Mail-Bot

Warum produziert der Bot
nur soviel verdammten Schrott
Klar ist der Mensch Schuld
er hat falsch geeinst oder genullt

Immer weiter folgt er seinem Trott
als kämen die Befehle von einem Kult
Ja sicher ist er richtig flott
dennoch verliert man bald die Geduld

Der Output ist nicht zu gebrauchen
Stur die Regeln abarbeiten
tut ihn vom Zweck ableiten

Man würde gern Verstand einhauchen
doch wenn die Bots so voranschreiten
kommt’s bald dass sie einen wegen Dummheit anfauchen

(Idee kam beim in den Spam-Ordner verschieben von Kommentaren)

Die nächste Front

Die nächste Front
ist der Horizont
Um ihn zu überwinden
muss man sich kräftig schinden
Das gelingt nicht vielen
weshalb sie nach dem schielen
was nicht in ihr Bild passt
gerade weil es ihr Verstand nicht fasst

Die nächste Front
ist der Horizont
Hier kollidieren Welten
Sie begegnen sich in Kälten
Doch schnell heizt man sich auf
und das Unheil nimmt seinen Lauf
Am Horizont baut man eine Mauer
Sie versteift den Geist auf Dauer

Die nächste Front
ist der Horizont

U-Bahn fahren in Berlin

Mich irritieren die rosa lackierten Finger
in Kombination mit seinem Hipsterbart
Ist er vom Typ Baumfäller-hart
oder war er im Varietee Ginger

Ein Abteil weiter sagen Frisur und Körper sehr klar er
Mimik und Gestik sind von einer sie
Die Daunenjacke verdeckt sehr
Für die Lösung braucht es wohl ein Genie

Was für ein verrückter Wagon
in normaler Berliner Tradition
und zugleich ein Beleg seiner Zeit

In der Stadt feiert jeder seine Eigenheit
Etwas irritierend bleibt der Zug trotzdem schon
doch am meisten überrascht seine Pünktlichkeit

Neue Ordnung in den Ordnern

Wir ordnen unser Leben
und ich werd depressiv
nicht wegen dem wie es verlief
ich hasse Ordnungsstreben

Die wohl geordneten Ablagen
kosten mich viel mehr Lebenszeit
als die Suche nach der Begebenheit
Ich wünscht ich könnt einfach absagen

Mein Gegenüber kennt kein Erbarmen
Mein Leben wird mir entrissen
Ich geb zu, ich tu es nicht vermissen
Doch ich ahne schon neue Dramen

Wenn ich bald etwas nicht ablege
oder gar an der falschen Stelle
kommt der Ärger wohl schnelle
wenn es der Ordnung liegt im Wege

Chaos bedeutet für mich Freiheit
Keine Zwänge die dich reguliern
und nach Deiner Zeit im voraus giern
für eine unwahrscheinliche Gelegenheit

Ich geh zum Fußball und nicht zum Ballett

Ich bin der Meinung, daß die TSG Hoffenheim keine Fankultur hat. Dieser Eindruck ist bei mir durch die Aktionen gegen die Dortmunder Fans entstanden und wurde durch das Abwickeln der Affäre erhärtet.

Dabei finde ich es wichtig zu betonen, daß die Ton-Attacken der Hoffenheimer nicht exklusiv gegen die Dortmunder sondern gegen alle Bundesliga-Clubs gingen, wie die Tatsache, daß die Anlage auch in anderen Spielen aufgebaut wurde, belegt.

Beim Fußballspiel geht es darum, den Gegner zu besiegen. Dies wollen die Fans genauso wie die Spieler. Die Aufgabe der Fans ist es dabei, die Mannschaft zu unterstützen. Dies geschieht zum Einen durch positives Anfeuern, zum Andern und das nicht erst seit Dietmar Hopp durch das Runtermachen des Gegners. Die Beleidigung des Gegners und seiner prominenten Protagonisten gehört gewissermaßen zum guten Ton der Fankultur. Ich weiß, es gibt Salon-Fußballfans, die mir widersprechen werden, daß das nichts mit dem eigentlichen Fußball zu tun habe, doch diese Fußball-Ästheten sind nur Fußball-Fans und keine echten Fans ihres Teams.

