Weinrallye #33 Weine aus Aromarebsorten

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Vinissimus gab das Thema zur 33. Weinrallye vor – aromatische Weine. Welche dies sein könnten, schlug er gleich in der Ankündigung vor.

Bei einer Auswahl zwischen Scheurebe, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Muskateller werden manche wohl abwinken und ein Bier ordern. Ich sehe das ganz anders. Gerade für Neulinge, die erst beginnen, die weite Weinwelt zu erforschen, bieten diese Weine erste Erfolgserlebnisse. Ihr intensives Bukett ermöglicht eine einprägsame Weinerfahrung und man lernt schnell, solche Weine zu identifizieren.

Doch es ist nicht allein die Freude, einen guten Bekannten wieder zu treffen, die den Reiz dieser Weine ausmacht. Bei diesen Rebsorten wird die Nase wirklich mit der Wahrnehmung sensationeller Aromen belohnt, denen sich häufig genug auch ein schöner Geschmack anschließt.

Daher war es für mich eher die Qual der Wahl, die schönste zu identifizieren. Wer meine bisherigen Verkostungen durchliest wird wenig verwundert sein, daß meine Wahl auf den Muskateller fiel. Neben der beeindruckenden Intensität der Aromen ist es bei dieser Rebsorte das Gefühl, einen traubigen Wein zu trinken. Gefällt mir sonst die Vielfalt in der Weinwelt und die Vielschichtigkeit an Weinen, ist es beim Muskateller genau das Gegenteil. Ich habe das Gefühl zurück geführt zu werden und einen puren Wein zu trinken. Daher möchte ich die Rebsorte Muskateller wirklich nicht missen. Auch wenn ich 99 von 100 mal einen Riesling dem Muskateller vorziehe, würde ich im Zweifelsfall wenn ich nur noch Weine einer Rebsorte trinken dürfte mich gegen Riesling und für Muskateller entscheiden. Auch wenn mir damit manches Große Gewächs entgehen würde, hätte ich zumindest immer das Gefühl einen Wein aus Trauben zu trinken.

Zur Verkostung kamen daher heute zwei Muskateller
(1)
Herkunft: Deutschland – Pfalz
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Muskateller (hatte ich das nicht schon angekündigt)
Erzeuger: Bergdolt Reif & Nett
Ausbau: trocken
Alkohol: 11,5%

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe. Zunächst duftet er sehr intensiv nach Rosen und Lychee. Man könnte ihn also durchaus noch mit einem Gewürztraminer verwechseln. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Neben Traubenzucker kommt auch eine Muskatnote im jetzt unverwechselbaren Bukett vor.

Der Wein ist sehr fruchtig. Der relativ leichte Körper sorgt ebenso wie die Säure dafür, daß die lockere Art eines Muskatellers gut heraus kommt. Ebenso bringt eine Muskatnote im mittellangen Nachhall viel Typizität hervor.

Ein sehr gefälliger Wein, aber ein eher einfacher Wein, was mir aber am Muskateller ja besonders gefällt.

(2)
Herkunft: Österreich – Südsteiermark
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Gelber Muskateller (also nichts anderes als bei 1)
Erzeuger: Walter Skoff
Ausbau: trocken
Alkohol: 12%

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Die erste Nase ist noch eher dezent mit grasigen Aromen. Die zweite Nase zeigt ein deutlich intensiveres Bukett. Eine leichte Rosennote sowie Pfirsicharomen und steinige Anklänge bestimmen jetzt das Aromenspiel.

Am Gaumen zeigt sich der Wein sehr fruchtig und von einer saftigen Konsisten. Ein Geschmack nach Trauben wird von würzigen Noten und einer leichten Muskatnote begleitet. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Häufig ist bei Muskatellern ja ein Bruch zwischen betörendem Bukett und sehr eigenwilligem Geschmack festzustellen. Hier topt der Geschmack den Geruch. Ein ganz feiner Wein, den ich mir gut zum gegrillten Fisch vorstellen kann.

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