bis rubinrote Farbe. Sie geht zum Rand hin in ein echtes Kirschrot über. Die Farbtiefe ist sehr gut ausgeprägt. Die erste Nase ist sehr dezent. Es lassen sich Gewürznoten erahnen. Ich denke an Vanille, Veilchen und Mandeln. Die zweite Nase gewinnt an Intensität. Neben Veilchen erkenne ich jetzt auch Pfeffer und eine fruchtige Komponente. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Am Gaumen fällt mir zunächst auf, daß sich der Wein sehr weich und warm durch den Mund bewegt. Die Wärme scheint mir aus der selben Quelle wie eine gewisse Süße zu kommen. Da der Wein nicht wirklich süß ist, vermute ich, daß diese Eindrücke durch den Alkohol im Wein hervorgerufen werden. Ob das jetzt negativ zu bewerten ist, lasse ich einmal dahin gestellt. Es wirkt auf jeden Fall sehr einschmeichelnd und wohlig. Überhaupt wirkte der Wein sehr rund und schmeichelnd. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Normalerweise wird es einem Wein eher zur Last gelegt, wenn er vom Alkohol geprägt ist, aber hier paßt es. Dennoch läßt dieser Umstand keinen Zweifel an der Machart des Weins aufkommen. Dies ist ein Wein, der im Keller deutlich beeinflußt wurde und der für den kurzfristigen Verzehr bestimmt ist. Eine Lagerung wird ihm nicht gut tun. Er ist jetzt auf dem Punkt. Durchaus ein sehr gut gemachter Wein, aber eben nichts Individuelles. Es ist schwer für solche Weine ein passendes Essen zu finden. Vielleicht Wild mit Klößen und Preiselbeeren?

Herkunft: Italien – Sardinien
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Cannonau (Grenache)
Erzeuger: Cantina Sociale di Dolinova
Ausbau: Cannonau di Sardegna trocken
Alkohol: 14%

Pfalz Silvaner 2005

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit einem deutlich grünen Einschlag. Die erste Nase ist eher mäßig intensiv. Sie duftet nach Limone und Kräuterwürze. In der zweiten Nase nimmt die Intensität deutlich zu. Es kommen jetzt auch pflanzliche grüne Noten im Bukett vor.

Am Gaumen wirkt der Wein auf eine angenehme Art und Weise unspektakulär. Die leichte Säure ist gut integriert. Der saftige Eindruck gepaart mit kräutrigen Aromen hinterläßt ein wenig den Eindruck einer Kräuterlimonade. Der Nachhall besitzt eine gute Länge mit einem mineralischen Spiel.

Der Wein ist vergleichsweise unspektakulär gut und punktet durch seinen zunächst verborgenen Charme. Die mineralische Komponente hebt diesen Wein qualitativ heraus. Zu einem gebratenen Thunfischfilet. Was ich noch nicht erwähnte, aber wohl doch erwähnenswert ist, ist daß der Wein keine Alterungsnoten zeigt.

Herkunft: Deutschland – Pfalz
Jahrgang: 2005
Rebsorte: Silvaner
Erzeuger: Ökonomierat Rebholz
Ausbau: Spätlese trocken
Alkohol: 13%

Julius Rosso Conero 2007

Der Wein trägt ein dunkles rubinrotes Kleid. Die Farbtiefe ist gut ausgeprägt und gibt nur einem schmalen kirschroten Rand Platz. Zunächst ist der Duft mäßig intensiv und vor allem fruchtgeprägt. Neben Kirsche tauchen Himbeernoten auf. Nach dem Schwenken kommen würzige Aromen wie Veilchen und Pfeffer zu Tage. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Der Wein besitzt einen recht schweren aber nicht übertriebenen Körper. Die Kraft des Weins wird gut von würzigen Noten und Schokolade begleitet. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Zu einem Kartoffelhackfleischauflauf. Ein leckerer Wein, der sehr gute Qualitäten besitzt. Wieder einmal fällt mir auf, daß ich gerade bei sehr guten Weinen meinen ausschweifenden Schreibstil stark beschränke. Wahrscheinlich unterstelle ich, daß der Wein für sich selbst spricht, und das tut dieser Wein in der Tat. Doch leider gelingt es mir nicht, seine schönen Worte zu übersetzen. Der geneigte Leser möge mir verzeihen. Aber vielleicht hat auch Asterix Recht und statt ausschweifenden Begrüßungen des Cäsaren langt auch ein schlichtes „Hallo Julius.“

Herkunft: Italien – Marken – Conero
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Montepulciano
Erzeuger: Silvano Strologo
Ausbau: Rosso Conero DOC
Alkohol: 13,5%