10 Fragen an Politiker

November 14th, 2017

Morgens in der Bahn hörte ich, wie Schülerinnen über den bevorstehenden Besuch eines Politikers an ihrer Schule sprachen, für den sie zehn Fragen an den Politiker vorbereiten sollten. Wie sich herausstellte war das für sie keine einfache Aufgabe – trotz Internetsuche nach Fragen an Politikern und thematischen Vorschlägen der Lehrer. Ich kam ins Grübeln und muss sagen, dass mir sehr schnell zehn Fragen eingefallen sind.

  1. Warum sind Sie in die Politik gegangen?
  2. Verstehen Sie, dass viele Bürger den Eindruck haben, die meisten Politiker würden nur wegen einer politischen Karriere in die Politik gehen?
  3. Warum kommen in Parteien Menschen an die Spitze, die den Eindruck erwecken, nicht an der Sache, sondern an Macht und Popularität interessiert zu sein?
  4. Wie können Politiker dazu gebracht werden, in ihrem Handeln langfristig statt nur bis zur nächsten Wahl zu agieren?
  5. Sollten Politiker besser Positionen vertreten, von denen sie selbst überzeugt sind, anstatt sich nach Meinungsumfragen und Wahlanalysen auszurichten?
  6. Wie können Politiker vor einer einseitigen Lobby-Beeinflussung geschützt werden?
  7. Wie schwer belastet Korruption die Politik – vor allem auf lokaler und regionaler Ebene?
  8. Behindern das Beamtentum und der administrative Apparat wirksame Reformen für mehr Effizienz in der Verwaltung und gegen Bürokratie?
  9. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren – sowohl solchen, die in Ihrer Macht stehen, als auch global Erstrebenwerten?
  10. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren?

Verflucht! Zehn Fragen langen mir nicht einmal ansatzweise. Zugegeben, Frage 5 ist suggestiv und unfair. Dennoch glaube ich, dass es vor allem Fragen sind, die ein Politiker sich in regelmäßigen Abständen selbst stellen sollte. Ich habe nämlich die Hoffnung, dass am Anfang vieler politischer Karrieren keine kühle Berechnung, sondern Idealismus stand.

Der negative Grundtenor der Fragen verdeutlicht, dass ich durch die mediale Selbstpräsentation des politischen Spitzenpersonals keine gute Meinung von der Allgemeinheit der Politiker habe. Umso überraschender ist es für mich, dass ich auf den direkt gewählten Landtagsabgeordneten in meinem Wahlkreis tatsächlich stolz bin und mich freue, dass gerade er mich und den Landkreis vertritt. Und auch von dem direkt (wenn auch nicht von mir) gewählten Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises weiß ich nichts Negatives zu berichten. Anders als bei anderen MdBs kenne ich bei ihm z.B. keine Geschichten, die auf persönliche Bereicherung hinauslaufen.

Erschreckend ist jedoch, dass diese anderen MdBs Legislaturperiode für Legislaturperiode wiedergewählt wurden. Vielleicht sollten Politiker einmal 10 Fragen an die Bürger stellen, wobei die Erste sein könnte: Wieso seid Ihr nur so dumm?

Wie gestern

Oktober 10th, 2017

Wir machen die gleichen Fehler wie gestern
Wir schimpfen, jammern und lästern
Wir malen mit dunklen Farben
und pflegen unsere Narben
bedauern, was nicht geschehen ist
und machen unser Leben trist

Wir machen die gleichen Fehler wie gestern
Wir schimpfen, jammern und lästern
verbringen zu viel Zeit
in der Vergangenheit
und sind voller Sorgen
vor dem fernen Morgen

Wir machen die gleichen Fehler wie gestern
Wir schimpfen, jammern und lästern
Die Fehler unserer Nächsten
geben wir gerne zum Besten
Sie verdienen unsre Liebe und Respekt
doch wir kritisieren ihren Defekt

Wir machen die gleichen Fehler wie gestern
Wir schimpfen, jammern und lästern
machen uns zu viel Gedanken
und setzen uns selber Schranken
die den Weg ins Paradies versperrn
dabei ist es gar nicht fern

Wir machen die gleichen Fehler wie gestern
Wir schimpfen, jammern und lästern
Mit Unterhaltung tun wir uns benebeln
und merken nicht, wie wir uns knebeln
indem wir uns in Watte pampern
tun wir unsere Zeit verplempern

