Aktuelle Fernsehempfehlung – Metropolis

Fritz Langs Klassiker als aktuelle Empfehlung zu nennen mag skurril erscheinen, ist es aber nicht. Heute Abend wird ab 20:40 auf Arte die Welturaufführung der rekonstruierten Fassung gezeigt.

Die Ufa ließ den Film nach der Premiere 1927 um über 30 Minuten kürzen, weil sich Metropolis als kommerzielles Desaster entpuppte. Lange Jahre galten die beim 2. Schnitt herausgeschnittenen Teile als verloren, bevor in Argentinien eine Originalfassung gefunden wurde. Diese wurde jetzt rekonstruiert und mit der Originalmusik aufgeführt. Anläßlich der 60. Berlinale wird der wiederbelebte Film nun zeitgleich in Berlin, in der Alten Oper in Frankfurt und bei Arte gezeigt. Ich wünsche viel Vergnügen.

Die männliche Katze

Der langsame Alkoholabbau
gleicht einem zäh fließenden Stau
Natürlich will man daß es schneller geht
bis man wieder auf sicheren Füßen steht

Allzu lange fühlt sich der Magen flau
und man spürt daß er um ein gesünderes Leben fleht
Zwar ist man schon längst nicht mehr blau
doch die Welt bleibt seltsam verdreht

Im Kopf tut ein Hammer schlagen
Das ist fast am Schlimmsten zu ertragen
Man wartet viel zu lange Stunden

Warum kann der Kopf nicht schneller gesunden
Warum muß der Alkohol so lange an ihm nagen
Das sollte mal jemand erkunden

Winninger Röttgen Riesling 2006

Der Wein hat eine zitronengelbe Farbe. Zunächst duftet er stark nach Graipefruit. Nach dem Schwenken erweitert sich das Bukett zu einem wahren Fruchtkorb aus Graipefruit, Orange und Apfel. Der Duft wirkt dabei sehr rein und pur.

Auch am Gaumen erweist sich der Wein als sehr stark von Graipefruit geprägt. Diese intensive Frucht paßt sich gut in den kräftigen Wein ein und geht ein schönes Zusammenspiel mit der Würze ein. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Mein erster Eindruck war, daß es sich um einen schwer zu verstehenden Wein handelt. Daran hat sich auch nach drei Tagen Beobachtung wenig getan. Ich finde es schwer, den Wein zu durchdringen. Gleichwohl gibt es einige Komponenten, die erahnen lassen, daß es sich einen mehr als nur guten Wein handelt. Im Moment hinterläßt er allerdings nur viel Rätselraten und begründete Hoffnung darauf, daß der Wein momentan in einer Verschlußphase ist, bevor er sich auf einen sehr schönen Höhepunkt hinbegibt. Mit das Faszinierenste ist, daß er von Schluck zu Schluck unterschiedlich wirkt. Ein Wei, um ihn unter dem Mikrosko zu sezieren, auch wenn sein Erzeuger so etwas haßt.

Herkunft: Deutschland – Mosel – Winninger Röttgen
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Heymann-Löwenstein
Ausbau: 1. Lage trocken
Alkohol: 13%

Lamothe Pontac 2000

Der Wein trägt ein kirschrotes Kleid. Dieses besitzt eine gute Farbtiefe und geht am Rand in ein glänzendes Purpurrot über. Die erste Nase ist bereits ziemlich intensiv. Nachdem zunächst Teernoten aus dem Glas stömen, folgen darauf fruchtige Cassis und Blaubeertöne. In der zweiten Nase nimmt die Intensität leicht ab. Die Cassisnoten werden jetzt von etwas Pfeffer und weiteren würzigen Noten begleitet. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Am Gaumen wirkt der Wein mit seinem mittleren Körper zunächst überraschend leicht. Dies gestattet jedoch der Frucht aus Blaubeere und Cassis gut zur Geltung zu kommen. Der Wein wirkt erstaunlich saftig. Eine leichte Gerbsäure gibt ihm einen etwas ernsthafteren Charakter. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge und läßt Schokoladenanklänge aufblitzen.

er Wein hat sich schön gehalten. Es ist erstaunlich, wie stark er nach 10 Jahren noch von seinen fruchtigen Primärnoten geprägt ist und welchen Raum diese noch einnehmen. Der Rückgang der Tannine steht dem Wein aber nicht vollends gut, da so herauskommt, daß eher wenig neben der Frucht im Wein steckt. Für einen einfachen Bordeaux sind die präsente Frucht und die Trinkbarkeit nach 10 Jahren ein schönes Ergebnis, allerdings hat der Wein seinen Höhepunkt bereits überschritten. Zur gebratenen Putenbrust in Estragonsauce.

