Unser Leben

Lasst uns unsere Zeit verschwenden
Lasst sie uns der Dumpfheit spenden
Wir schauen einfach etwas fern
auf diesen bunt funkelnden Stern

Wir tuen die Dummheit aussenden
Wir tuen uns vor der Realität versperrn
und schaffen es nicht zu wenden
Ja wir haben unsere Fehler gern

Wir werden von Bequemlichkeit schikaniert
und von falschen Routinen blockiert
Es ist schwer den Kreis zu durchbrechen

Nur selten tut uns ein Schmerz stechen
wenn sich in uns etwas Verstand verliert
Dann erkennen wir unsere Schwächen

Wie wunderschön ist grün

Wie wunderschön ist grün
außer wenn Pflanzen in dieser Farbe blühn
denn dann gibt’s nicht viel zu sehen
Da kann man noch so lang nach ihnen spähen

Besser wär’s sie würden glühn
dann würd man sie nicht aus Versehen abmähen
Doch manche wollen sich einfach nicht bemühn
und tun einfach nur dumm rum stehen

Grün allein ist halt nicht bunt
Hier wuchert höchstens ein halbes Pfund
das ich aber nicht für einen Strauß auflese

Doch ist es wirklich eine Malaise?
Sicher hat das Uni-Grün doch einen Grund
und sei es maximale Photosynthese

Richtig ist wichtig

Was Dir wichtig ist
muss nicht richtig sein
Doch was für Dich richtig ist
sollte Dir auch wichtig sein

Es ist leicht sich zu ignorieren
zwischen tausenden von Dingen
Schnell kann man sich verlieren
statt die Zeit mit sich selbst zu verbringen

Es lohnt sich ein Herz zu fassen
denn sich um sich selbst zu kümmern
verhindert ein Ende in Trümmern

Wird es dagegen unterlassen
auf sich selber aufzupassen
wird es vielleicht noch schlimmer!

U-Bahn fahren in Berlin

Mich irritieren die rosa lackierten Finger
in Kombination mit seinem Hipsterbart
Ist er vom Typ Baumfäller-hart
oder war er im Varietee Ginger

Ein Abteil weiter sagen Frisur und Körper sehr klar er
Mimik und Gestik sind von einer sie
Die Daunenjacke verdeckt sehr
Für die Lösung braucht es wohl ein Genie

Was für ein verrückter Wagon
in normaler Berliner Tradition
und zugleich ein Beleg seiner Zeit

In der Stadt feiert jeder seine Eigenheit
Etwas irritierend bleibt der Zug trotzdem schon
doch am meisten überrascht seine Pünktlichkeit

Umsetzungsstärke

Was nützt dir deine Weisheit
wenn du nicht nach ihr lebst
Wenn du kaum nach ihr strebst
wirst du sie schnell wieder leid

Da du in deinem Stigma lebst
Verhinderst du dass du schwebst
Der Verzicht auf internen Streit
kostet dich vor allem Zeit

Zeit, authentisch zu sein
So fühlst du dich unrein
und auch unzufrieden

Du wahrst lieber den Schein
und hast dich leider entschieden
und den Konflikt mit dir gemieden

0815-Fingerübung

Verdammt was is das Mädel heiß
dumm nur daß es jeder hier weiß
Wie komm ich bloß an sie ran
und zieh sie in meinen Bann

Klar is daß ich bei ihr anbeiß
doch wie werd ich für sie der Mann
Leider ist’s hier nich grad leis
so daß man sich kaum verstehn kann

Bei dem Lärm hilft nur Brüllen
Keine Chance sie mit Text zuzumüllen
Wie also komm ich bei ihr zum Ziel

Blöd daß auf mein charmantes Spiel
leider noch keine echt hereinfiel
Am Ende bleibt doch nur sie abzufüllen

14. Welt-Astra-Tag

Wie im letzten Jahr kam ich natürlich auch diesmal nicht um den Welt-Astra-Tag herum. Das von der Astra-Brauerei veranstaltete Festival ohne Freibier aber zum freien Eintritt und unter freien Himmel – was bei diesem Sommer natürlich kein Vorteil ist – offenbart für mich den einzigartigen Charme von St. Pauli.

Auch wenn es natürlich viel zu kurz greift, dies in einen Satz zu formulieren, will ich es noch kürzer mit den drei Worten „Größenwahn mit Augenzwinkern“ versuchen. Der Charme des Losers, der mit seinen letzten 100€ eine Lokalrunde schmeißt, besitzt eine Chupze, die der Stadtteil St. Pauli trotz aller Bemühungen von Investoren noch immer nicht verloren hat.

