Archive for the ‘Deutschland’ Category

Birkweiler Rosenberg Sauvignon Blanc 2009

Mittwoch, August 25th, 2010

unterwegs verkostet:

Nase: grüne Noten, Apfel, Vanille
Mund: starke Säure, leichte Würze, mittelschwerer Körper, gute Länge, Gärkohlensäure, frisch, Apfel

sehr netter Wein, easy drinking, nicht unbedingt Sauvignon typisch, zum grünen Salat mit Räucherlachs in Joghurtsauce

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Birkweiler Rosenberg
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Sauvignon Blanc
Erzeuger: Siener Dr. Wettstein (nicht zu verwechseln mit Siener)
Ausbau:QbA trocken

Kraut Wine Riesling 2008

Dienstag, August 24th, 2010

tesch_krautwine_2008.jpg

Der nächste Wein, den ich wegen dem Etikett gekauft habe. Das Weingut Tesch widmet diesen Wein der Roten Gourmet Fraktion. So ganz erschließt sich mir der Zusammenhang zum Wein nicht, aber das Weingut ist für seine unkonventionale Namensgebung bekannt. Schon lange gibt es den „Riesling unplugged“ quasi Riesling pur, wenn man so will. Der „Deep Blue“ soll an die Urzeitmeere erinnern, von denen die Böden des Weinbergs geprägt sind. Vielleicht ist das der Brückenschlag zum „Kraut Wine“, der sich auf die Ernährung an Bord deutscher Seefahrer bezieht. Letztendlich kann man Etiketten natürlich nicht trinken, aber ich finde es durchaus schön, wenn sie zum Schmunzeln anregen.

tesch_krautwine_ruckseite.jpg

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit gelbem Einschlag. Einige Perlen zeigen sich am Glasrand. Die erste Nase ist durchaus intensiv und duftet nach Kräutern. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Neben Kräutern duftet der Wein nach Tabak.

Der Wein besitzt viel Frucht, ohne dabei süß zu wirken. Ich schmecke Birne, Graipefruit und Pfirsich heraus. Er wirkt ziemlich saftig und verfügt über eine gute Dichte. Dazu ist er sehr würzig und leicht bitter.

Ein sehr schöner, charaktervoller Wein, der erstklassig gemacht ist. Ein unkompliziertes und doch zugleich hochwertiges Trinkvergnügen. Zum Kassler in Senfsauce – mit Sauerkraut…

Herkunft: Deutschland – Nahe
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Weingut Tesch
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 12,0%

Playboy Red Wine 2008

Montag, August 23rd, 2010

playboy_redwine_2008.jpg

Playboy ist unter die Weinproduzenten gegangen. Genauer gesagt produziert die große Kellerei Peter Mertes einen Wein, der mit dem Logo und Namen des Häschenblatts produziert wird. Den Wein gab es zum Einführungspreis von 2,99€  im Supermarkt. Bei Einführung und Playboy denke ich natürlich eigentlich an andere Praktiken. Wenn der Beitrag schon so anfängt, frage ich mich wie tief ich heute noch im Niveau sinken will. Besser ich widme mich dem Wein.

Der Wein hat eine helle kirschrote Farbe. Die Farbtiefe ist mäßig ausgeprägt und geht in ein Purpurrot über. Anfangs duftet der Wein nach Brombeeren, Cassis und Brotrinde. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Cassis, Paprika und Pfeffer kommen im Bukett vor. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Nachdem die Nase ja sehr ordentlich war, wirkt der Geschmack doch eher enttäuschend. Der Wein besitzt einen mittelschweren Körper. Eine leichte Säure paßt nicht gut zum bitteren Grundton. Auch die Frucht wird von den Tanninen, die einen merkwürdigen Gummicharakter haben, konterkariert. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Nach dem Riechen dachte ich, daß man hier tatsächlich Wert auf einen sehr ordentlichen Wein gelegt hat, doch ich muß gestehen, daß mir der Wein nicht gefällt. Profiköche sagen ja, daß man zum Kochen nur gute Weine nehmen soll, dennoch ist es der erste Verwendungszweck, der mir zum Wein einfällt.

