Archive for the ‘Dies & Das’ Category

Große Pause

Donnerstag, August 11th, 2011

Damit ich nicht so aufbrause
mach ich lieber große Pause
Ich schreibe nur wenig auf
meine Finger haben keinen Lauf
Auch wenn die Synapsen sich drehen
kommen keine Zeilen zum Entstehen
Was soll’s denk ich bei mir
schreib ich eben nichts hier
Ich mache lieber große Pause
und geh raus aus dem Hause
Die Viertelstunde wird mich erfrischen

So kann ich wieder Neues auftischen

lass mir fräsche Reims einfallen

ohne unsinnig zu schwallen

Doch schnell ist ein Monat vergangen

und ich habe keine Idee gefangen

Wurde mein Interesse geweckt
habe ich es dennoch gesteckt

So wurde die große Pause immer länger
ich hab wohl einfach einen Hänger

Der Tag geht

Dienstag, Juni 21st, 2011

Der Tag geht
Der Sarg steht
weit offen
Jetzt hoffen
auf den Biß
darf die Miss
und ein Kuß
bleibt ein Muß
kurz davor
Singt der Chor
engelhaft
ist’s geschafft

Tsche-Tsche-Tsche-Tschänses

Freitag, Juni 17th, 2011

Empfindest Du Deine Karriere
zunehmend als eine Barriere
Bist du etwa schockiert
weil sie Dein Leben blockiert
Fühlst Du Dich von ihr beengt
und in Deiner Freiheit beschränkt

 

Merkst Du wie alle an Dir zerrn
und Dir zugleich den Weg versperrn
Willst Du wieder mehr Leben spüren
doch verzweifelst an geschlossnen Türen
Vergiss nicht wer sie verschlossen hat
Du selbst setzt Dich Schachmatt

Du musst Dich vor Dir selbst verantworten
Fang damit an Deine Position zu orten
Schalte dann einmal das Navi aus
und trau Dich aus Deinem Schneckenhaus
Du musst Deine Route selbstständig finden
Achte dabei auf Dein eigenes Empfinden

 

Siehst Du jetzt die wohlwollenden Gestalten
die versuchen Dich aufzuhalten
die versuchen Deinen Willen zu beugen
und Dich von Deinem (ihrem) Leben zu überzeugen
Eigentlich läuft doch alles gut
Sich zu verändern erfordert Mut

 

Für ein neues Leben
musst Du viel aufgeben
Alte Freunde werden Dich verlassen
weil sie nicht mehr zu Dir passen
Du musst ungeahnte Opfer bringen
und den inneren Schweinehund bezwingen

Schatz, bin ich zu dick?

Mittwoch, Mai 18th, 2011

Wer sich schon immer gefragt hat, ob es eine korrekte Antwort auf diese Frage gibt, dem sei gesagt: Ja, es gibt sie. Sie lautet: „Wofür?“

 

Um Heidi Klum einen Job auf dem Catwalk wegzuschnappen wahrscheinlich schon. Um in die Kleider zu passen, die du vor zehn Jahren getragen hast definitiv. Um Dich in den Sportwagen meiner Träume rein zu zwängen leider schon, was aber nicht schlimm
ist, da ich auch nicht mehr rein passe. Dafür immer noch Kleidung in Deiner Größe zu finden, langt es wohl noch. Dafür im Flugzeug nur einen Platz zu benötigen bist Du sicher nicht zu dick. Und für mich natürlich auch nicht.

