Woran denkst Du gerade?

Wer weiß, wie viele Männer schon von dieser scheinbar harmlosen Frage aus der Fassung gebracht und zu einem lakonischen „Nichts.“ gezwungen wurden? Die lieben Frauen, die diese Frage wahrscheinlich wirklich ohne böse Absicht gestellt haben, schwanken aufgrund dieser Antwort ja zwischen zwei zweifelslos deprimierenden Interpretationen. Entweder sie beschäftigen sich gerade mit einem grenzdebilen Volltrottel, der nicht denkt, oder sie werden gerade angelogen, und welchen Grund außer Untreue könnte der Mann haben sie anzulügen.

Die erste Interpretation ist selbstverständlich in den allermeisten Fällen falsch, und schlimmer noch sie ist auch falsch gedacht. Würde der Mann es tatsächlich schaffen, an Nichts zu denken, sollte die Frau ihn eher aufgrund seiner Weisheit und seiner Fähigkeit zur Spontanmeditation bewundern, was auch wirklich bewundernswert wäre, gelingt ihm dies doch neben einer aus vielerlei Gründen ablenkenden Frau. Aber natürlich trifft auch dies in den allermeisten Fällen nicht zu. Vielmehr ist die zweite Interpretation in den allermeisten Fällen richtig, aber…

Aber, und dies erfordert einfach einen neuen Satz, damit das aber großgeschrieben werden kann, der daraus gezogene Schluß ist in den meisten Fällen falsch. Untreue Gedanken durchlaufen das Männerhirn meist nicht in Anwesenheit der eigenen Frau. Wozu auch? Um kurz in die Anthropologie abzuschweifen, die Garantie zur Fortpflanzung hat der Mann ja gerade an seiner Seite, es besteht also in diesem Moment kein akuter Bedarf  einer anderen Frau nachzujagen.

Der Grund, wieso der Mann ein ausweichendes „Nichts.“ hervorlügt, ist vielmehr der, daß die Gedanken, die in diesem Moment durch seinen Schädel huschen zu peinlich sind, um sie auszusprechen und schon gar nicht vor einer Frau. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht eine selbstverständlich unvollständige und beliebig erweiterbare Liste zu beginnen, damit bei Euch, liebe Frauen, bei dem nächsten „Nichts.“ nicht die Alarmglocken schrillen.

– Ob Schumi morgen in Japan gewinnt?
– Wie krieg ich den Chef davon überzeugt, die Abmahnung zurückzunehmen?
– Ob sie es merkt, wenn ich heute um drei aufstehe, um mir das Rennen anzusehen?
– Wovon soll ich eigentlich die nächste Miete zahlen?
– Sollte ich sie doch fragen, ob sie auf Analsex steht?
– Wie schaffe ich es, daß ich um drei aufwache, ohne den Wecker zu stellen?
– Was kann ich dagegen tun, daß ich am Montag wieder im Büro einschlafe?
– Vielleicht könnte ich ihr nachher ein Schlafmittel in den Drink mischen…
– Eigentlich darf ich mich nur nicht wieder vom Chef beim Schlafen erwischen lassen…
– Sie guckt schon wieder so komisch…
– War es wirklich klug von Schumi zurückzukehren?
– Und wie krieg ich sie jetzt ins Bett?
– Dieser elende Manfred hat tatsächlich ein Bier mehr als ich getrunken.
– Das Auto gefällt mir.
– Hoffentlich fliegen die Bayern nachher raus. Dann können wir anstoßen.
– Ob ich mir die Beförderung vermasselt habe?
– …

Wie Ihr seht, liebe Frauen, alles kein Grund, sich irgendwelche Sorgen zu machen. Euer Mann ist zwar peinlich, aber zum Glück weiß er das sogar manchmal und hält lieber sein Maul.