Bei diesem Wein komme ich natürlich nicht umhin, noch einmal auf das Etikett einzugehen. Ich finde es ja erstaunlich, wie sehr sich Kleidung und weitere Accessoires mit dem Hasenlogo verkaufen. Interessanterweise sind die Käufer primär Frauen. Vielleicht ist das auch die Schnittmenge, in der dieser Wein einschlagen will, weil wohl vor allem Frauen die Käufer von Weinen im Supermarkt sind. Doch es wäre für den Playboy ein Einfaches, eine ganze Kollektion an Weinen an den Markt zu bringen mit dem Konterfei der Playmates des Monats. Männer würden sich um diese Flaschen reißen, und jeder Jahrgang hätte ein individuelles Bild. Mouton Rothschild würde vor Neid erblassen. Etiketten von Miro, Chagall, Warhol oder Picasso kann ja jeder entwerfen lassen, aber die Playmates hat nur der Playboy. Die Qualität des Weins wäre auch beinahe egal. Die Männer würden die Flaschen auch so sammeln. Aber das ist nur meine einfache Meinung.

Herkunft: Deutschland – Pfalz
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Cabernet Sauvignon
Erzeuger: Peter Mertes
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 13,0%

Auf der Mauer Riesling 2009

Sonntag, August 22nd, 2010

bassermann_aufdermauer_2009.jpg

Die Farbe des Weins liegt zwischen glanzhell und strohgelb. Anfangs duftet er mäßig intensiv nach Zitrusaromen. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität deutlich zu und wird vielschichtig. Etwas Vanile, eine feine Würze sowie Zitrusaromen und nasser Stein bestimmen jetzt das Bukett.

Auch am Gaumen nutzt der Wein den gesamten Raum des Spielfelds. Der Wein besitzt eine gute Dichte, die durch seine Saftigkeit noch unterstützt wird. Das Ganze spielt mit einer feiner Mineralik zusammen, so daß eine schöne Mischung aus Opulenz und Filigranität entsteht. Daneben kommt eine feine Würze ins Spiel. Das alles verbindet sich zu einer exzellenten Harmonie.

Vielleicht ist das noch kein großer Wein, aber viel fehlt nicht dazu. Man soll bei einem solchen Wein aber nicht nach dem suchen, war vielleicht noch zur Perfektion fehlt, sondern sich an dem freuen, was er ins Glas stellt. Und das ist wahnsinnig viel. Ein zurecht gehypter Wein, der außerordentlich gut gemacht ist und einen Riesenspaß macht. Es mag erstaunen, wenn ich einen sohervorragenden Wein zu einem eher einfachen Essen wie Matjessalat empfehle, aber ich glaube das könnte passen.

Herkunft: Deutschland – Pfalz
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Bassermann-Jordan
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 13,0%

Unterwegs verkostet

Samstag, August 21st, 2010

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Maikammer Heiligenberg
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Faubel
Ausbau: Kabinett trocken

Der Wein hat einen intensiven Pfirsichduft, der von leichten Zitrusnoten begleitet wird.
Am Gaumen wartet er mit einer knackigen Säure auf, die aber akzeptabel ist, da er zugleich über viel Frucht verfügt. Gärkohlensäure läßt ihn etwas prickeln. Dazu kommt ein würziger Abgang, der eine gute Länge besitzt.
Das ist ein rustikaler Wein, der als Sommerwein herrlich einsetzbar ist. Auch durch die Säure lassen sich viele Einsatzmöglichkeiten ausdenken, etwa zu Käsespätzle oder zur Vesper.

