Nicht jeder ist für Gesellschaft geschaffen
Mancher macht sich gerne für andre zum Affen
Andre fühlen sich nicht wohl im Gehege
und wirken deshalb etwas träge
Was ich wirklich schlimm empfind
ist wenn sie es auch wirklich sind
Doch man muss sich weder um ihn grämen
noch sich für ihn (peinlich) schämen
ist er glücklich mit sich allein
und weiß seine Zeit Sinnvollem zu weihn
Autor: Clemens
Was hab ich zu verliern?
Nicht immer kommt die Gelegenheit
gerade genau zur rechten Zeit
dann gilt es kurz zu betrachten
was die Dinge der Vergangenheiten brachten
welche Hoffnungen du in sie setzt
und ob du jemanden verletzt
wenn die Gelegenheit zu sehr verlockt
Sonst bist du hinterher zu sehr geschockt
Fang bei dir selber an
Nicht jede Gelegenheit
steht vor deiner Tür bereit
Ist dein Leben seit Jahren
dermaßen festgefahren
daß es keine Abwechslung zeigt
daß dein Handy ständig schweigt
und bist du deswegen innerlich am Fluchen
mußt du die Chancen einmal selbst suchen
Gelegenheit macht …?
Ergibt sich eine Gelegenheit
dann sei dafür (allzeit) bereit
Natürlich tun schlechte Momente schmerzen
doch nimm sie dir nicht zum Herzen
denn wie lange mußt du bluten
für die verpaßten wirklich Guten
Weiß man nicht ob gut oder schlecht
kommt man mit der Ungewißheit kaum zu Recht
Die was-wäre-wenn-Fragen
können ewig an dir nagen
Fingerübung-0816
Bitte gib mir nur ein Wort
und ich starte genau dort
und führ es immer weiter fort
Klingt das langweilig wie Sport
Viel mehr ist es auch nicht
Wie ich führ dich hinters Licht
Manchmal entwickelt sich so eine neue Schicht
und dein Wort bekommt ein neues Gesicht
Klingt das etwa vermessen
oder hast du dein Wort schon vergessen
Ich hab es unheimlich schnell aufgegessen
um nicht zu sagen beiläufig gefressen
So tu ich die Wörter verschlingen
und ohne sie dazu zwingen
beginnen sie auf einmal zu singen
weil sie einfach nur gut klingen
Also bitte gib mir nur ein Wort
Ich versprech es kommt auch nicht zum Mord
Dein Wort bleibt bei mir an Bord
und endet als Beute in meinem Hort
0815-Fingerübung
Verdammt was is das Mädel heiß
dumm nur daß es jeder hier weiß
Wie komm ich bloß an sie ran
und zieh sie in meinen Bann
Klar is daß ich bei ihr anbeiß
doch wie werd ich für sie der Mann
Leider ist’s hier nich grad leis
so daß man sich kaum verstehn kann
Bei dem Lärm hilft nur Brüllen
Keine Chance sie mit Text zuzumüllen
Wie also komm ich bei ihr zum Ziel
Blöd daß auf mein charmantes Spiel
leider noch keine echt hereinfiel
Am Ende bleibt doch nur sie abzufüllen
Der Konzern
In einem großen Konzern
arbeiten viele sehr gern
Dort kann man sich prima verstecken
Man braucht nur nirgends anzuecken
Behaglich labt man sich an der Mutterbrust
und trinkt gegen etwaigen Frust
Doch nimmt man sich die Dinge nicht zu Herzen
verschwinden dann irgendwann auch die Schmerzen
etwa zeitgleich mit der Leidenschaft
Meist dauert’s bis es jemand rafft
dass Engagement sich nicht lohnt
weil drüber der Prozess throhnt
Weil die Führung das eigne Unternehmen nicht kennt
stört’s auch nicht wenn man während der Arbeit pennt
Der Routinier hat gelernt sich einzuleben
und kein Stück von sich zu geben
Man wird ein Stück bequem
denn das Leben ist doch angenehm
Man wird auch ein Stück durchtrieben
und lernt den Prozess zu lieben
denn er lässt sich prima einsetzen
um sich nicht zu sehr zu hetzen
Das einziehende Gefühl der Gleichgültigkeit
sorgt vielleicht für eine halbwegs angenehme Zeit
doch es zerstört deinen inneren Kern
und irgendwann bist du dir selbst fern
Koi
Isch han koi Lust
isch han koi Bock
isch han koi Karpfen
in meinem Garten
Teich
denn ich bin
reich
Isch han koi Karpfen
koi Karpfen
koi Karpfen
in meinem Garten
Teich
und hoffe daß er
laicht
weil mein Reichtum mir nich
reicht
Isch han koi Lust
isch han koi Bock
isch han koi Karpfen
Unpräzise Hacker
Wieso ist der vom CCC analysierte „Bundes-Trojaner“ eigentlich ein Trojaner? Sicher hat sich dieser Begriff in der Computer-Terminologie entsprechend eingenistet, so dass die Verantwortung für den Namen nicht beim CCC liegt oder beim bayerischen Innenministerium – der hinterhältige Einsatz dagegen schon.