Dietmar Hopp ist herausragender Protagonist der Hoffenheimer. Sein Geld hat den Hoffenheimer Aufstieg ermöglicht. Er entscheidet über den Abgang oder Verbleib eines Luis Gustavo. Damit steht er als öffentliche Person so prominent wie kein Zweiter für das öffentliche Gesicht Hoffenheims. Dadurch – und dadurch, daß vielen Fans Hoffenheims vom Mäzen gekaufte Erfolge stinken – ist er derjenige, auf den sich die gegnerischen Fans fokussieren. Man mag zu ihrem Spott und Beleidigungen stehen, wie man will – THIS IS FOOTBALL. Genauso müssen sich die Dortmunder in 16 Stadien der Liga Beleidigungen gefallen lassen. Nur in Hoffenheim werden sie stattdessen beschallt.

Sicherlich gibt es Grenzen, die nicht nur am guten Geschmack vorbei, sondern einfach zu weit gehn. Rassistische und antisemitische Beleidigungen gehören definitiv dazu. Über die Fahne der Dortmunder mit dem Fadenkreuz über Hopp kann man vielleicht lachen, doch geht sie auch zu weit. Es gibt genug Idioten, die dies nicht als Witz begreifen. Deshalb geht sie zu weit und wurde zurecht kritisiert, um danach zu verschwinden. Doch die Beleidigungen, die Hopp jetzt erdulden musste, sind keine anderen, als jene die Lothar Matthäus oder Uli Hoeneß hören müssen. Daß Hopp erklärt, wie weh ihm diese tun, mag ihn in der Öffentlichkeit als netten, empfindsamen Menschen erscheinen lassen; der Fußballfan erfreut sich vor allem daran, daß das Runtermachen des Gegners Wirkung zeigt.

Aufgabe der eigenen Fans ist es, auf die Attacken der Gegner zu reagieren und sie mit eigenen Schlachtgesängen zu kontern. Die Dortmunder übertönen mußten also die Hoffenheimer Fans, doch angesichts fehlender Fankultur mußte Hopp im eigenen Stadion die Beleidigungen der gegnerischen Fans hören, was ansichts schon ein Armutszeugnis der Hoffenheimer Fankultur ist. Daß gleichzeitig der Verein mit einer Apparatur gegen die gegnerischen widerspricht dem Minimum an Fairplay, daß es eben auch zwischen Fans gibt. Die Hoffenheimer begeben sich damit auf das Niveau von Hooligans, denen es weder um das Spiel noch um ihre Mannschaft geht und die den Gegner mit Gewalt statt mit Gesängen attackieren.

Daß die Hoffenheimer, nachdem sie aufgeflogen sind wie ein kleines Kind schmollen „Aber wir werden doch beleidigt.“ zeigt, daß sie Fankultur nicht verstanden haben. Der Hinweis darauf, daß sie sich doch wehren müßten zeigt, daß sie auch keine haben.

Was besonders gegen die Hoffenheimer spricht, ist daß andere Retortenvereine wie Bayer Leverkusen oder der Wolfsburg niemals diese Probleme gemacht haben, obwohl sie genauso attackiert wurden, wie Hoffenheim.

Nahe-Reise (4 und Schluß): Rheingrafenstein

Nach der anstrengenden Radtour tags zuvor wollte ich am nächsten Tag die Muskelkraft meiner Beine anders investieren. So zog ich mir tatsächlich die Laufschuhe, um hoch zur Burgruine Rheingrafenstein zu laufen.
Es gibt von Bad Münster zwei Möglichkeiten hoch zum Rheingrafenstein zu kommen. Entweder man nimmt die Fähre und läuft dann ziemlich direkt unter dem Felsen hoch oder man läuft aus Ebernburg kommend eine weite Schleife. Selbstverständlich entschied ich mich für den zweiten Weg, denn warum einfach, wenn es auch anders geht.
Kurz nachdem ich den kleinen Nahezufluß Alsenz überquerte ging es direkt in den Berg und ich begann ordentlich zu schnaufen, während mein Pulsschlag fast augenblicklich bei 90% des Maximalpuls ankam. In gemächlichem Tempo aber doch zugleich unter voller Belastung lief ich weiter die ordentliche Steigung hoch und erfuhr zum 2. Mal binnen kurzer Zeit in welch trauriger Verfassung sich mein Körper befand. Wenigstens mußte ich diesmal nichts hochschieben, sondern konnte tatsächlich durchlaufen. Auf der Kuppe der ersten Steigung angekommen, konnte ich die Senke zwischen Rheingrafenstein und dem Hügel, auf dem ich mich befand gut erkennen.

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Und genau in diese Senke ging es nun hinein. Bin ich gut in Form, bin ich kein Freund von Bergabläufen, da ich jedes Mal die Auswirkungen auf mein Knie fürchte. Diesmal war es ein Hochgenuß mich hinunter treiben zu lassen. Unten angekommen, konnte ich kurz vor dem Einstieg in den Aufstieg noch einmal erkennen wie, steil der Rheingrafenstein hier im Wald steht und was für ein Anstieg noch folgen sollte.