Herkunft: Deutschland – Pfalz
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Scheurebe
Erzeuger: Pfeffingen
Ausbau: Spätlese trocken

Der Wein duftet nach nassem Stein und sehr würzig.
Am Gaumen zeigt er sich sehr vollmundig mit einem kräftigen Körper. Er besitzt viel Frucht und eine leichte Muskatnote. Eine feine Herbe kann nicht als feinherb bezeichnet werden, weil der Begriff dermaßen mißbraucht wurde und dies durchaus ein trockener Wein ist. Es ist nur eine leichte Säure vernehmbar. Er besitzt eine ordentliche Länge.
Das ist sicherlich der feinere der beiden Weine, auch wenn der einfache Riesling vielleicht sogar noch mehr Spaß machen kann. Diese sehr gute Spätlese könnte ich mir zu gebratenen Scampi vorstellen.

Ungsteiner Weilberg Riesling 2007

Donnerstag, August 19th, 2010

pfeffingen_gg_weilberg_2007.jpg

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Einige winzige Perlen zeigen sich an seiner Oberfläche. Die erste Nase wechselt merkwürdig zwischen intensiv und verhalten. Ausdrucksvolle Tabak- und Kräuternoten kommen, verlieren sich aber auch schnell in der Nase. Die zweite Nase ist intensiv und von kräftigen Noten geprägt. Tabak, Mineralik und etwas Graipefruit sind zu erkennen.

Geschmacklich fällt vor allem auf, wie schwer und dicht der Wein wirkt. In dem schweren Körper gehen die diffizilen Geschmackskomponenten fast etwas unter. Die kräftige Würze kann bestehen, aber die leichte Säure läßt sich nur schwer identifizieren. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Ich muß gestehen, es fällt mir schwer, die Größe dieses Gewächses zu erkennen. Der Geruch ist toll und wirkt sehr erforschenswert, aber der Geschmack bietet abseits der Kraft eher ein Bild der Beliebigkeit um es bösartig zu übertreiben. Auf jeden Fall ein sehr guter Wein, aber eigentlich zu wenig für ein großes Gewächs. Zum gegrillten Längsfisch.

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Ungsteiner Weilberg
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Weingut Pfeffingen
Ausbau: Qba trocken – Großes Gewächs
Alkohol: 13,5%

Westhofener Kirchspiel Gewürztraminer 2007

Dienstag, August 17th, 2010

gewurztraminer_hirschhof_2007.jpg

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Ein paar kleine Trubperlen lösen sich sehr schnell auf. Die erste Nase ist intensiv. Prägend ist vor allem eine Lycheenote. Daneben kommen ein Rosenaroma und eine leichte Würze ins Spiel. Die zweite Nase gewinnt zusätzlich an Intensität. Neben Lychee rieche ich jetzt auch Ananas.

Am Gaumen fällt insbesondere eine deutliche Bitternis auf. Er hat einen mittelschweren Körper. Frucht und Säure sind eher zurückhaltend. Dafür wirkt der Wein sehr würzig. Der Nachhall besitzt eine sehr gute Länge. Ein angenehmes Prickeln erinnert mich doch eher an Mineralik als an Kohlensäure.

Die Bitternis verleiht dem Wein etwas Medizinales. Positiv an dem Wein fallen seine Vielschichtigkeit und sein Duft auf. Aber er wirkt nicht vollständig harmonisch. Das Medizinale wirkt sogar störend. Zu einer Quiche Lorraine.

Herkunft: Deutschland – Rheinhessen – Westhofener Kirchspiel
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Gewürztraminer
Erzeuger: Weingut Hirschhof
Ausbau: Kabinett trocken
Alkohol: 12,5%

Spur der Steine

Sonntag, August 15th, 2010

Seit 2006 gibt es unter Schirmherrschaft der Gesellschaft für Rheingauer Weinkultur ein Projekt, bei dem es darum geht, die Vielfalt der hessischen Weinlagen herauszuarbeiten und dem Verbraucher die Bedeutung der unterschiedlichen Bodenformationen für den Wein nahezubringen.

Aus 5 über das ganze Rheingau verteilten Lagen mit unterschiedlichen Bodenstrukturen sowie aus dem Heppenheimer Steinkopf von der hessischen Bergstraße wurde Rieslinglesegut von der Forschungsanstalt Geisenheim unter den gleichen Bedingungen ausgebaut. Alle Weine wurden temperaturgekühlt vergoren und zu trockenen Weinen ausgebaut. So sollten die 6 Bodenformationen Quarzit, Quarzit+Schiefer, Löss, Sandlöss, Ton sowie Auensediment auf Kalkstein gut zur Geltung kommen.