 

Dass dies die korrekte Antwort ist, ist einfach zu erkennen. Bleibt nur die Frage, ob es auch die richtige Antwort ist. Und auch auf diese hypothetische Frage lautet die korrekte Antwort: „Wofür?“

Die Antwort

Sonntag, Mai 15th, 2011

Gegen den kritischen Intellekt
hilft sicher ein fein prickelnder Sekt
Des Geists Plagen werden ertränkt
bevor er zu stören anfängt

Intellektualität wird überbewertet
Ist’s nicht besser man bleibt geerdet
Und ist man keiner simplen Tätigkeit verbunden
ist mit etwas Alkohol schnell alles überwunden

G’rad wer sich intellektuell gebärdet
ist sehr hochgradig gefährdet
den Kontakt zur Realität zu verliern
Andre schaffen das mit Vergnügen und sechs Biern

Anstatt den eignen Geist zu fordern
tu ich lieber noch ein Getränk ordern
Du kannst nicht immer alles haben
Genieße es Dich an dem Getränk zu laben

Häufig passiert es daß der flucht
der die geistige Herausforderung sucht
Es ist wie die Anleitung unglücklich zu leben
Ist’s da nicht besser sich die Kante zu geben

Macht Intelligenz etwa verantwortlich
Verlangen wir vom Klugen sportlich
seinen Geist an die Grenzen zu zwingen
Tut mir lieber noch einen schönen Tropfen bringen

Ich hoffe, meine Leser wissen, wo der ironische Teil meiner Texte anfängt und aufhört. Allen anderen seien die folgenden Seiten wärmstens empfohlen:

http://www.kenn-dein-limit.de/

http://www.bist-du-staerker-als-alkohol.de/

http://www.bzga.de/

Was wenn Kate Nein sagt?

Montag, April 25th, 2011

„Willst Du Kate Middleton den hier anwesenden Willy (aus Rücksicht auf die Leser von KeinAlkoholistauchkeineLoesung verzichte ich darauf 5 Minuten lang seinen vollständigen Titel zu nennen) heiraten, ihm und seiner verschrobenen Verwandtschaft damit noch endgültiger untertänigst dienen, als Du es als Bürgerin ohnehin schon zu tun verpflichtet warst, auf jegliche persönliche Interessen fortan verzichten, die nicht einzig und allein das Wohl des Königreichs und des Commonwealth fördern, Dich bedingungslos von allen Leidenschaften zugunsten eines gefühlskalten Lächelns und unterkühltem Handwinken verabschieden, mit bereitwilliger Freude den Paparazzi unserer Yellow Press jederzeit für gute und schlechte Schnappschüsse zur Verfügung stehen, Ihnen mit verlogenen Geschichten genug Futter für salbungsvolle oder schmierige Geschichten liefern und  jegliche Hoffnung auf eine bessere Zukunft Deiner unter großen Schmerzen geborenen Kinder aufgeben?“

Was wenn Kate Nein sagt?

Werden alle Blumen des Vereinigten Königreichs auf einmal anfangen zu welken? Werden die Straßen Londons von einem Tränenstrom überflutet, so daß das Abwassersystem einen Kollaps erleidet? Wird die alte Queen wieder lachen können? Wird Willy ein neues Opfer finden? Wird Charles doch noch König? Wird der Geist von Lady Di aus dem Grab aufsteigen und Kate dorthin mitnehmen? Wird ein nicht mehr endendes Unwetter über England herziehen und es mit 666 Tagen Regen strafen? Wie wird die britische Presse mit Kate umgehen? Wird Ihr irgendjemand verzeihen? Ihre eigenen Eltern vielleicht? Und ist Sie vielleicht trotzdem besser dran, wenn Sie Nein sagt?

Fragen über Fragen. Ich weiß nur eins. Ich werde mir nächste Woche mit Sicherheit nicht die Hochzeit zweier mir vollkommen unbekannter Menschen anschauen.

