Archive for the ‘Wei’ Category

Nahe Riesling 2008

Mittwoch, Juli 7th, 2010

riesling_classic.jpg

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit leicht grünem Einschlag. Anfangs duftet er eher verhalten nach Kräutern und Zitrusnoten. Auch nach dem Schwenken bleibt das Bukett eher verhalten und duftet nach Limetten und Blumen.

Eine sehr präsente Säure verleiht dem Wein Frische. Eine zusätzliche Kohlensäure sorgt jedoch dafür, daß der Wein etwas unaufgeräumt wirkt. Graipefruitnoten fügen sich gut zu der Säure und verleihen dem Wein einen herben Touch.

Ein einfacher rustikaler Wein, der sich gut trinken läßt, auch wenn es sich nur um einen gut gemachten Wein und kein besonderes Trinkvergnügen handelt. Als Sommerwein zum Schweinebauch vom Grill.

Herkunft: Deutschland – Nahe
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Mathern
Ausbau: Classic trocken
Alkohol: 11,5%

Haardter Herrenletten Riesling Alte Reben 2004

Dienstag, Juli 6th, 2010

haardter_herrenletten_04.jpg

Der Wein hat eine goldgelbe farbe. Die erste Nase ist von sehr intensiven Fruchtnoten geprägt, die nach überreifem Steinobst duften. In der zweiten Nase tritt dieser Reineclaudenduft etwas zurück und wird von Honigaromen ergänzt.

Am Gaumen setzt sich die Reineclaudenfrucht aus der Nase fort. Diese sehr präsente Frucht trifft auf einen kräftigen Körper, in dem sich viel Würze und etwas salzige Mineralik sammeln. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Solche Weine gibt es nur ganz selten. Kein erstaunlich gut gehaltener oder überraschend frischer Wein begegnet mir hier. Zum Glück auch kein Wein, der die Zeichen seines Alters leider nicht verbergen kann. Dies ist ein gut gereifter Riesling, der sich spürbar verändert hat, aber im Alter einen zweiten Höhepunkt erreicht hat. Sehr, sehr fein und auch sehr kräftig. Zum Pfirsichsorbet.

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Haardter Herrenletten
Jahrgang: 2004
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Weingut Weegmüller
Ausbau: Spätlese trocken
Alkohol: 13%

Achkarrer Castellberg Grauburgunder 2009

Dienstag, Juni 29th, 2010

grauburgunder_michel_09.jpg

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit leicht strohgelbem Einschlag. Einige kleine Trubperlen sind sichtbar. Am Rand sammeln sich auch vereinzelte größere Perlen. Bereits die erste Nase ist ziemlich intensiv. Neben Butter rieche ich etwas Pfirsich. In der zweiten Nase gehen die buttrigen Noten zurück. Noten von nassem Stein kommen hinzu.

Der Wein besitzt einen mittleren Körper, in dem sich eine ordentliche Portion Frucht einfügt. Eine eigentlich leichte Säure ist schlecht integriert und wirkt auch deshalb störend, weil sie von einem aggressiven brandigen Beigeschmack gefördert wird. Der Nachhall besitzt eine mäßige Länge.

Das ist kein guter Wein. Erstens fehlt es ihm an Harmonie und zweitens gefällt mir die brandige Note überhaupt nicht. Zum Goudakäse, falls überhaupt.

Herkunft: Deutschland – Baden – Achkarrer Castellberg
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Grauer Burgunder
Erzeuger: Weingut Michel
Ausbau: QbA trocken
Alkohol: 12,5%

Rhodter Schloßberg Riesling 2009

Sonntag, Juni 27th, 2010

Nach der Weinprobe vom vorvergangenen Freitag könnte ich die heutige Verkostung quasi als Abschluß meiner Jahrgangsbeobachtung eines meiner Lieblingswinzer aus der Pfalz betrachten, wenn da nicht noch einige Reste von der Weinprobe im Kühlschrank liegen würden, die ich wieder einem Elchtest unterziehe. Erste Ergebnisse sind ermutigend. Jetzt aber zu dem heutigen Wein.

