Eine kleine Sache noch

Eine kleine Sache noch
die Flasche paßt wohl doch
oder vielleicht leider nicht? –
Komm ich nehm Dich in die Pflicht

Zieh jetzt nicht so ein Gesicht
Ich hoffe bloß nichts dringt durch Dein Loch
Sicher trägst Du viel Gewicht –
Aber komm vergiß der Falten Joch

Ich kenne Dein Gemüte
doch bitte ich um Güte –
laß es nicht schon hier heraus

Komm jetzt einfach mit nach Haus
Da pack ich Dich schon aus
Uff – Bist Du schwer Du große Tüte

Werder Bremen – Lautern 3:0

Niemand tut gerne verlieren
Doch mal muß es wohl passieren
Man kann sie nicht wieder entfernen
Doch man kann aus ihr lernen

Die Niederlage zu analysieren
heißt sie knallhart zu entkernen
Sie nicht einfach zu akzeptieren
Führt auf den Weg zu den Sternen

Harte Arbeit ist wieder gefragt
Nur wer niemals verzagt
bleibt weiter heiß

Nur wer weiter etwas wagt
holt zum Schluß auch den Preis
Olé Rot-Weiß olé Rot-Weiß

Titel hab ich noch nicht

Auf der Suche nach neuen Runden
tu ich den Wald gut erkunden
Ich laufe über Berg und Tal
und meine Muskeln werden zu Stahl

Manchmal lauf ich viele Stunden
als hätt ich keine andre Wahl
Habe ich mich dann lange geschunden
blick ich stolz zurück auf die Qual

Der im Büro ungewohnte Duft
nach frischer unverbrauchter Luft
ist der Natur inniger Kuß

Wie groß ist doch die Kluft
zwischen der Füße unendlichen Fluß
und dem unvermeidlichen Schluß

Die Macht des Weins

Läßt du den Korken erstmal ploppen
kannst du ihn nicht wieder stoppen
Ist er erstmal freigelassen
läßt er sich nicht wieder fassen

Dann will niemand das Glas droppen
dann füllen sich zur Not auch die Tassen
Auch als gewaltiger Schoppen
begeistert er dann alle Massen

Magisch lenkt er sich ins Glas
und tut als ob er da schon drin saß
Du hast keine Chance ihn aufzuhalten

Mehr als Genuß ist er auch Spaß
Er glättet auch hartknäckige Falten
und erheitert misanthropische Gestalten

Kurierung des Immunsystems von Fanatikern

Wenn sie wieder mal um Punkte streiten
hart und heftig miteinander fighten
frag ich was soll bloß der Gezänk
um dieses herrliche Getränk

Ich laß das Bukett sich ausbreiten
indem ich behutsam das Glas schwenk
und erkunde unendliche Weiten
weil ich die Nas zum Glas lenk

Ich liebe es ihn dann zu schmecken
und würde jeden Tropfen auflecken
Auch ihr Streit ist bald entschieden

Sie heilt die Krankheit aus den Rieden
Diese Harmonie tut sie anstecken
und so stiftet der Wein doch noch Frieden

Lestat lebt

Saugt die Arbeit dich leer
Spürst du keine Freude mehr
Du fluchst nur noch über den Scheiß
und fühlst dich älter als ein Greis

Dein letzter Erfolg ist schon etwas her
Du gehst nur noch auf dem Zahnfleisch
und der Job verliert jeden Flair
weil er immer wieder zubeißt

Wo gehobelt wird da fallen Späne
Nur ein Schwächling weint da eine Träne
Noch steckt ein Blutstropfen Kraft in dir

Doch die Arbeit beißt nicht auf die Zähne
Mit unersättlicher Gier
überfällt sie dich wie ein Vampir

Ohne Inspiration schreiben geht allemal

Sie leiten dich auf deinen Wegen
und tun dir eine Richtung geben
Schon lange sind sie hier gelegen
Stählern sind sie am Streben

Dem Ziel immer weiter entgegen
bleiben sie dich führender Segen
Obwohl sie stets für dich erbeben
besitzen sie ein erfülltes Leben

Sie versuchen so viel wie möglich zu dienen
und sind ein Muster an Belastbarkeit
doch vor Überlastung sind sie nicht gefeit

Vergessen tun wir sie in unseren Kabinen
doch sind sie Herren über unsere Zeit
die lieben hilfsbereiten Schienen

Titel fällt mir grad nicht ein

Voll unerwartetem Entzücken
spürst du sie auf deinem Rücken
Wärmend tut sie dich umschlingen
während in dir Elfen singen

Du genießt es in vollen Stücken
denn so lange mußte sie sich durchringen
doch heute tut es ihr glücken
sie schafft es sich durchzuzwingen

Störte dich sonst ihre Hitze
läßt du sie jetzt in jede Ritze
wie sehr freut dich ihre Wiederkehr

Sie bleibt doch einsame Spitze
Heute setzt du dich ihr nicht zur Wehr
Späte Septembersonne ist legendär

Auf der Reeperbahn morgens um halb sechs

Wie tief bin ich doch wieder gesunken
Ich fühl mich wie einer der fiesen Halunken
Zwar hab ich noch niemand geschlagen
Aber mich auch keineswegs gut betragen

Immer mehr und mehr hab ich getrunken
Ohne nach dem Sinn des Trinkens zu fragen
und bin immer tiefer im Alkohol versunken
doch jetzt schlägt er mir langsam auf den Magen

Die Warnungen werden ignoriert
weil mich der Stoff schon voll regiert
Er schickt mich immer tiefer ins Tal

So wird das tägliche flüssige Mahl
das mir der Kellner Johnny W serviert
unmerklich zur zerstörerischen Qual

Nie wieder Rotwein

Rotwein verursacht häßliche Flecken
die das blütenweiße Tischtuch verdrecken
Gegen die getrocknete Hinterlassenschaft
hilft keine noch so große Kraft

Der weiße Riese weiß nichts zu bezwecken
Auch Salz hat das Rot nicht weggerafft
So möchte ich fast die Decke anstecken
weil der Fleck mich noch immer angafft

Es hilft nicht sie einfach umzudrehen
denn er ist auf beiden Seiten zu sehen
Der Fleck tut mir gewaltig stinken

Zwar erreicht kein Gestank meinen Zinken
doch der Fleck will einfach nicht weggehen
Ab jetzt gibts nur noch Weißwein zu trinken