Der frühe Ling

Samstag, April 9th, 2011

An einem sonnigen Tag im März
entschied Herr Ling ganz ohne Schmerz
es wär an der Zeit aus dem Haus zu gehn
um draußen mal wieder nach dem rechten zu sehn

Kaum war er draußen angekommen
fühlte er sich recht beklommen
denn er erblickte alles Grau in Grau
und bei dieser Farbe wird ihm immer mau
Herr Ling zog den Mantel noch enger
Trotz Sonne war die Kälte doch strenger

Erschrocken erblickte er traurige Gesichter
und fragte sich wie kriegt er diese wieder lichter
denn ihre Trauer war wie eine Beschwerde
also griff Herr Ling tief in die Erde
und zog ein paar Blumen an die Oberfläche
Schließlich hat dafür jeder eine Schwäche
Farbige Blüten malte er an die Bäume
damit die Menschen wieder träumen

Auf einmal hörte er wieder Lachen
sah daß seine Taten Freude machen
Zufrieden lehnte er sich zurück
und freute sich über das allgemeine Glück
Es war ihm eine Freude den Menschen so zu dienen
und doch war er fast zu spät erschienen
Das gefiel ihm natürlich nicht
und so sprach schließlich zu sich
Nächstes Jahr sollen sie nicht auf mich warten
Nächstes Jahr erschein ich früh in ihrem Garten

Warum ich beim Laufen häufiger anhalte

Dienstag, März 22nd, 2011

mandelbluten_web.jpg

Die rosa gefärbten Bäume
erzeugen Mandelblütenträume
Ohne Erschöpfung um Atem zu ringen
und sich zu einer bewegenden Pause zu zwingen

venningen_web.jpg

kommst du dem Ziel näher als du denkst
auch wenn du keine Schritte dorthin lenkst

schloss_web.jpg

denn du lässt den Frühling durch dich fließen
und reduzierst dich aufs genießen

KT

Montag, Februar 21st, 2011

Da hat der Junge ja grad nochmal die Kurve gekriegt. Dabei hatte ich gerade begonnen, mich auf ihn einzuschießen.  Ich zitiere mal aus einem begonnenen Sonett, das jetzt doch Fragment bleiben wird.

An deinem Selbstgefallen
kann wirklich alles abprallen

(Weitere mögliche Reimziele: abknallen – schwallen – nachhallen – Gefallen – festkrallen – schallen)

Jeder weiß du bist wirklich klug
Ein (Adels-)titel ist für dich nicht genug

Reimziel: Betrug

Also ein bisschen enttäuscht bin ich jetzt schon, mich nicht weiter meiner Gehässigkeit hingeben zu können, aber andererseits bin ich auch froh, jetzt wieder nach einer weiblichen Muse ohne gegelte Haare suchen zu können.

Diejenigen, die sagen, daß wir dringendere Probleme als die Rechtmäßigkeit eines Doktortitels haben, haben natürlich Recht. Aber ich finde, daß es trotzdem ein wichtiges Thema war. Erstens ging es um die Redlichkeit eines Politikers, der eine sehr verantwortungsvolle Position innehat. Zweitens ging es um ein schlechtes Vorbild für alle, die eine selbstständige Arbeit verrichten wollten. Drittens ging es darum, dass KTs Dissertation und die Benotung mit Summa cum laude eine Beleidigung an alle Akademiker darstellt, die wirklich hart für ihren Titel arbeiten mußten und sich mit Doktorvätern herumschlagen mußten, denen ihre Arbeit nicht genügend Neues bzw. Eigenes enthält. Ich kann die Liste der Gründe, wieso eine öffentliche Diskussion über dieses Thema wichtig war, locker weiter ausdehnen.

Letztendlich war es auch KTs Verhalten, das die Diskussion angeheizt hat. Meines Erachtens hat es ganz schön lange gedauert, bis er sich endlich einsichtig gezeigt hat, und seine ersten Statements waren eben an Arroganz und Selbstgefälligkeit kaum zu überbieten. An dieser Stelle war es wichtig, ihm und allen anderen Politikern auch zu zeigen, daß man ihnen so ein Verhalten nicht durchgehen läßt, bevor das noch weiter einreißt. Mit seiner späten Einsicht hat KT mich milder gestimmt, und ich halte es an dieser Stelle mit dem Vaterunser: Wie auch wir vergeben… Dennoch steht KT jetzt auf Bewährung. Er hat spätestens jetzt seine zweite Chance bekommen.