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe mit leicht grünlichem Einschlag. Die erste Nase verbreitet einen mäßig intensiven Geruch, in den ich viel Frische hinein interpretiere, weil die Steinobstaromen irgendwie sehr grün wirken. Die zweite Nase gewinnt an Intensität. Viel Frucht aus Apfel, Aprikose und Stachelbeeren wird von etwas Minze begleitet.

Das Frucht-Säure-Spiel geht etwas zu sehr in Richtung der kräftigen Säure. Gleichwohl ist auch viel Frucht nach Apfel und Aprikose vorhanden. Eine leicht würzige Muskatnote leitet in den Nachhall über, der eine mäßige Länge besitzt.

Zum Essen und als Sommerwein erscheint mir der Wein mit seiner Säure durchaus gut geeignet. Er ist allerdings wenig anspruchsvoll, und auch die Balance fehlt ihm etwas, so daß es durchaus mehr Weine dieser Qualität in dieser Preisklasse gibt – wenn auch selten im Fachhandel. Zu gegrillten Kartoffeln mit Quark.

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Schloßberg
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Christian Heußler
Ausbau: Kabinett trocken
Alkohol: 12,5%

Weinprobe Christian Heußler

Samstag, Juni 19th, 2010

Nachdem ich im letzten Jahr über Wochen Christian Heußlers Kollektion aus 2008 verkostet hatte, habe ich mich diesmal zu einem anderen Vorgehen entschieden und eine kleine Weinprobe mit seinen Weinen veranstaltet, zu der ich gerne meine Notizen veröffentliche.

einhorn.jpg

2009 Rhodter Schloßberg Riesling QbA trocken aus der Literflasche, Alk: 12%
Nase: blumig, recht dezent, leicht kräutrig
Mund: Stachelbeer, viel Säure, Muskatnote, eher langweilig
Für einen Literwein war das absolut in Ordnung. Meine Beschreibung klingt vielleicht deswegen etwas enttäuscht, weil ich in der Vergangenheit Klasse Literweine von Heußler hatte.

2009 Rhodter Schloßberg Riesling Spätlese trocken – Roter Sandstein  Alk: 13,5%
N: Zitrus, blumig, Apfel
M: fruchtig, recht dicht, mittlere Säure, zunächst etwas alkoholbetont was die Harmonie stört, dann im zweiten Schluck salzig mineralisch
Das war schon ein sehr schöner Wein, für einige mit seiner Mineralik auch der Wein des Abends. Für mich war es kein überwältigender Riesling, auch wenn man allen Grund hat sich darüber zu freuen, einen solchen Wein für 6,50€zu bekommen.

2009 Rhodter Schloßberg Sauvignon Blanc trocken Alk: 12,0%
N: grasig, Stachelbeere, Muskat, sehr intensiv
M: rund, Stachelbeere
Leider setzt sich das sehr schöne Bukett im Mund nicht fort, wo der Wein etwas eindimensional wirkte.

2009 Rhodter Rosengarten Muskateller trocken  Alk: 12,0%
N: Rosen, tropische Frucht, Pfirsich
M: Muskat, viel Frucht, recht leicht
Das wunderschöne Bukett wurde durch den leichten unkomplizierten Geschmack schön weitergeführt. Ein Wein, der jedem gefiel, was bei Muskateller ja durchaus ungewöhnlich ist.

2009 Rosswingert Grauburgunder Spätlese trocken  Alk: 14,0%
N: würzig, kräutrig, buttrig, kräftig, blumig, sehr eigene Noten
M: Kräftig, würzig, mineralisch, leichte Säure, rauchig
Der Wein hat seinen Namen, weil die Bodenarbeiten im Wingert komplett mit Pferden durchgeführt werden. Ob das entscheidenden Einfluß auf diesen Wein hatte, kann ich nicht beurteilen. Nach Pferdeäpfeln schmeckte er jedenfalls nicht. Für mich war der Wein in seiner Opulenz und mit seinen individuellen Noten der beste Wein des Abends. Viele sahen das ganz anders.