Wir machen die gleichen Fehler wie gestern
Wir schimpfen, jammern und lästern
laufen immer weiter im Kreis
und zahlen einen hohen Preis
Unbemerkt kreieren wir uns Leid
denn wir zahlen mit unserer Zeit

Gutmensch ist kein Schimpfwort

September 28th, 2017

Wer „Gutmensch“ als Schimpfwort benutzt, sollte einmal darüber nachdenken, was das über ihn selbst aussagt. Ist er stolz darauf, kein guter Mensch zu sein? Oder ist er am Ende vielleicht gar ein Schlechtmensch?

The blog goes on…

Februar 14th, 2013

but maybe not here.

Auch wenn es mir immer schwerer fällt, diese Seite zu füllen oder ein schlüssiges Konzept für sie zu entwickeln und auch aufgrund Zeitmangels schon lange hier nichts mehr veröffentlicht habe, blogge ich durchaus weiter, allerdings nicht hier sondern hier: https://www.meiningers-weinsuche.com/de/weinblog

Vielleicht schaut ja mal einer bei Gelegenheit vorbei und diskutiert dort mit mir über Wein und alles, was damit verbunden ist.

Süchtig

Juli 31st, 2012

Obwohl in Sehnsucht
auch die Sucht steckt
gilt sie nicht als verrucht
und hat nirgends angeeckt

So unschuldig wie sie tut
ist sie beileibe nicht
Sie verleiht verrückten Mut
und vernebelt die Sicht

Es entstehn Obsessionen
Der Traum wird verklärt
Sehnsucht tut sich nicht lohnen
wenn man sich nach ihr verzehrt

Ein Trugbild das belügt
das die Sehnsucht steigert
das selten der Realität genügt
Stark wer sich der Sehnsucht verweigert

Titel sind was für Guttenberg

Juli 25th, 2012

Manch einer tut für Zitate leben
und sie ständig zum Besten geben
Statt solcher Lieblingssätze
sprechen andre über Lieblingsplätze
Sie benennen die Vorzüge eines Orts
selten mithilfe eines einzelnen Worts
Stundenlang tun sie drüber schwafeln
im Aufzug und an gedeckten Tafeln
Man wünscht sie genau an diesen Ort
dann wärn sie schließlich fort
Thilo träumt von den USA
und war schon sechsmal da
Von New Yorks langen Straßenschluchten
übern Grand Canyon zu Friscos Buchten
erzählt er in einer Tour
die schnell wird zur Tortur
Meike tanzt gern auf Ibiza
dort sein die Jungs spitzer
Der langweilige weiße Sand
rieselt virtuell durch ihre Hand
erzählt sie von ihren Abenteuern
die immer auf das Gleiche zusteuern
Hajo ist immer im Hier und Jetzt
was all die Reisenden entsetzt
Seine Präsenz ist schwer zu ertragen
Mein Lieblingsplatz ist an der Bar
wo ich gestern schon war

Umsetzungsstärke

Juli 17th, 2012

Was nützt dir deine Weisheit
wenn du nicht nach ihr lebst
Wenn du kaum nach ihr strebst
wirst du sie schnell wieder leid

Da du in deinem Stigma lebst
Verhinderst du dass du schwebst
Der Verzicht auf internen Streit
kostet dich vor allem Zeit

Zeit, authentisch zu sein
So fühlst du dich unrein
und auch unzufrieden

Du wahrst lieber den Schein
und hast dich leider entschieden
und den Konflikt mit dir gemieden

Mangelnde Kreativität

Juli 12th, 2012

Mangelnde Kreativität
erkennt man meist zu spät
Das Abschweifen ins Banale
in immer größerer Zahle
ist vielleicht ein Zeichen
das neue Ideen blöden weichen
Immer häufiger kommt Müdigkeit
und bleibt für längere Zeit
Es bleibt Lahmes mit Sex zu würzen
und sich kopfüber in den Text zu stürzen
Und wem das zu peinlich ist
dem setzt der Verlag eine Frist

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Zeit

April 30th, 2012

Zeiten ändern sich nicht
Auch morgen schlägt’s um Zwölf Mittag
Heute in vier Jahren geht die Sonne zur gleichen Zeit auf
und heute in 104 Jahren zur gleichen Zeit unter
Zeit bleibt das was sie ist