Herkunft: Frankreich – Bordeaux – Medoc
Jahrgang: 2000
Rebsorte: Merlot, Cabernet Sauvignon
Erzeuger: Lamothe Pontac
Ausbau: AOC
Alkohol: 12,5%

Das Gelage

So ein ordentliches Gelage
ist nichts für alle Tage

Es kostet einfach sehr viel Kraft
bis man sich durch Unmengen Essen schafft
Es schlägt gewaltig auf den Magen
und mancher öffnet gar den Kragen
Der nächst Tag ist wie gestohlen
Schließlich muß man sich erholen
Manchem geht die Erinnerung verloren
erwacht am nächsten Tag schmerzhaft neu geboren

aber was für schöne Ideen wurden gesponnen
teils sogar ganze Welten ersonnen
Herrlich schmeckte am Huhn die Marinade
und was für eine leckere Variation aus Schokolade
Doch es wurde nicht nur gierig verschlungen
Nein es wurde auch getanzt und gesungen
Wieso spürt man diese Energie
außerhalb der Gelage eigentlich nie

Manchmal muß es einfach sein
Hoch lebe der uns zusammenbringende Wein

Kill all the snowmen

Macht die Schneemänner endlich platt
Ich hab ihre Rübenvisage mächtig satt
mit der sie uns grinsend hinter her sehn
während wir rutschend auf der Straße gehn

Diese Burschen sind echt eiskalt
Zögert also nicht und gebraucht Gewalt
Habt keine Angst vor diesem Krieg
Kamerad Frühling garantiert uns den Sieg

Barbera d’Asti 2007

Der Wein hat eine kirschrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt mit einem purpurroten Rand. Zunächst ist der Duft mäßig intensiv mit Pflaumen und Pilznoten. Nach dem Schwenken kommen Pfeffer und Vanille zur Frucht hinzu. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Der Wein besitzt einen mittelschweren Körper. Er ist rund und läuft gut durch den Mund. Er wirkt recht fruchtig und besitzt eine feine Würze. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Insgesamt ein ordentlicher Wein ohne große Stärken und ohne große Schwächen. In seiner Unkompliziertheit zwar nett, aber dann doch zu belanglos. Zu Spaghetti Frutti di Mare.

Herkunft: Italien – Piemont – Asti
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Barbera
Erzeuger: La Caplana
Ausbau: DOC
Alkohol: 13%

Dolcetto d’Ovada 2008

Der Wein trägt ein purpurrotes Kleid. Die Farbtiefe ist schwach ausgeprägt und zeigt einen wäßrigen Rand. In der ersten Nase rieche ich recht dezent Mandeln und Kirschen. Die zweite Nase gewinnt an Intensität, ohne aufdringlich zu werden. Hier rieche ich neben der Kirsche auch Veilchen und Kräuter. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Geschmacklich ist der Wein wenig aufregend. Vielleicht liegt aber auch genau darin seine Stärke. Der Wein ist fruchtgeprägt und besitzt einen eher leichten Körper. Daß im hinteren Bereich des Munds dann doch würzige Noten auftauchen, wirkt fast überraschend, rundet den Wein aber ab.

Das ist ein grundsolider Wein ohne Fehler und ohne Schnörkel. Das ist ein echter Alltagswein, der als Allrounder eingesetzt werden kann. Ich kann ihn mir als leichtem Trinkwein ebenso vorstellen, wie zu einem überbackenen Fisch. Nicht so überzeugend wie der 2006er.