2009 Rhodter Rosengarten Chardonnay Spätlese trocken  Alk: 13,0%
N: recht dezent, buttrig, leicht kräutrig, nasser Stein
M: cremig, mineralisch, würzig
Über diesen Wein wurde viel diskutiert. Mir hat er sehr gut gefallen. Andere bezeichneten ihn als zickig,metrosexuell und als Mittelklasseversager, der noch zu Hause wohnt (ich nehme mal an bei Mutti). Ich glaube diese Bezeichnungen gehen ein wenig dahin, daß es sich um einen Wein zwischen internationalem Stil und lokaler Note lag, was mir aber durchaus gefiel.

2008 Rhodter Klosterpfad Spätburgunder trocken  Alk: 12,5%
N: Waldbeere, Kräuter, Lakritz, typisch deutsche Pinotnase
M: relativ leicht, eher belanglos, Lakritz, Beerenfrucht, kräutri, ohne Harmonie
Leider konnte dieser Wein das schöne Burgunderbukett nicht mit einem feinen Geschmack krönen. Am Gaumen war er nicht schlecht, aber eben insgesamt doch eine Spur zu brav.

2005 Rhodter Rosengarten St. Laurent trocken – Barrique
N: Pfeffer, Kümmel, Schokolade, leicht fruchtig
M: mittelleicht, aber mit deutlichem Holzeinsatz, nicht wirklich harmonisch, leichte Tannine, etwas würzig
Bei mir lag der St. Laurent minimal vor dem Spätburgunder, aber begeistern konnte auch er mich nicht. Für die Rotweintrinker war dieser Wein aber ein schöner Abschluß.

heusslerweine.jpg

Rhodter Rosengarten Silvaner 2009

Donnerstag, Juni 17th, 2010

Der Wein ist glanzhell mit leicht strohgelbem Einschlag. Anfangs duftet er dezent nach pflanzlichen, grünen Noten. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität zu. Neben pflanzlichen Noten Zitusaromen und steinige Noten zum Bukett hinzu.

Am Gaumen ist der Wein sehr ausgewogen. Sein mittlerer Körper ist gut dazu geeignet dies einzufangen. Der Wein ist eher mild. Eine leichte Frucht steht gut neben kräutrigen Elementen. Der Nachhall besitzt eine mäßige Länge.

Das ist ein ganz solider Wein mit einem sehr schönen Bukett. Durch den kräutrigen, fast mineralisch anmutenden Geschmack hat der Wein auch etwas sehr Eigenständiges. Zu einem Pecorinokäse. Für mich ist der Wein quasi als Einstimmung für eine Weinprobe am morgigen Tag gedacht gewesen. Da wäre er sicher auch nicht fehl am Platz gewesen…

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Rosengarten
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Silvaner
Erzeuger: Christian Heußler
Ausbau: Kabinett trocken
Alkohol: 11%

Hambacher Römerbrunnen Riesling 2001

Sonntag, Juni 13th, 2010

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Die erste Nase ist recht dezent, was aber auch daran liegen kann, daß der Wein noch zu kalt ist. Graipefruitnoten lassen sich aber bereits identifizieren. Die zweite Nase wird etwas intensiver und vielschichtiger. Nasser Stein, Karamell und Tabaknoten gesellen sich zur Graipefruit.

Wahnsinn! Der Wein lebt nicht nur – er ist quicklebendig und verrät sein Alter keine Sekunde lang. Mit mächtiger Mineralik manövriert er durch meinen Mund. Er kommt dabei keineswegs ins Schlingern sondern fährt schöne Würzen und Halsen, die Kräuterwürze aufnehmen und eine frische Säure aufspritzen lassen, während Zitrusnoten seine Segel füllen. Der Nachhall geht schnell in ein ruhiges Fahrwasser über, besitzt aber eine gute Länge, in der man der Abendsonne entgegengleitet.