Zeit kann mich nicht ändern
Mich ändern Erlebnisse
Mich ändern Erkenntnisse
Mich ändert mein Wille
aber nicht die Zeit

Ich kann Zeit nicht ändern
Sie bewegt sich auch ohne mich
Sie lässt sich von mir nicht anhalten
Sie lässt sich von mir auch nicht beschleunigen
denn sie existiert unabhänig von mir

Zeit ist auf niemands Seite
Wer glaubt sie spiele ihm zu
Wer glaubt das sei seine Zeit
Wer glaubt er könne mit ihr spielen
dem geht sie doch irgendwann aus

Zeiten ändern sich nicht
denn ist Zeit eine Dimension
so ist jeder denkbare Moment
nur ein scheinbar willkürlicher Moment
aus dem Möglichkeitsfeld der konstanten Skala Zeit

Österliche Hoffnung?

April 8th, 2012

Hoffnung auf den Klasseverbleib des FCK gibt es sicherlich nicht. Aber das sagen mir die Bekannten mit einer Mischung aus Genugtuung und Mitleid seit der Niederlage in Freiburg jede Woche aufs Neue. Für mich selbst ist das nichts Neues, denn ich habe den Klassenerhalt nach der Niederlage gegen Schalke abgehakt. Ich konnte einfach nicht daran glauben, dass diese Mannschaft (wieder) in die Spur findet. Damit war ich unter den Lautrer Fans sehr spät dran, denn viele hatten den FCK bereits nach dem zweiten Spieltag abgeschrieben.

Trotz des Kampfgeists und der guten aber unglücklichen Leitungen wurde ständig über das Team geschimpft. Es war bemerkenswert, wie lange das Team in diesem miserablen Stimmungsumfeld den Glauben an sich erhalten hat. Erschreckend war für mich, wie schlecht die Stimmung auf dem Betze geworden ist. Ganz, ganz selten war mal Stimmung bis unters Dach. In keinem Spiel haben wir Fans es geschafft 90 Minuten lang Gas zu geben. Teilweise waren die schwachen Auftritte des Teams immer noch besser als die Leistung der Fans. Natürlich gaben die Jungs wenig Anlass zum Feiern, doch früher war das egal. Der Betze brannte egal gegen wen, egal wie es stand und egal wie schwer sich das Team tat. Oft genug kam von den Fans der Impuls, der die Mannschaft zu Wundern anstachelte. So lahme Fans, wie wir es dieses Jahr waren, haben auch keine erfolgreiche Mannschaft verdient.

Erschreckend die Grabesstille, die über weite Teile der 2. Halbzeit gegen Schalke oder das ganze Spiel gegen Hamburg herrschte. Schlimm wie manche Fans 90 Minuten lang über die „Luftpumpen“ auf dem Platz schimpfen aber nicht einmal FCK rufen. Auf solche Fans kann der FCK verzichten, und er wird es wohl auch müssen, denn diese Schönwetterfans sind diejenigen, die in der 2. Liga nicht kommen werden. Die Frage bleibt, wer und wie viele kommen werden. So leer wie gegen den Verein aus dem Kraichgau kamen mir die Hinfahrtzüge selten vor. Von den angeblich 40.000 Zuschauer hat ein Großteil wieder nur geschimpft. 30.000 werden in der 2. Liga eine Ausnahme sein.

Auch am letzten Samstag war die Stimmung lange Zeit wieder schwach. Erst nach dem Rückstand und der endgültigen Resignation der Fans kam auf einmal die ganze Kurve in der 1. Liga an und machte Stimmung. Ob Laola beim Rückstand angebracht ist oder nicht, endlich war einmal wieder Stimmung. Auch in der 2. Hälfte gab es einen solchen Moment um das 0:2 herum, als wir minutenlang „Olé rot weiß“ sangen und dabei schlicht über das Gegentor hinweg sangen. Wenn das auch wieder ein Zeichen der Resignation war, bleibt doch die Hoffnung, dass die Fans Hunger auf diese Stimmung bekommen haben und dass der Betze in der nächsten Saison wieder brennt. Wenn die Stimmung nämlich so mies bleibt, wird es auch in Liga 2 ganz schwer.