Herkunft: Italien – Piemont – Ovada
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Dolcetto
Erzeuger: La Caplana
Ausbau: DOC
Alkohol: 12,5%

Schlemmen mit Max

Seit Max mich zu einer Best-Bottle-Probe mit einigen anderen Weinfreunden einlud, freute ich mich sehr auf dieses Event. Die im Vorfeld verschickten Weinlisten steigerten diese Vorfreude ebenso wie die Verkündung des tollen Menüs, das uns auf Schloß Hohenstein serviert wurde. Leider läuft im August der Pachtvertrag der Betreiber aus. Genießer sollten sich also überlegen, ob sie nicht im nächsten halben Jahr einen Abstecher nach Coburg und nach Schloß Hohenstein machen wollen, um das einzigartige Ambiente dieser Anlage und wahre Gaumenfreuden zu erleben.

Die Anreise von Hamburg mit der Bahn dauerte statt der avisierten sieben Stunden neun, so daß wir Hamburger eine dreiviertel Stunde zu spät kamen, doch erstaunlicherweise hatten die bereits anwesenden Weinfreunde sich überwinden können, noch keinen Champagner zu öffnen und sich stattdessen mit dem Fingerfood vertraut gemacht.
3-4 Sorten Fingerfood stand im Menü, doch gefühlt waren es mindestens ein Dutzend, überbackene Bruschetta in 2 verschiedenen Sorten, Zander in Petersiliensauce, Karottensüppchen, Paellabällchen, Schafskäse in viel Olivenöl, Carpacciostreifen mit Ruccola, Flugente kann ich an dieser Stelle nennen, ohne annähernd vollständig zu sein. Dazu gab es Sekt, Champagner und englischen Sparkling wine. Als jemand, der kein Schaumweinfreund ist, suchte ich erst gar nicht nach einer Lösung um den Konflikt Fingerfood in der einen Hand, Champagnerglas in der anderen und Notizbuch + Kugelschreiber am Körper aufzulösen, sondern verzichtete auf Notizen.
Für Freunde des Schaumweins wäre dieser Auftakt bereits ein Fest an sich gewesen ebenso wie für mich das grandiose Fingerfood, bei dem sich auch der Service als sehr zuvorkommend erwies.
Als Schaumweine wurden serviert:
Ein Rosésekt von Schloß Sommershausen
Der Camelford Brut Rosé aus England
Ein Jahrgangschampagner von Nicolas Feuilatte
Ein 2000er Jahrgangschampagner von Drappier, der selbst mich mit seiner Kraft und der Struktur seiner Kohlensäure beeindruckte
Ein 89er Heidsieck Monopole Diamant Bleu
Einen 90er Jahrgangschampagner habe ich jetzt m.E. unterschlagen, aber ich habe mit meinen Notizen ja auch erst danach begonnen.

Das mit Hummer „Thermidor“ gratinierten Seeteufelfilet, das von Kopfsalatherzen in Champagnervinaigrette begleitet wurde, schmeckte grandios. Dazu gab es die ersten Weißweine des Abends.

Königbacher Idig Riesling Großes Gewächs 2005, Pfalz, Weingut Christmann
N: Aprikose, grasig, etwas Bortrytis
M: starke Kraft, gute Dichte, feine leichte Mineralik, sehr gute Länge 90 CP

Les Plantières de Haut Brion 2004, Bordeaux – Pessac Leognan
N: floral, würzig, erdig, Feuerstein
M: cremig, Karamell, würzig 89 CP

Als zweiten Gang gab es gebratene Jakobsmuschel mit Sesam auf Wakamealgen und Zitronengrasschaum. Wakamealgen hatte ich bisher noch nicht gegessen, doch dieses scharfe Gemüse stellt ein echtes Geschmackserlebnis dar. Die Jakobsmuscheln sowieso.
Auch für dieses maritime Essen gab es eine weiße Begleitung.

Meursault Clos de la Barre 2002, Burgund, Comtes Lafon
N: Toast, würzig, steinig, Honig
M: würzig, intensive Mineralik, ordentliche Dichte, gute Länge 91 CP

Laville Haut Brion 1990, Bordeaux – Pessac Leognan
N: viel Holz, rauchig, Leder
M: starke Dichte, Würze, etwas aufdringlich, sehr stark vom Holz geprägt, nicht meine Art Wein 86 CP

Der dritte Gang war eine Steinpilzconsommé mit Perlhuhnbrust und Wachtelspiegelei. Die logische Kombination zu den Steinpilzen schienen rote Burgunder zu sein, doch letztendlich trennten wir diesmal Essen und Wein, so daß diese nicht miteinander kombiniert wurden.