Ich hoffe, daß KTs Verhalten der breiten Öffentlichkeit die Augen geöffnet hat und sie anfangen, seine Entscheidungen kritischer zu hinterfragen, denn seit seinem Antritt im undankbaren Amt des Verteidigungsministers zu einem undankbaren Zeitpunkt überzeugt er mich nicht, angefangen mit seinen Entscheidungen in der Kunduz-Affäre. Aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt bin ich erstmal froh, daß er doch noch die Kurve gekriegt hat.

Lord Chandos die 2.

Freitag, Februar 18th, 2011

Lieber Lord Chandos,

seien Sie traurig gegrüßt. Wieder einmal muß ich Ihnen schreiben, und es ist in der Tat ein Muß, daß ich Ihnen schreibe. Es gibt viele Gründe, nicht zu schreiben.

In diesen Tagen lernen wir, daß manche gerne so tun, als ob sie schreiben, obwohl sie in Wirklichkeit nur abschreiben.

Doch dies ist nicht der Geist des Schreibens, den ich und sie anstreben. Die Liebe zum Wort, zur Idee und zum Sprachbild sind es, die ich mit dem Schreiben zelebrieren will. Jetzt frage ich mich, warum mir dies in den letzten Wochen so schlecht gelingt. In der Vergangenheit war es meist die Inspiration, die mir fehlte. Mangelnde Kreativität erscheint mir heute als dankbarer Grund, nicht zu schreiben, denn immerhin weiß man nicht, was man nicht schreibt.

Andere würden sagen, Mangel an Kreativität sei sogar gut um zu schreiben, doch sie mißverstehen, daß ein Buch von rund 400 Seiten mit 1.200 Fußnoten und 80 teils ellenlangen nicht gekennzeichneten Passagen fremder Autoren kein Schrifterzeugnis sonder ein zusammengesetztes Puzzle oder vielleicht freundlicher ausgedrückt eine Kollektion, ein Best-Of-Album ist.

Doch ich schweife schon wieder ab, lieber Lord Chandos. Derzeit fehlt es mir gar nicht an Kreativität. Eine Vielzahl von Ideen – na gut, ich will nicht angeben: anderthalb Handvoll – wartet derzeit auf ihre Vollendung, entweder im Form einer einfachen Notiz mit Anbau in meinem Kopf oder schon zur Hälfte fertiggestellt. Dieser letzte Punkt ist es, der mich als Lüger entlarvt, wenn ich behaupte, daß mir die Zeit zum Schreiben fehlt. Es scheint wohl eher die Disziplin zu sein, die ich vermissen lasse. Was kann es geben, das mich vom Schreiben abhält? Da ich ernsthaft nur Faulheit und Mangel an Ernsthaftigkeit anführen kann, bitte ich Sie um Hilfe.

Was kann ich tun, um wieder mehr Zeit dem Schreiben zu widmen und mich weniger mit der Abschiebung von Schuld und Verantwortung bei den zahlreichen Skandalen in meinem Ministerium zu widmen. Nachdem ich kürzlich eine deutliche Reduzierung der mir Unterstellten durch den Verzicht auf freiwillig Gezwungene, äh… Eingezogene, durchgesetzt habe, gehen mir langsam die mich rettenden Sündenböcke aus. In einem Albtraum verteidigten meine Untergebenen alle abgeschriebenen Worte einer staatstragenden Dissertation, und am Ende fehlte ein Mann, um das Schlußwort des Fazits zu beschützen, so daß mich die Taliban doch noch erwischten.

Oh, ich schweife schon wieder ab und fühle mich schon wie ein guter Berg. Vielleicht ist auch dies Zeichen des Mangels an Konzentration und Disziplin. Lieber Lord Chandos, es ist allerhöchste Zeit. Bitte helfen Sie mir!