Wahnsinn! Natürlich hatte ich gehofft, daß der Wein noch trinkbar ist. Damit gerechnet habe ich aber nicht. Schon gar nicht, daß er sich in solcher Form präsentieren würde. Keine Spur des Alters – dafür Riesling pur. Der Wein war immer schon viel besser, als man es von einem Kabinett erwarten darf, doch heute zieht er alle Register. 2001 war der letzte Jahrgang den Hans Günter Schwarz als Kellermeister von Müller-Catoir betreut hat, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedete. Zuvor hatte er fast die gesamte heutige Elite der Pfälzer Winzer bei ihm das Handwerk gelernt. Mit den Weinen aus 2001 ist ihm ein genialer Schwanengesang gelungen. Diesen Wein, von dem ich leider meine letzte Flasche trinke, hatte ich halb vergessen. Ich wollte ihn zwar bewußt etwas länger liegen lassen, doch weil ich den Wein zwischenzeitlich nicht mehr in den Untiefen meines Weinschranks gefunden habt, strich ich ihn schließlich nach einer erfolglosen Inventur aus dem Kellerbuch. Daß er bei einer nachfolgenden Inventur dieses Jahr wieder auftauchte, machte mich dann wie bei einem Wiedersehen nach langer Zeit glücklich, auch wenn ich noch nicht wissen konnte, wie glücklich ich mich wirklich schätzen durfte, da er meine kühnsten Hoffnungen weit übertroffen hat. Wahnsinn!

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Hambacher Römerbrunnen
Jahrgang: 2001
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Müller-Catoir
Ausbau: Kabinett trocken
Alkohol: 11,5%

Durbacher Plauelrain Riesling SL 2004

Sonntag, Mai 30th, 2010

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Zunächst offenbart der Duft Aromen von Steinobst sowie grüne pflanzliche Noten. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Das Bukett bleibt aber insgesamt schwer zu druchdringen. Meiner Wahrnehmung nach werden die pflanzlichen Noten jetzt von einem Steinduft ergänzt.

Am Gaumen erweist sich der Wein als ein kräftiger Vertreter mit Ecken und Kanten. Er besitzt eine gute Dichte, in der sich Kräuterwürze und Saftigkeit gut einfügen. Doch was den Wein eigentlich ausmacht, ist die intensive Mineralik, die sich auch durch salzige Noten ausdrückt. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Daß dies ein Klassewein ist, steht für mich außer Frage. Weit mehr frage ich mich, ob die 6 Jahre ihm gut getan haben. Zumindest haben sie ihm wohl nicht schlecht getan. Die Tiefgründigkeit und die Mineralik geben ein deutliches Qualitätsurteil ab, daß der Wein nicht mit Altersnoten zu kämpfen hat. Im Vergleich zur letzten Verkostung scheinen mir die fruchtigen Noten noch weiter in den Hintergrund getreten zu sein. Mit seiner Mineralik weiß er diese Lücke aber gut zu füllen. Ich glaube, es kann sehr interessant werden, mit der letzten Flasche noch etwas zu warten.

Herkunft: Deutschland – Baden – Durbacher Plauelrain
Jahrgang: 2004
Rebsorte: Riesling
Erzeuger: Andreas Laible (sen. hinzuzufügen wird angesichts der Erfolge der Söhne immer wichtiger)
Ausbau: Spätlese trocken SL = Selektion Laible
Alkohol: 13%

La Larme d’or Chablis 2008

Montag, Mai 24th, 2010

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe. In der ersten Nase stecken kräutrige Aromen und etwas Limone. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität noch einmal deutlich zu. Steinige Noten und etwas Tabak kann ich jetzt erschnuppern.

Am Gaumen fällt zunächst die leicht aggressive Säure auf. Der Körper ist eher leicht. Dafür finde ich in dem Wein eine Kräuterwürze und etwas Salz.

Es sind zwei Sachen, die mir an diesem Wein nicht gefallen. Zum einen fehlt dem Wein die Harmonie, die durchaus schönen Einzelwahrnehmungen in ein Gesamtbild zu setzen. Zum anderen läßt sich in ihm nichts von einem Chardonnay erahnen. Das ist dennoch ein ordentlich bis guter Wein. Für den Geschmackstest eines Supermarktweins keine schlechte Sache, aber mit 6,99€ habe ich mich sicherlich auch schon in die obere Supermarktpreisklasse begeben.