Chambertin Grand Cru 1999, Burgund, Rossignol-Trapet
N: sehr feine Waldbeere
M: sehr dicht, schöne Frucht, zunächst leicht alkoholisch, gewann mit Luft mehr und mehr Substanz, 92 CP

Corton Crancé 1993, Burgund, Louis Latour
N: Waldbeeren, pilzig, erdig, würzig
M: sehr fruchtig, feine Würze, rund, erdig 90 CP

Pommard 1979, Burgund, Jaboulet Vereherre
N: Tomaten, Himbeere
M: Maggi, recht leicht, feine Würze 87 CP

Obwohl wir bereits erlesenste Speisen und Tropfen verkostet hatten, waren wir noch weit davon entfernt genug zu haben. So bekamen wir nun als vierten Gang die gebratene Gänsestopfleber auf Kartoffelpüree mit Portweinschalotten und Honigäpfeln. Der Klassiker der Weinempfehlung zu Foie Gras ist ein Sauternes und diesen gab es dann gleich zweimal. Björn erwies sich dabei als Meister des Unterstatements – war sein schlicht mit Sauternes angekündigter Wein doch in Wirklichkeit

der Chateau d’Yquem 1990, Bordeaux – Sauternes
N: starke Bortrytisprägung
M: rund, schöne Dichte, aber gleichzeitig erstaunlich leicht, filigran 94 CP

La Tour Blanche 1990, Bordeaux – Sauternes
N: Nüsse, kandierte Früchte
M: dicht, würzig, intensiv, kräftig, 93 CP

Für mich als Freund des Süßweins waren diese beiden Tropfen echte Highlights, deren Anblick in tiefer Bernsteinfarbe alleine schon das Herz höher schlagen lässt.

Wer glaubt, daß wir mit diesen Süßweinen am Ende waren, der weiß nicht wozu 10 Weinfreunde fähig sind. Und da der Chefkoch Michael Kötterl von Schloß Hohenstein mit uns tafelte war bei vier Gängen natürlich noch nicht Schluß. Das Cassissorbet, das es als 5. Gang gab, wurde höchst originell in einer Schale aus Eis transportiert. Diskussionen über die Wiederverwenbarkeit dieses Geschirrs wurden vom Gastgeber mit einem Hinweis darauf beantwortet, dass der im Sorbet steckende Löffel ein Lolli sei. Begeisterung rief auch die Knallbrause hervor, die auf das Sorbet gestreut war. Diese kreative Kombination brachte eine deutliche Verjüngung in die Weinrunde, da man sich unweigerlich in seine infantile Phase zurückversetzt fühlte. Und es gab tatsächlich auch einen Wein dazu…

Heitz 1979, Kallifornien – Napa Valley
N: Cassis, Leder
M: Maggi, würzig, hat die besten Tage hinter sich 86 CP

Durch das Sorbet mit frischer Energie versorgt, hatten wir genug Kraft geschöpft, um mit dem 6. Gang den vermeintlichen Hauptgang anzugehen, einen Lammrücken im Dijonsenf-Knusperkrüstchen mit Bohnen-Pilzragout und Ahornjus. Wieder eine sehr herrliche Assemblage, einerseits höchst klassisch andererseits mit dem Ahornjus innovativ. Als Weine gab es dazu eine Cos-Vertikale der Jahre 79, 95 und 98.

Cos d’Estournel 1998, Bordeaux St-Estephe
N: Cassis, Pfeffer
M: Bitterschokolade, würzig, nicht stimmig 86 CP

Cos d’Estournel 1995
N: Nelken, würzig
M: ausgezehrt, zugleich fleischig 85 CP

Cos d’Estournel 1979
N: Cassis, Hagebutte
M: feine Würze, schöne Tannine, erdig 90 CP