Der Einfluß von Mikroklimata läßt sich dadurch zwar nicht ausgrenzen, aber dieser wird einfach mit zum Terroir gezählt. Das Projekt Terroir Hessen verkauft das Sixpack mit den verschiedenen Weinen für gerade mal 40€ und in diesem Jahr wohl leider das letzte Mal. Bei wein.pur, wo man das Sixpack wohl auch noch beziehen kann, war ich auf das Projekt aufmerksam geworden und dachte, daß sich doch daraus eine wunderbare Weinprobe organisieren ließe. Zwei Pfälzer Weine ließ ich das Bodenprofil um Rotliegendes und Granit erweitern, so daß sich ein schönes Gruppenbild ergab.

weinprobe_spur_der_steine.jpg

Neben dem sehr schön gestalteten Booklet, indem der Herausgeber Information zum Entstehen der Gesteinsformationen gab und die Bodenformationen unterschiedlichen Erdzeitaltern zuordnete, hatte ich im Vorfeld der Probe auch Informationen aus dem Weinglossar von Wein+ extrahiert, was verdeutlichte wie widersprüchlich der Einfluß der Bodenformationen in der Fachwelt gesehen wird. Von daher ist es umso wichtiger, sich ein eigenes Bild zu machen.

(1) Quarzit 2009 Lorcher Bodental-Steinberg
Die Probe begann damit am nordwestlichen Rand des Rheingaus. Laut Literatur sollten uns bei Quarzit säurearme Weine erwarten. Laut Beilage ein säurereicher, mineralischer Wein mit Graipefruit, Zitrone und Apfel.
Nase: Schwefel, faule Eier, Vanille, Stinker
Mund: kräftig, würzig, leicht salzig, mineralisch, säurearm, Vanille, rauchig
Leider nur ein sehr mäßiger Anfang

(2) Quarzit und Schiefer 2009 Rüdesheimer Drachenstein
Weiter ging es um den Rheinknick herum mit einem kurzen Abstecher in die Drosselgasse und dann den Berg hinauf. Ob der Schiefer für einen leichten eleganten Wein sorgen würde oder die Beschreibung eines blumigen, säurereichen Weins mit Maracuja, und reifen gelben Früchten zu finden sei, galt es diesmal herauszufinden.
N: Graipefruit, Schwefel (nicht so stark wie bei 1)
M: leichte Säure, mittlerer Körper, sehr würzig
Ein schwer zu beschreibender Wein. Andere fanden ihn sehr neutral. Ich fand ihn durchaus ausdrucksstark, konnte aber seine Komponenten auch nicht wirklich gut identifizieren.

(3) Löss 2009 Winkeler Hasensprung
Noch ein Stück weiter nach Osten kamen wir in die nächste Rheingauer Spitzenlage.  Die Literatur verprach einen vollmundigen eher säurearmen Wein. Das Booklet einen blumigen Wein mit verschiedenen Fruchtaromen und einer feinen Herbe.
N: Apfel, Zitrus
M: Apfel, Zitrus, Säure gut integriert und im  schönen Zusammenspiel mit der Frucht, leichte Würze
Eine deutlich andere Charakteristik als bei den vorhergegangen Weinen. Dieser Wein wirkte sehr stimmig und gefiel bis hierhin am besten

(4) Sandlöss 2009 Heppenheimer Steinkopf, Hessische Bergstraße
Jetzt machten wir einen Abstecher zu den Füßen des Odenwalds und suchten im Sand der hessischen Bergstraße nach einem eleganten säurearmen Wein, obwohl der Wein als säurereich mit filigranen Fruchtaromen angekündigt wurde.
N: sehr dezent, Vanille
M: relativ belanglos, mittelleicht, leichte Säure
Der Mann ohne Eigenschaften. Ein durchaus gut trinkbarer Wein, der bei einem spannenden Krimi aber keine Zutat liefern würde, um von dem Buch abzulenken.