Politiker, denen political correctness zweimal wichtiger als die Verfassung ist, werden sich wahrscheinlich am Begriff hinterhältig stören. Doch wenn wir die Herkunft des Namens analysieren, wird deutlich, dass Hinterhältigkeit in der Natur des Trojaners liegt. Schließlich zieht der Name eine Analogie zum Trojanischen Pferd, in dem sich nach Odysseus Idee die Griechen nach Troja einschlichen, was wohl ohne Frage als hinterhältig bezeichnet werden kann. Falls irgendein Politiker dies bestreitet möge er mir bitte erklären, was Odysseus damit anderes gemacht hat, als einen Hinterhalt für die Trojaner zu legen.
Im Sinne der historical correctness oder der literarischen correctness – je nachdem ob man die Ilias als historischen Bericht oder als Poesie einstuft – ist die Bezeichnung Trojaner also eindeutig falsch. Schließlich war das trojanische Pferd kein Trojaner, sondern ein Werk der sie belagernden Achaier. Unter diesem Begriff wird die Gesamtheit der Griechen in Homers Werk genannt. Das Volk ihres Anführers Agamemnon sind die Mykener. Zum Wohle aller Klugscheißer dieser Welt sollte man daher von einem Bundes-Achaier oder einem Bundes-Mykener sprechen. Wenn man dagegen den Namen auf den listigen Odysseus zurückführt, was ja wiederum zu einem Viren konzipierenden Hacker passen würde, und das Spionageprogramm nach seinem Volk benennen, wäre es natürlich der Bundes-Ithaker.
Lautern-Stuttgart
Es fällt mir schwer das Gesehene in Worte zu fassen. Unser Team bringt mich diese Saison zum Verzweifeln. Das ist es vielleicht, was es auf den Punkt bringt. Die Gründe dafür sind aber immer verschieden. Das Spiel gegen Stuttgart war an und für sich das beste Spiel der Mannschaft, das ich in dieser Saison gesehen habe. Wenn nur das Ergebnis nicht gewesen wäre.
Nach einer nervösen Anfangsphase, in der wir es vor allem mit hohen Bällen nach vorne versuchten, beruhigte sich das Spiel. Die Mannschaft bewies Geduld beim Spielaufbau, zeigte Übersicht und machte weniger Fehler als zuletzt, auch wenn über die gesamte Spieldauer nach wie vor zu viele leichte Fehler zu finden waren, die einen an der Qualität der Mannschaft zweifeln lassen. Dass das Publikum diese Zweifelim Stadium mittlerweile deutlich kund tut, hilft den Jungs natürlich überhaupt nicht. Insgesamt befand sich die erste Halbzeit auf durchschnittlichem Niveau mit einem Chancenverhältnis von 2:2. Dabei hat mich gefreut, dass kein echter Qualitätsunterschied zwischen Stuttgart und Lautern zu beobachten war. Auch wenn Stuttgart vielleicht einen Tick ballsicherer war, befanden sich beide Teams auf Augenhöhe. Sehr gut gefallen hat mir in der ersten Halbzeit Oliver Kirch, der sehr agil war und viel für das Spiel nach vorne tat.
In der zweiten Halbzeit befanden sich die Teams nicht mehr auf Augenhöhe. Lautern war klar besser! Beim 0:1 musste Jessen in der Mitte aushelfen, so dass links Platz war, der von Tiffert nicht ausreichend gestopft wurde. So kam der VfB zum Flanken. Jessen fälschte den Ball leicht ab, und in der Mitte war Cacau alleine gelassen worden. Das 0:2 fiel noch unglücklicher und kann eigentlich nicht mal als echte Chance bezeichnet werden. Bouhlarouz wollte flanken. Jessen fälschte ab und änderte die Richtung des Balls. Trapp machte einen Schritt in die falsche Richtung, und das Ding war drin. Meiner Meinung nach war dieser Ball durchaus haltbar. Auch wenn er abgefälscht war, so war er doch zugleich nicht sonderlich scharf geschossen. Den Schritt in die falsche Richtung machte Trapp so spät, dass ich mich fragte, wo er denn hin will. Dass man bei solch dummen Gegentreffern verzweifelt, muss nicht weiter verwundern. Doch das waren die einzigen echten Fehler der Abwehr in den 90 Minuten. Rodneis üblicher Bock kostete diesmal nur einen Einwurf, so dass er leicht zu verschmerzen war. Amedick zeigte eine ganz starke und sehr engagierte Leistung. In dieser Form ist er aus der Innenverteidigung nicht wegzudenken. Dick und Jessen spielten wieder einmal sehr solide. Speziell am Ende kombinierte Jessen gut mit dem eingewechselten Fortounis, auch wenn ich über Jessens Flanken besser den Mantel des Schweigens hülle.
Erstaunlich war, dass wir neben einer guten Abwehr diesmal auch eine gute Offensivabteilung hatten. In der zweiten Halbzeit spielten wir bestimmt 6 gute Chancen heraus. Dass dies trotz Rückstand gegen einen dann defensiv eingestellten Gegner gelang, darf einem wirklich Mut machen, zumal es sich wirklich um heraus gespielte Chancen und nicht um glückliche Geschenke des Himmels wie gegen Mainz handelte. Die Mannschaft zeigte Charakter und tatsächlich so etwas wie Spielkunst. Das kann für die kommenden Partien echten Mut machen, doch an diesem Abend verzweifelten wir vor allem an den zum Teil äußerst dämlich vergebenen Chancen.