Nachdem die Cos-Vertikale doch eher enttäuschend war, blieb die Frage nach den Konsequenzen. Nie wieder Cos? Cos mindestens 30 Jahre liegen lassen? Im Nachgang tendiere ich eher zu der ersten Möglichkeit, denn auch der 79 wurde mit der Luft eher schlechter als besser.
Da jeder Weinfreund mindestens 3 Flaschen Wein oder Champagner mitgebracht hatte, gab es aber noch mehr als genug Wein für uns, so daß wir eine Zwischenverkostung einlegten. Zunächst traten zwei große Rotweine gegeneinander, wobei der 94er Mouton Rothschild krankheitsbedingt mit einem leichten Korkschmecker keine Konkurrenz war. Aber es gab ja noch:
Ausonne 1982, Bordeaux Pomerol
N: Heidelbeere, Pfeffer
M: Schokolade, fleischig, würzig, sehr gute Dichte 93 CP

Nach diesem Aufeinandertreffen der Giganten, bei dem der eine leider einen schlechten Korken erwischte, kam nun eine von Artur mitgebrachte 95er Horizontale hochklassiger Pomerol.

Vieux Chateau Certan 1995, Bordeaux – Pomerol
N: Cassis, Leder, Kartoffeln
M: würzig, erdig, Schokolade 89 CP

Chateau Clinet 1995, Bordeaux – Pomerol
N: Heidelbeere, Veilchen
M: kräftig, dicht, würzig, erdig, mineralisch 91 CP

Certan de Mey 1995, Bordeaux – Pomerol
N: Cassis, erdig, marmeladig
M: Schokolade, dicht 90 CP

La Conseillante 1995, Bordeaux – Pomerol
N: Brombeere, Schokolade
M: Schoko, würzig, erdig, kräftige Tannine, hervorragende Länge 91 CP

Anschließend wurden meine Notizen spärlicher. Daß es als 7. Gang eine Dessertvariation gab und abschließend auch noch eine Käseplatte freigegeben wurde, zu der es einen 81er Chateau d’Yquem möchte ich nicht verschweigen. Der mit dem Yquem konkurrierende Muskateller Eiswein von Bründlmayer schaffte zwar noch einen Eintrag in mein Notizbuch, der allerdings unvollständig blieb. Erwähnen kann ich noch

Tertre du Rotebouef 1989, Bordeaux – Saint Emilion Grand Cru
N: Paprika, Cassis, erdig
M: sehr fein, rund, kräftige Tannine, sehr gute Länge 92 CP

Ein fantastisches Treffen, für das ich Max vom Herzen danke. Es war, wie bei ihm nicht anders zu erwarten, perfekt organisiert. Ein besonderer Dank geht natürlich auch an unsere Gastgeben.
Ich hatte sehr viel Spaß, mit allen über Wein, Essen und die Welt zu philosophieren, und ich habe meinen ersten englischen Wein gekostet. Mit der Möglichkeit einen Chateau d’Yquem zu trinken, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Eine solch geballte Sammlung gereifter Weine durfte ich noch nicht verkosten. Am Ende war ich dann auch ziemlich erschlagen und muß das gestehen, was ich natürlich nicht gestehen will. Es war fast schon zu viel des Weins. Ich habe denn auch die schlimme Befürchtung, den einzelnen Weinen nicht die Aufmerksamkeit gespendet zu haben, die sie verdient gehabt hätten und zu erleben, wie sie sich im Laufe eines Abends verändern. Da es aber nie zu viel guten Wein geben kann, ziehe ich diesen Gedanken sofort zurück und denke an den 90er d’Yquem, den 99er Chambertin Grand Cru und den 82er Ausonne, an Jakobsmuscheln mit Wakamealgen, an unendliche Mengen Fingerfood und an Knallbrause auf Cassissorbet.

Manolos

Das rhythmische Absatzklacken
der edel beschuhten Hacken
läßt meinen Mund nicht geifernd schäumen
doch auch gezähmt tu ich ein wenig träumen

Energisch stellen sich mir die Haare in den Nacken
Nie wollt ich so ein Konzert versäumen
Ich vermag es kaum mich aufzubäumen
und interessiere mich auch nicht für ihre Macken

Wer glaubt er könnte diesen Stiefeln widerstehn
der hörte sie noch niemals gehn
Jedes Mal wenn sie auf den Boden prallen

bin ich ihnen ein wenig mehr verfallen
Wär ich doch blind und müßt nicht sehn
wessen Schuh hier durch die Gegend hallen