H-Blockx als Main Act für eine solche Party passen natürlich wie die Faust aufs Auge. Einerseits viel zu groß für so ein Festival, andererseits so abgehalftert wie Mickey Rourke in der Charles Bukowski Verfilmung Barfly kommt man sich als Zuschauer, der es gerade noch nicht in die Midlife-Crisis geschafft doch fast schon wie bei einem Baumarkt-Jubiläum mit Roland Kaiser vor, denn die Songs waren noch die gleichen wie in den 90ern, so daß man noch extrem textsicher war.

Aber es zeigt auch die Extraklasse von St. Pauli, daß trotz einer einstmals großen Band auf abgebrochenem Ast und trotz schlechtem Wetter eine Riesenstimmung war und die Band angefeuert vom Sponsor des Festivals noch einmal eine Riesenshow zeigte. Diese Seite werde ich von Hamburg echt vermissen, auch wenn ich es mit einzigartiger Weinfeststimmung eintausche.

Deswegen komme ich auch nicht umhin, ein paar Zeilen dem Sponsor zu widmen, wobei ich gestehen muß, daß ein anderer Grund der ist, daß mir die Idee ein Wochenende zuvor kam, als ich sagte, daß man über alles schreiben kann und folgendes als erstes meinen Augen begegnete.

astra.jpg

Du schaffst es nicht durchs Tor zur Welt
weil man Dich lieber hier behält
Du wirst nicht ins Ausland versandt
Deshalb bist Du dort auch nicht bekannt

Doch wer Dich hält in seiner Hand
und wem Du dann auch gefällst
für den bist Du dann das beste Bier der Welt
und er löscht mit Dir jeden Brand

Liebevoll nennen wir Dich Knolle
und kriegen uns wegen Dir in die Wolle
Denn bist Du erst einmal leer

brauchen wir einfach noch mehr
denn nur voll erfüllst Du Deine Rolle
und verbreitest Deinen Underdog-Flair

P.S. Mein Gegenüber konterte leicht süffisant, daß man sicher über alles schreiben kann, es deswegen aber noch lange nicht gut sein muß (kann). Auch ein Grund, wieso der Beitrag unter Motto abgelegt ist.

Von der handwerklichen Unfähigkeit

Manchmal ist’s grotesk jemand zuzuschaun
wie er versucht einen Liegestuhl aufzubaun
Seine Dreiecke sind nicht stabil
Fast wirkt’s als hätte er kein Ziel

Nichts scheint bei ihm hinzuhaun
Bei diesem eigenwilligen Arbeitsstil
ist’s kein Wunder daß er durch den Stuhl fiel
Es wär besser er tät sich wenigstens traun

jemand um gnädige Hilfe zu fragen
die ihm könnt die leichte Lösung sagen
doch sein Stolz tut ihn dran hindern

Schließlich gelingt der Aufbau sogar Kindern
Ja man muß ihm schon aktiv Hilfe vorschlagen
um seine Probleme mit dem Stuhl zu mindern

Türsteher-Blues – 19

Woa was prügelt der auf den Alten ein
Stell Dir vor das könnten wir sein
Will der denn gar nicht mehr aufhörn
Oh da scheint ihn jemand zu störn

Was fängt der Typ denn an zu schrein
Er scheint fast etwas zu schwörn
doch ich kanns leider nicht hörn
Zückt der die Knarre nur zum Schein

Was wird dem Türsteher jetzt wohl blühn
Hey da handelt mal ja einer kühn
Der hat keine Angst vor dem Blei

Grad setzt der andre den Schuß frei
da tut er ihm was in die Augen sprühn
und die Kugel geht wie alles vorbei

– Fin –

Türsteher-Blues – 18

Auch ohne Schmiergeld zu berappen
muss es jetzt doch einfach klappen
Zwar kann ich kaum noch etwas sehen
doch ich muß nur der Schlange nachgehen

Diesmal laß ich mich nicht schnappen
Jetzt werd ich das Ding drehen
Ich werd mit der Menge mitschwappen
Doch jetzt komm ich erstmal zum stehen

„Verabschiede dich von Deinen Lieben
Für Dich gibt es kein Erwachen“
Das kann er doch nicht mit mir machen

Ich hab doch nichts Schlimmes getrieben
Wo ist mein Pfefferspray geblieben
Ich find und richt es gegen den Drachen