(5) Ton 2009 Hattenheimer Schützenhaus
Zurück im Rheingau trafen wir auf die nächste Bodenformation. Würde es einen vollmundigen, kräftigen Wein mit guter Säure geben oder einen Wein mit komplexer Mineralität und feinem Bitterton geben?
N: blumig, Nektar
M: fruchtig, mittlere Säure, Gärkohlensäure, eher leicht, ordentliche Länge, frisch
Ein spritziger Wein für den Sommer, sehr schön zu trinken

(6) Auensediment Auf Kalk 2009 Hochheimer Hölle
Das Booklet versprach hier einen Wein mit feiner Bitternis und viel Extrakt.
N: Tabak, Vanille, blumig
M: mittelleicht, leichte Säure, leichte Frucht, sehr rund, ausgewogen, leichte Würze, Schmelz
Einstimmig der beste Wein aus der Rheingau-Kollektion. Er bestach durch seine Balance und das feine Spiel mit dem er seine Komponenten zur Geltung bringen ließ. Die Rheingauenklave am Main ging also als hessischer Sieger aus der Probe hervor.

(7) Rotliegendes 2007 Pfalz, Riesling QbA trocken, Weingut Siener
N: nasser Stein, Katzenpipi, Moos, Kräuter
M: fängt mittelleicht fruchtig an, geht in würzig, kräutrige Richtung über, mineralisches Spiel, intensiver Abgang, rauchiger Nachhall mäßiger Intensität aber mit guter Länge
Setzte für mich noch mal einen oben drauf. Mit seiner Kraft fast schon etwas extrem, aber hervorragend gelungen

(8)  Granit 2008 Rhodter Schloßberg, Pfalz, Riesling Spätlese trocken, Weingut Heußler
Die Literatur ließ mineralische und wenig säurebetonte Weine erwarten.
N: sehr dezent, nasser Stein
M: saftig, würzig, mineralisch, gute Länge, mineralischer Nachhall leicht anschwellend
Auch der zweite Pfälzer konnte sich für mich gegen die hessische Phalanx durchsetzen, blieb aber wegen des zurückhaltenden Duft minimal hinter dem Rotliegenden. Der Granit konnte ein wenig auch als Gegenentwurf gesehen werden, weil er eher eine feinere Struktur hatte.

Fazit: Es ist uns leider nur bedingt gelungen, den Einfluß der Böden auf die Weine nachzuvollziehen können. Dies erfordert wohl noch weitere intensive Studien. Zwei geschickt plazierten Pfälzern gelang es sich gegen die hessischen Weine durchzusetzen, wobei der unterschiedliche Jahrgang auch eine Rolle gespielt haben kann.

Quarzit Riesling 2009

Freitag, August 13th, 2010

kuhn_quarzit_2009.jpg

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Anfangs ist der Wein von ordentlicher Intensität. Er duftet nach Kräutern und Limonen. Auch nach dem Schwenken bleibt der kräutrige Duft erhalten. Die Intensität nimmt deutlich zu. Dazu kommt eine leichte Tabaknote.

Der Wein besitzt einen mittelschweren Körper. Die Säure ist gut integriert, aber relativ verhalten. Er hat einen rauchigen, kräftigen Charakter. Der Nachhall besitzt eine ausgezeichnete Länge. Grandios ist die prickelnde Mineralik, die sich durch den ganzen Mundraum durchzieht.

Nachdem ich es bereits in der Beschreibung an wertenden Loben nicht mangeln habe lassen, muß ich einschränkend hinzufügen, daß dies ein Wein ist, bei dem der zweite Schluck doch etwas abfällt. Was dem Wein zur Spitzenklasse fehlt, ist insbesondere die Vielschichtigkeit. Charakterstark ist er auf alle Fälle, auch wenn seine Eindringlichkeit eben nach dem Öffnen doch nachläßt. Er besitzt eine enorme Kraft. Ein sehr guter Wein, der mir gut zum gebratenen Steinbeißer mit Zitronensauce geschmeckt hat.