Herkunft: Frankreich – Burgund – Chablis
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Chardonnay
Erzeuger: Jean Louis Quinson
Ausbau:  AOC
Alkohol: 12%

Weinrallye #33 Weine aus Aromarebsorten

Samstag, Mai 22nd, 2010

weinrallye-logo-gros-mit-textthumbnail.jpg

Vinissimus gab das Thema zur 33. Weinrallye vor – aromatische Weine. Welche dies sein könnten, schlug er gleich in der Ankündigung vor.

Bei einer Auswahl zwischen Scheurebe, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Muskateller werden manche wohl abwinken und ein Bier ordern. Ich sehe das ganz anders. Gerade für Neulinge, die erst beginnen, die weite Weinwelt zu erforschen, bieten diese Weine erste Erfolgserlebnisse. Ihr intensives Bukett ermöglicht eine einprägsame Weinerfahrung und man lernt schnell, solche Weine zu identifizieren.

Doch es ist nicht allein die Freude, einen guten Bekannten wieder zu treffen, die den Reiz dieser Weine ausmacht. Bei diesen Rebsorten wird die Nase wirklich mit der Wahrnehmung sensationeller Aromen belohnt, denen sich häufig genug auch ein schöner Geschmack anschließt.

Daher war es für mich eher die Qual der Wahl, die schönste zu identifizieren. Wer meine bisherigen Verkostungen durchliest wird wenig verwundert sein, daß meine Wahl auf den Muskateller fiel. Neben der beeindruckenden Intensität der Aromen ist es bei dieser Rebsorte das Gefühl, einen traubigen Wein zu trinken. Gefällt mir sonst die Vielfalt in der Weinwelt und die Vielschichtigkeit an Weinen, ist es beim Muskateller genau das Gegenteil. Ich habe das Gefühl zurück geführt zu werden und einen puren Wein zu trinken. Daher möchte ich die Rebsorte Muskateller wirklich nicht missen. Auch wenn ich 99 von 100 mal einen Riesling dem Muskateller vorziehe, würde ich im Zweifelsfall wenn ich nur noch Weine einer Rebsorte trinken dürfte mich gegen Riesling und für Muskateller entscheiden. Auch wenn mir damit manches Große Gewächs entgehen würde, hätte ich zumindest immer das Gefühl einen Wein aus Trauben zu trinken.

Zur Verkostung kamen daher heute zwei Muskateller
(1)
Herkunft: Deutschland – Pfalz
Jahrgang: 2009
Rebsorte: Muskateller (hatte ich das nicht schon angekündigt)
Erzeuger: Bergdolt Reif & Nett
Ausbau: trocken
Alkohol: 11,5%

Der Wein hat eine glanzhelle Farbe. Zunächst duftet er sehr intensiv nach Rosen und Lychee. Man könnte ihn also durchaus noch mit einem Gewürztraminer verwechseln. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Neben Traubenzucker kommt auch eine Muskatnote im jetzt unverwechselbaren Bukett vor.

Der Wein ist sehr fruchtig. Der relativ leichte Körper sorgt ebenso wie die Säure dafür, daß die lockere Art eines Muskatellers gut heraus kommt. Ebenso bringt eine Muskatnote im mittellangen Nachhall viel Typizität hervor.

Ein sehr gefälliger Wein, aber ein eher einfacher Wein, was mir aber am Muskateller ja besonders gefällt.

(2)
Herkunft: Österreich – Südsteiermark
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Gelber Muskateller (also nichts anderes als bei 1)
Erzeuger: Walter Skoff
Ausbau: trocken
Alkohol: 12%

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Die erste Nase ist noch eher dezent mit grasigen Aromen. Die zweite Nase zeigt ein deutlich intensiveres Bukett. Eine leichte Rosennote sowie Pfirsicharomen und steinige Anklänge bestimmen jetzt das Aromenspiel.

Am Gaumen zeigt sich der Wein sehr fruchtig und von einer saftigen Konsisten. Ein Geschmack nach Trauben wird von würzigen Noten und einer leichten Muskatnote begleitet. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Häufig ist bei Muskatellern ja ein Bruch zwischen betörendem Bukett und sehr eigenwilligem Geschmack festzustellen. Hier topt der Geschmack den Geruch. Ein ganz feiner Wein, den ich mir gut zum gegrillten Fisch vorstellen kann.