Liebe Männer, nicht alle Frauen werden diesen Beitrag lesen! Und es besteht die Gefahr, daß gerade Eure Frau eine ist, die diesen Beitrag nicht gelesen hat und nach Eurem „Nichts.“ sich lauter unnötige oder berechtigte Sorgen macht und am nächsten Tag einen Privatdetektiv auf Euch ansetzt. Wenn Ihr das nicht wollt, solltet Ihr Euch ein paar Alternativantworten überlegen. Selbstverständlich kommen die aus der obigen Liste nicht in Frage, aber vielleicht:

– An dich Schatz. Ich denke immer an dich. /*Achtung diese Antwort ist gefährlich, sie fordert ein „Woran genau?“ geradezu heraus. Also gut eine Ergänzung überlegen, z.B. */
– Das Kleid/die Bluse/ die Jacke/ die Frisur steht dir besonders gut.
– An die Arbeit. /*Achtung auch diese Antwort erfordert eine Ergänzung, z.B. */
– Kollege Schmitt/Meier/Müller ist wirklich ein Arsch.
– Der Wein vorhin war wirklich gut. Was war das doch gleich für einer?
– Das Essen hat herrlich geschmeckt. Besonders die zerkochten Nudeln hast du gut hingekriegt.
– Ist deine Schwester eigentlich wieder schwanger? Ich finde sie hat (ganz schön) zugelegt.
– Ich mache mir Sorgen um Marc-Kevin. Meinst du, er ist schwul?
– Ich denke einfach nur was für ein herrlicher Abend das ist.
– Ich denke, wie schön es ist, daß wir mal wieder zu zweit sind.
Für besonders Wagemutige:
– Ich glaube, deine Mutter mag mich nicht /*Achtung, diese Antwort ist mit sehr hoher Streitwahrscheinlichkeit verbunden*/
– Die Kleine da vorne hat einen süßen Arsch /*Manche Frauen belohnen einem ja solche Ehrlichkeit, auch wenn sie gelogen ist*/
– Ich überlege mir heut Nacht das Formel 1 Rennen anzuschaun.

Falls jetzt jemand unter Euch ist, der berechtigte Gewissensbisse hat, seine Frau oder Freundin anzulügen, möchte ich diesen daran erinnern, daß auch das „Nichts.“ eine Lüge war, um den tatsächlichen Gedanken aus Liste 1 auszuweichen. Nichts anderes ist das Ausweichmanöver mit den Antworten aus Liste 2, nur daß die Frau weniger beunruhigt oder verärgert über diese Lüge ist als über das „Nichts.“.

Liebe Frauen. Wahrscheinlich habt Ihr schon längst vor diesem Beitrag gemerkt, daß das „Nichts.“ nichts Schlimmes bedeutet, und Ihr Euch dann beruhigt zurücklehnen könnt. Vielleicht ist es aber eine noch bessere Alternative auf das „Woran denkst Du gerade?“zu verzichten. Ich verstehe natürlich, daß ihr die Aussicht auf ewige Stille nicht berauschend empfindet, und stelle Euch gerne einige alternative Fragen, mit denen Ihr Euren Mann weniger zu einem gesprächsabwürgenden „Nichts“ zwingt:

– Wie läufts eigentlich bei der Arbeit?
– Bist du nicht auch stolz darauf, wie schön Marc-Kevin malt?
– Gefällt dir das Kleid/die Bluse/die Jacke?
– Tut mir leid, daß das Formel 1 Rennen heute Nacht so spät läuft.
– Hat der Wein nicht toll geschmeckt? Was war das doch gleich noch für einer?
– Ist der Abend nicht herrlich?
– Hoffentlich fliegen die Bayern nachher raus. Dann können wir anstoßen.
– Ist es nicht schön, daß wir endlich mal wieder zu zweit sind?
– Was war denn das für ein Brief von deiner Firma?
– War es wirklich klug von Schumi zurückzukehren?

Auf Titel verschwend ich keinen Gedanken

Die Sonne erwärmt dein geschlossenes Augenlicht
Der Wind streicht dein ruhendes Gesicht
Vögel zwitschern durch die Stille
und irgendwo zirpt eine Grille

Die Gedanken hören auf zu kreisen
oder dich in eine Richtung zu weisen
Sie haben sich zur Ruhe gelegt
damit sich in dir nichts bewegt

So wird dir innerer Frieden
in diesem Augenblick beschieden
Du mußt dafür nichts weiter tun
als in dir selbst zu ruhn

Selten tut dies vollständig gelingen
weil dich Ablenkungen bezwingen
Deswegen solltest du den Moment genießen
bevor wieder neue Gedanken durch dich fließen

Wellness oder Wohlfühlen

Wellness ist ein modernes Wort
es steht für den Rückzug in ein Hort
Wohlfühlen könnte man auch sagen
doch dann beginnt man das Ziel zu hinterfragen

Schwitzen ohne den Zwang zum Sport
Peeling wär das Abschichten von Lagen
Das Marketing wischt die Begriffe fort
denen fehlt die Kraft zum Durchschlagen

Hauptsache man tut sich dabei wohlfühlen
wenn es der Hitze gelingt das Gemüt zu kühlen
und Schweißtropfen über den Körper marschieren

Wenn man Glück hat tut es dann passieren
daß wenn fremde Hände das Fleisch durchwühlen
sie auch die Seele wohltuend massieren

Rhodter Rosengarten Muskateller 2007

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Die erste Nase hat einen sehr intensiven Geruch nach Rosen sowie etwas weniger stark Lychee und Trauben. Die zweite Nase ist fast etwas weniger intensiv. Hier wird das Rosenaroma von Muskatnuß begleitet.