Herkunft: Deutschland – Rheingau
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: P. J. Kühn
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 12,0%

Nachbetrachtung Weinprobe Heußler

Mittwoch, August 11th, 2010

Die Probe der Heußler-Weine liegt ja jetzt schon eine Weile zurück, aber es ergab sich wieder die für mich positive Gelegenheit von Resten in den Flaschen, die ich wie schon nach der Veneto-Probe über einen längeren Zeitraum nachverkosten konnte.
heusslerweine.jpg
Bevor ich zuu den Verkostungsnotizen komme, stelle ich voran, daß ich den Literwein nicht in die Langzeitbetrachtung mit hinein genommen habe. Die Roten hatten es auch etwas schwer, weil sie nicht ganz so kühl aufbewahrt wurden wie die Weißen.

Tag 1:

(1) 2009 Rhodter Schloßberg Riesling QbA trocken aus der Literflasche, Alk: 12%
Nase: blumig, recht dezent, leicht kräutrig
Mund: Stachelbeer, viel Säure, Muskatnote, eher langweilig
Für einen Literwein war das absolut in Ordnung. Meine Beschreibung klingt vielleicht deswegen etwas enttäuscht, weil ich in der Vergangenheit Klasse Literweine von Heußler hatte.

(2) 2009 Rhodter Schloßberg Riesling Spätlese trocken – Roter Sandstein  Alk: 13,5%
N: Zitrus, blumig, Apfel
M: fruchtig, recht dicht, mittlere Säure, zunächst etwas alkoholbetont was die Harmonie stört, dann im zweiten Schluck salzig mineralisch
Das war schon ein sehr schöner Wein, für einige mit seiner Mineralik auch der Wein des Abends. Für mich war es kein überwältigender Riesling, auch wenn man allen Grund hat sich darüber zu freuen, einen solchen Wein für 6,50€zu bekommen.

(3) 2009 Rhodter Schloßberg Sauvignon Blanc trocken Alk: 12,0%
N: grasig, Stachelbeere, Muskat, sehr intensiv
M: rund, Stachelbeere
Leider setzt sich das sehr schöne Bukett im Mund nicht fort, wo der Wein etwas eindimensional wirkte.

(4) 2009 Rhodter Rosengarten Muskateller trocken  Alk: 12,0%
N: Rosen, tropische Frucht, Pfirsich
M: Muskat, viel Frucht, recht leicht
Das wunderschöne Bukett wurde durch den leichten unkomplizierten Geschmack schön weitergeführt. Ein Wein, der jedem gefiel, was bei Muskateller ja durchaus ungewöhnlich ist.

(5) 2009 Rosswingert Grauburgunder Spätlese trocken  Alk: 14,0%
N: würzig, kräutrig, buttrig, kräftig, blumig, sehr eigene Noten
M: Kräftig, würzig, mineralisch, leichte Säure, rauchig
Der Wein hat seinen Namen, weil die Bodenarbeiten im Wingert komplett mit Pferden durchgeführt werden. Ob das entscheidenden Einfluß auf diesen Wein hatte, kann ich nicht beurteilen. Nach Pferdeäpfeln schmeckte er jedenfalls nicht. Für mich war der Wein in seiner Opulenz und mit seinen individuellen Noten der beste Wein des Abends. Viele sahen das ganz anders.

(6) 2009 Rhodter Rosengarten Chardonnay Spätlese trocken  Alk: 13,0%
N: recht dezent, buttrig, leicht kräutrig, nasser Stein
M: cremig, mineralisch, würzig
Über diesen Wein wurde viel diskutiert. Mir hat er sehr gut gefallen. Andere bezeichneten ihn als zickig,metrosexuell und als Mittelklasseversager, der noch zu Hause wohnt (ich nehme mal an bei Mutti). Ich glaube diese Bezeichnungen gehen ein wenig dahin, daß es sich um einen Wein zwischen internationalem Stil und lokaler Note lag, was mir aber durchaus gefiel.