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Je nach Betrachtungsweise hatte ich Glück oder Unglück. Der Weg hinauf zum Rheingrafenstein ging nach kurzer Zeit in einen Treppenweg über, und um Treppen hochzuspringen, war ich weder angetreten noch in der Form. Ich überredete meinen Körper zu einem zügigen Gehen und einer anschließenden langen Pause auf dem Rheingrafenstein, um das Panorama zu genießen.

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Bad Münster durch den Rheingrafenstein

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Blick nach Norden durch ein Burgfenster

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Blick vom Rheingrafenstein auf Nachbarfelsen, Nahe und Bad Münsters Kurpark

Was soll ich zum Rheingrafenstein selber sagen? Romantiker mögen es mir verzeihen, aber unterm Strich ist es eine Burgruine wie viele andere auch, eher eine weniger gut erhaltene. Das was beeindruckt ist der Platz der Burgruine, denn den beschwerlichen Aufstieg, den ich hatte, musste auch sämtliches Baumaterial hoch geschleppt werden. Schön am Rheingrafenstein ist eben der Stolz auf die eigene Leistung, der bei weniger Treppenstufen sicherlich größer gewesen wäre und der herrliche Blick auf die Umgebung.
Auf dem Weg zurück stellte ich fest, daß die Steigung auf dem Rückweg deutlich weniger steil als auf dem Hinweg war, was ich als sehr angenehm registrierte. Zurück im Tal lief ich noch ein wenig nach Bad Kreuznach aus, bevor ich mich frisch machte und etwas stärkte.
Da Urlaub ja nicht zum Faulenzen da ist, machte ich mich jedoch schon bald wieder zu Fuß auf den Weg nach Niederhausen, um beim Weingut Mathern Wein zu probieren:

Weißburgunder QbA trocken 2008
N: blumig, Honig
M: leichte Säure, rund, etwas cremig 82 CP

Riesling QbA trocken 2008
N: Aprikose, Graipefruit
M: schönes Frucht-Säure-Spiel, rustikal, würzig, 83 CP

Riesling v. Rotliegendem trocken 2008
N: sehr dezent
M: leicht cremig, leichte Mineralik, würzig, 84 CP

Niederhäuser Rosenberg Alte Reben Riesling trocken 2008
N: Aprikose, Maracuja
M: cremig, kräftig, leichte Würze, 86 CP

Norheimer Dellchen Riesling Spätlese trocken 2008
N: würzig, Holunder
M: kräftiges Säurespiel, Kohlensäure, 82 CP

Riesling Classic trocken 2008
N: Pfirsich, Ananas, Äpfel
M: cremig, würzig, Säure gut integriert, 84 CP

Niederhäuser Rosenheck v. Blauschiefer Riesling halbtrocken 2009
N: Eisbonbon, kräftige Frucht
M: tolle Primärfrucht, sonst nichts zu vernehmen 81 CP
frisch gefüllt, noch zu früh den Wein zu beurteilen.

Niederhäuser Rosenheck Riesling Hochgewächs halbtrocken 2007
N: reife Frucht
M: sehr würzig, dicht, Kohlensäure 85 CP

Niederhäuser Rosenberg Riesling Spätlese 2007
N: reifes Steinobst, Botrytis
M: sehr fein, schlank, viel Frucht 90 CP

Norheimer Kirschheck Riesling Spätlese 2008
N: recht dezent, Steinobst
M: füllig, dicht, doch noch feiner als die Niederhäuser Rosenberg Spätlese 89 CP

Niederhäuser Rosenberg Riesling Auslese 2007
N: recht dezent, Aprikose, Apfel, Blumen
M: opulente Frucht, dicht, filigran, volle Frucht 90 CP

Niederhäuser Rosenberg Riesling Auslese HM 2005
N: feine Frucht, Birne, Botrytis
M: opulente Frucht, dicht, leicht klebrig 88 CP

Nach dieser vergnüglichen Verkostung in sehr netter Atmosphäre machte ich mich wieder auf den Weg.
Wenn aus meiner Beschreibung des ersten Tags nicht gut genug hervor gegangen ist, wie sehr mir das Bäderhaus in Bad Kreuznach gefallen hat, dem verrate ich nun, daß ich diesen Nachmittag wieder dort damit verbrachte, meinen Körper durch Schweiß zu reinigen. Eine wirklich sehr schöne Anlage, deren großes Glasdach über dem Schwimmbad beim abendlichen Gewitter besonders gut zur Geltung kam.