Am Gaumen liefert der Wein ein uneinheitliches Bild. Der Wein wirkt etwas cremig, was durch seine milde Natur und fruchtige Noten unterstützt wird. Dagegen spielen aber auch würzige Noten, die an Muskatnuß erinnern mit. Dieser Eindruck wird von einer leichten Mineralik gefördert. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Der Wein ist insgesamt etwas unspektakulär. Dies ist aber keineswegs negativ zu sehen. Muskateller neigen oft dazu etwas ruppig und unrund zu schmecken. Das ist hier nicht der Fall. Stattdessen wirkt er erstaunlich vielschichtig und dabei nicht unharmonisch. Im Geruch ist er zum Glück so schön, wie es für Muskateller typisch ist. Sicher kein großer Wein, aber doch ein sehr guter. Die eindrücke meiner letzten Verkostung finden sich also bestätigt.

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Rosengarten
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Muskateller
Erzeuger. Christian Heußler
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 11,5%

Niederhäuser Hermannshöhle Riesling 2003

Der Wein ist glanzhell mit leicht grünem Einschlag. Es zeigen sich leichte Perlen an seiner Oberfläche. Die erste Nase ist mäßig intensiv. Sie duftet nach Reineclauden. Die zweite Nase duftet intensiv nach Mirabellen und Orangen.

Auch am Gaumen ist der Wein sehr fruchtig. Dazu kommt eine gute Dichte, die den Wein sehr vollmundig und kräftig erscheinen läßt.

Ein sehr schöner Wein, der viel Spaß bereitet. Zum Kompott oder zum Rhabarberkuchen.

Diesen Wein habe ich als Einstimmung aus dem heimischen Keller getrunken, bevor ich einen Kurzurlaub an die Nahe machte. Von diesem werde ich in den kommenden Tagen noch einige Eindrücke beschreiben.

Herkunft: Deutschland – Nahe – Niederhäuser Rosenberg
Jahrgang: 2003 (an der Nahe anders als im Rest D gut)
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Weingut Mathern
Ausbau: Spätlese restsüß
Alkohol: 9%

Karwoche

All die schlimmen Sachen
ließ er mich für sich machen
Trotzdem erschien ich ihm als unschuldiger Engel
Zu spät erst wurde aus mir ein ungezogner Bengel

Er trieb sein priesterliches Gestängel
tief in meinen kindlichen Rachen
Da half mir auch kein Gequängel
Aus dem Albtraum gab es kein Erwachen

Mich zu offenbaren tat ich mich nicht wagen
wußte auch nicht wen ich konnte fragen
Es wär als tät ich ihn verpetzen

Irgendwann tat er mich dann versetzen
und ich wills auch noch heut nicht sagen
Das tat mich am meisten verletzen
Aus dem Albtraum gab es kein Erwachen

Mysotis 2008

Wieder mal ein kleines Jubiläum auf KeinAlkoholistauchkeineLoesung. Ich schreibe die 100. Verkostungsnotiz. Damit das Jubiläum nicht ganz untergeht, gibt es zum Jubiläum auch eine Premiere auf KeinAlkoholistauchkeineLoesung – die erste Verkostung eines Rosés. Ich könnte jetzt lange schwafeln über die Ausbaumethoden eines Rosés, daß für einen Rosé üblicherweise nicht Rot und Weißwein zusammengemischt werden… Aber meines Erachtens ist Rosé mehr als jeder andere Wein vor allem dazu da, getrunken zu werden. Ob dieser den Eindruck bestätigt?

Der Wein ist sehr hell. Die Farbe pendelt zwischen Orangerot und lachsfarben. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt. Zunächst duftet der Wein sehr verhalten mit fruchtigen Anklängen. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität deutlich zu. Sie duftet nach Himbeere und Lakritz. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Ein sehr ungewöhnlicher Rosé. Es ist eben kein ganz leichter Wein. Leicht bitter würzige Töne geben dem Wein zusätzliche Kontur, während die Frucht auch ohne Säure für Frische sorgt. Der Nachhall zeigt eine sehr gute Länge, für die vor allem die Gärkohlensäure sorgt.