(7) 2008 Rhodter Klosterpfad Spätburgunder trocken  Alk: 12,5%
N: Waldbeere, Kräuter, Lakritz, typisch deutsche Pinotnase
M: relativ leicht, eher belanglos, Lakritz, Beerenfrucht, kräutri, ohne Harmonie
Leider konnte dieser Wein das schöne Burgunderbukett nicht mit einem feinen Geschmack krönen. Am Gaumen war er nicht schlecht, aber eben insgesamt doch eine Spur zu brav.

(8) 2005 Rhodter Rosengarten St. Laurent trocken – Barrique
N: Pfeffer, Kümmel, Schokolade, leicht fruchtig
M: mittelleicht, aber mit deutlichem Holzeinsatz, nicht wirklich harmonisch, leichte Tannine, etwas würzig
Bei mir lag der St. Laurent minimal vor dem Spätburgunder, aber begeistern konnte auch er mich nicht. Für die Rotweintrinker war dieser Wein aber ein schöner Abschluß.

Tag 4:

(2) Riesling Roter Sandstein
N: zu kalt für echte Aussage, Orange, pflanzliche Noten, Apfel
M: ordentliche Dichte, Säure gut integriert, leicht salzig mineralisch, kräftige Würze, durchaus filigran trotz aller Kraft

(3) Sauvignon Blanc
N: intensiv, Stachelbeere, Eisbonbon, Eukalyptus, Gras
M: ordentliche Dichte, viel Frucht, Stachelbeere, leichte Säure, Trauben

(4) Muskateller
N: intensiv, Rosen, Lychee
M: mittelleicht, rund, fruchtig, Muskat, einfach aber schön

(5) Grauburgunder
N:würzig, kräftig, warm, Pferdestall, sehr eigen
M: dicht, kräftig, würzig, erdig, schwer, mineralischer Nachhall der langsam anschwellt und eine gute Länge besitzt, Potential

(6) Chardonnay
N: sehr dezent, buttrig, blumig
M: leicht cremig, rauchig, rund, leicht mineralisch, vermittelt ein Gefühl der Wärme, obwohl er wohl zu kalt ist

(7) Spätburgunder
N: Waldbeere, Lakritz
M: fruchtig, leicht, leichte Würze

(8) St. Laurent
N: Cassis, Kirsche, Rosmarin
M: fruchtig, erstaunlich leicht, rund, feine Würze

Fazit: Alle Weine sind gut trinkbar. Schwächer zeigte sich der Muskateller, wogegen der Sauvignon, der Spätburgunder und vor allem der St. Laurent deutlich zulegten. Sieger war erneut der Grauburgunder, während der Riesling Sandstein heute auch ausgetrunken wurde.

Tag 9:

(3) Sauvignon Blanc
N: mäßig intensiv, grüne Noten, Stachelbeeren, Apfel
M: saftig, leichte Würze, Stachelbeere, insgesamt sehr eindimensional

(4) Muskateller
N: Rosen, Phsalis, Traubenzucker, Muskat, sehr intensiv
M: viel Frucht, ordentliche Dichte, leichte Muskatnote, mittlere Säure, angenehm würzig

(5) Grauburgunder
N: grasig, pflanzlich, Vanille
M: würzig, rauchig, salzig, mineralisch

(6) Chardonnay
N: Zitrus, Kräuter
M: saftig, feine Würze, mineralisch

(7) Spätburgunder
N: Kirsche, Mandel, Lavendel
M: fruchtig, mittlerer Körper, leicht adstringierend, würzig, leichte Säure

(8) St. Laurent
N: Kirsche, Vanille, Melisse
M: mittlerer Körper, Vanille, Frucht, leichte Säure

Fazit: Alle Weine waren noch trinkbar, aber alle Weine hatten auch, zum Teil deutlich, abgebaut. Alle Weine? Nein, ein einsamer Muskateller präsentierte sich in Glanzform und überstrahlte alle anderen Weine. Muskateller at its best.