Bei Rosé denke ich wie die meisten anderen auch an Sommerwein. Dieser erscheint mir fast zu kräftig für den Sommer. Aber als wein beim Grillen schafft er auch ein Lammsteak. Durchaus schön zu trinken, aber ein Rosé-Fan wird aus mir deswegen noch lange nicht.

Herkunft: Italien – Abruzzen
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Montepulciano
Erzeuger: Zaccagnini
Ausbau: DOC
Alkohol: 13%

Mosel Terrassen Riesling 2007

Der Wein besitzt ein glanzhelle Farbe mit leicht grünem Einschlag. Anfangs durftet der Wein sehr verhalten, so daß sich Limonenaromen ebenso wie steinige Akzente nur erahnen lassen. Die Luftzufuhr erhöht die Intensität des Weins deutlich. Es sind jetzt insbesondere pflanzliche Aromen und Gemüsedüfte sowie erdige Anklänge, die im Bukett vorkommen.

Der Wein ist sehr saftig. Zitrus- und Pfirsichnoten nehmen die fruchtige Seite des Weins wahr. Eine eigenständige erdige Note wirkt etwas verstörend, weil sie nicht so ganz zum eher schlanken Körper des Wein paßt. Der Nachhall scheint zunächst eher kurz, doch dann setzt mit etwas Verzögerung eine leichte Mineralik ein. Die Säure ist durchaus präsent und spielt gut mit der Frucht zusammen.

Ein eher rustikaler Tropfen, auch wenn er nicht mit Kraft protzt. Insgesamt eher einfach, aber dennoch schön zu trinken. Ein schöner Begleiter für eine Brotzeit. Bei der letzten Verkostung gefiel er mir tendenziell etwas besser.

Herkunft: Deutschland – Mosel – Mehringer Blattenberg
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Eugen Philippi
Ausbau: Spätlese trocken
Alkohol: 10,5%

Rugaro Offida Pecorino 2008

Der Wein hat eine goldgelbe Farbe. Bereits die erste Nase ist recht intensiv. Sie duftet nach Apfel und pflanzlichen Noten. Der Gedanke an Käsegeruch kommt dann wohl doch eher vom Namen. Die zweite Nase ist weniger intensiv und duftet blumig.

Am Gaumen zeigt sich eine deutliche Birnennote. Der Wein besitzt mittelschwerern Körper und ist leicht cremig. Der Nachhall besitzt eine gute Länge mit mineralischen Noten.

Braucht es diese Art Wein? Während ich mich dies frage, denke ich sofort an Risotto. Zu einem Safranrisotto erscheint mir der Wein äußerst gut geeignet. Allein zum Trinken ist dies nicht meine Art Wein, aber er ist zweifellos ein guter Speisebegleter. Vielleicht auch zu dem gleichnamigen Käse?

Herkunft: Italien – Marken – Ascoli
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Pecorino
Erzeuger: Colli Ripani
Ausbau: DOC
Alkohol: 13,5%

Lacrima di Morro d’Alba 2007

Rubinrot ist die Farbe des Weins. Die Farbtiefe ist gut ausgeprägt. Zum Rand hin geht der Wein in ein Kirschrot über. Die erste Nase duftet ziemlich intensiv. Viele fruchtige Elemente kommen hier vor. Rote Johannisbeeren, Kirsche und Marzipan stecken auch in der sehr intensiven zweiten Nase. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Am Gaumen ist der Weine weniger fruchtgeprägt. Hier zeigt er viel dunkle Schokolade. Die Tannine sind sehr präsent. Dazu kommen Kirschen. Der Nachhall besitzt eine sehr gute Länge. Hier kommen mineralische Noten ins Spiel. Er hat einen mittelschweren bis schweren Körper.

Ein sehr interessanter, ungewöhnlicher Wein. Solche eigenwilligen, individuellen Weine sind es, nach denen man als Weintrinker sucht, auch wenn es schwer fällt, die Besonderheit des Weins  in Worte zu fassen.

Herkunft: Italien – Marken – Ancona
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Lacrima di Morro
Erzeuger: Luigi Giusti
Ausbau: DOC
Alkohol: 13%