Tag 15:

(3) Sauvignon
N: mäßig intensiv, Stachelbeere
M: würzig, ausgezehrt, nicht oxidiert, aber doch recht langweilig

(4) Muskateller
N: brutale Intensität, Rosen, Lychee
M: mittelleicht, fruchtig, Eisbonbon, exotische Frucht

(5) Grauburgunder
N: recht dezent, aber mit viel eigener Würze, Holz, Tabak
M: etwas voluminös, würzig, rauchig, wirkt nicht mehr frisch

(6) Chardonnay
N: Aprikose, Birne, Butter
M: mittlerer Körper, viel Frucht, leicht mineralisch, gute Harmonie, etwas salzig, gute Länge

(7) Spätburgunder
N: Kräuter, Waldbeere, Lakritz
M: ausgezehrte Frucht, unrund, rote Johannisbeere – nicht ganz reif

(8) St. Laurent
N: madeirisiert, Mandel, Rumtopf
M: Malz, oxidiert, Klebstoff

Fazit: Der Sauvignon macht jetzt keinen Spaß mehr. Der Spätburgunder hält sich auf mäßigem Niveau. Während der Grauburgunder sich dem Ende entgegen zu bewegen scheint, zeigt sich der Chardonnay erholt und auf dem gleichen Niveau des unverändert guten Muskatellers.

Tag 19:

(3) Sauvignon
N: Stachelbeere, Vanille
M: leichte Würze, mittelleichter Körper, Stachelbeere

(4) Muskateller
N: sehr intensiv, Rosen, Muskat, etwas verbrauchte Würze
M: mittlerer Körper, ordentliche Würze, leichte Säure, ordentliche Frucht

(5) Grauburgunder
N: eher dezent, sehr eigene Würze
M: kräftig, würzig, rauchig

(6) Chardonnay
N: blumig, dezent
M: leicht cremig, würzig, etwas salzig, mineralisch, gute Länge

(7) Spätburgunder
N: Malz, madeirisiert, Mandel, Karamell
M: oxidiert

Fazit: Während für den sich wieder besser präsentierenden Sauvignon heute mangels Menge Schluß war, fanden die Reste des Spätburgunders ein anderes Ende. Auch der Grauburgunder zeigte sich erholt auf dem Niveau des etwas nachlassenden Muskatellers. Unverändert stark und heute Sieger war der Chardonnay.

Tag 28:

(4) Muskateller
N: Trauben, Muskat, Rosen
M: fruchtig, saftig, Muskat, Gummibärchen

(5) Grauburgunder
N: eigene Würze, Vanille, Pfeffer, Stachelbeere
M: mild, mittelschwer, Oxidationsahnung

(6) Chardonnay
N: Birne, Melone, würzig
M: cremig, würzig, rauchig und kräftig, leichte noch nicht störende Oxidationsnoten

Fazit: Der Grauburgunder hat leider wieder abgebaut, während der Muskateller und der Chardonnay sich zwar verändert hatten, was im Fall des Muskatellers aber nochmal für positiven Schwung sorgte und den Chardonnay an der Spitze hielt

Tag 46:

(4) Muskateller
N: Trauben, Rosen, Muskat
M: fruchtig, mittlerer Körper, leicht salzig

(5) Grauburgunder
N: Vanille, leichte Würze, Honigmelone
M: leichte Würze, mittelschwer, leicht salzig, mineralisch

(6) Chardonnay
N: recht verhalten, Würze, Vanille
M: würzig, rauchig, Oxidationsnoten

Fazit: Da hatte ich den Grauburgunder wohl zu früh abgeschrieben. Er zeigte heute wieder die Noten, die ihm zu Beginn so besonders haben sein lassen, wenn auch nicht mehr auf dem Niveau. Der Chardonnay hatte dagegen deutlcih abgebaut und war nur noch ein Schatten seiner selbst. Unglaublich sind jedoch die Langstreckenqualitäten des Muskatellers, von dem ich erwartet hätte, daß er als erster Wein auf der Strecke bleibt.