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Archiv der Kategorie Österreich

Meinklang Blaufränkisch 2007

Der Wein hat eine rubinrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und geht relativ schnell in einen kirschroten Rand über. Anfangs duftet der Wein mäßig intensiv nach Beerenfrüchten, Leder und Vanille. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität des Dufts deutlich zu. Gleichzeitig verschwinden die fruchtigen Noten aus dem Bukett, das jetzt von Leder dominiert wird, aber auch pflanzlichen und erdigen Noten Raum läßt. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Auch wenn der Wein einen mittelschweren bis schweren Körper besitzt, gleitet er sanft und rund durch den Mund. Samtene Tannine sind wohl ein gutes Stichwort. Eine leichte Schokoladennote ist erkennbar. Neben diesen eher textuellen Eindrücken bleibt der Wein zunächst eher leer, wobei dies wie beim Körper angedeutet eine dichte Leere ist. Zunächst ist der Abgang auch sehr sanft, bevor im Nachhall ein mineralisches Prickeln die erdigen Elemente des Buketts in Erinnerung ruft, das diesen durch seine gute Länge begleitet.

Wieder mal ein Beweis dafür, daß Blaufränkisch und Lemberger zwar die gleiche Rebsorte sind, es aber eine Beleidigung der Österreicher wäre, die beiden qualitativ vergleichen zu wollen. Das ist ein sehr feiner und zugleich kräftiger Wein, der bereits viel Spaß macht. Ob er durch eine weitere Lagerung noch gewinnt, weiß ich nicht. Auf diesem Niveau verkraften wird er sicherlich noch drei bis fünf Jahre, wobei ich es durchaus spannend finden würde, ihn über die Zeit zu beobachten. Zum in Speck gewickelten Rinderhüftsteak.

Herkunft: Österreich - Burgenland - Neusiedlersee
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Blaufränkisch
Erzeuger: Michlits
Ausbau: trockener Qualitätswein
Alkohol: 13,5%

Goldberg Grüner Veltliner 2006

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Zunächst duftet er sehr würzig mit Pfefferaromen und dazu mit pflanzlichen Aromen behaftet. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Das Bukett besitzt jetzt rauchige Züge, die Assoziation zu Tabak kommt mir wohl als Nichtmehrraucher. Pfeffer, eine leichte Frucht und weitere Gewürze spielen aber auch noch mit.

Auch am Gaumen ist der Wein sehr würzig. Dies harmoniert gut mit der Kraft des Weins. Überraschend ist eher die saftige Ader des Weins, die vom mittelschweren Körper unterstützt wird. Hier ist es, als stünden zwei Seiten gegenüber, die im Gleichgewicht auf einer Wippe hin- und herwiegen und dabei ein recht faszinierendes Schaubild abgeben. Hinzu kommt die gute Länge des Nachhalls, in dem auch eine leichte Mineralik steckt.

Der Wein begeistert mich immer wieder. Ein toller Veltliner. Für recht wenig Geld, 7,10€, gibt es hier eine Menge zu entdecken. Spannendes Bukett und abwechslungsreicher Geschmack sind weit mehr, als man in dieser Preisklasse erwarten darf. Mag sein, daß es in 2006 in Österreich leicht war, einen guten Wein zu erzeugen, aber das soll mich nicht daran hindern ihn mit Lob zu überschütten. Zum überbackenen Wels in Pestosauce.

Herkunft: Österreich - Wagram Donauland - Goldberg
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Grüner Veltliner
Erzeuger: Familie Bauer (Großriedenthal)
Ausbau: trocken
Alkohol: 13%

Burgenland Blaufränkisch 2006

Der Wein trägt ein kirschrotes Kleid. Die Farbtiefe ist mäßig ausgeprägt, was sich in einem sehr blassen Rand zeigt. Zunächst duftet der Wein bereits durchaus intensiv mit einer schönen Mischung aus Hagebutte, Minze und Paprika. Nach dem Schwenken scheint es mir so, daß jetzt eher Leder und Vanille die Hagebutte begleiten. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Der Wein ist relativ mild. Eine eher geringe Ausdrucksstärke gelingt ihm zum Vorteil. Der mittelschwere Körper weiß in seiner cremigen Struktur die Frucht des Weins über die Zungenspitze gut durch den Mund zu transportieren. Gleichzeitig verleiht ihm diese cremige Struktur einen sehr runden und ruhigen Charakter, in dem auch würzige Lakritznoten sehr gut eigebunden sind. Dazu kommt eine leichte erfrischend wirkende Säure. Der Nachhall besitzt eine mäßige Länge.

Das ist ein guter Wein, den man sehr gut als Essensbegleiter einsetzen kann. Gerade die unauffälligen, ruhigen Töne sind es, die ihn sehr vielseitig einsetzbar machen. Ich glaube aber, daß er mit einem Pilzragout noch gewinnen kann.

Herkunft: Österreich - Burgenland
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Blaufränkisch
Erzeuger: Zantho
Ausbau: trocken
Alkohol: 13%

Grüner Veltliner Steinhaus 2006

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Bereits der erste Geruchseindruck ist sehr intensiv und verbreitet einen Duft von Heu und Pfeffer. Nach dem Schwenken wird das Bukett subtiler. Noten von Tabak und Zitrone sind hinzugekommen.

Der Wein besticht durch eine sehr starke Würze und einen kräftigen Körper. Die leichte Säure ist gut eingebunden. Der Nachhall besitzt eine gute leicht mineralische Länge. Dazu kommen leicht salzige Nuancen und ein fast schon bitterer Abgang.

Ein sehr guter Wein mit enorm viel Kraft. Er verdient ein gut gewürztes Essen. Ich probiere es mit einem gedämpften Heilbutt mit chinesischem 5-Gewürze-Pfeffer.

Herkunft: Österreich - Kamptal - Langenloiser Steinhaus
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Grüner Veltliner
Erzeuger: Summerer
Alkohol: 13%
Ausbau: Qualitätswein trocken

Entschuldigung 1. Teil

Der ein oder andere Leser mag sich aufgrund der unbeschriebenen Tage ja Sorgen um mein Wohlbefinden gemacht haben. Vielleicht hat er sich sogar die folgenschwere Frage gestellt, ob ich es denn mehrere Tage am Stück ohne Verkostungsnotiz aushalte.
Ich bedanke mich auf jeden Fall für das Mitgefühl und kann Euch versichern, daß die Sorgen zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unbegründet sind. Die erste Schaffenspause legte ich im österreichischem Ehrwald ein, wo ich zwar vorzüglichen Rotwein konsumierte, allerdings wie es sich gehört, ausschließlich zu Tisch. Anders als bei anderen Gelegenheiten verhielt ich mich zur Abwechslung mal zivilisiert und holte nicht mein Notizbuch hervor. Zu trinken gab es u.a. den 2006er Blaufränkisch Chevalier DAC Reserve vom Rotweingut Iby aus dem Mittelburgenland und den durchaus bekannten Arachon eine Cuvee aus Blaufränkisch, Merlot, Zweigelt und Cabernet Sauvignon. Der Chevalier war der zugänglichere der beiden Weine und damit wohl auch der für das Restaurant bessere geeignete. Der Arachon war dagegen einer jener Weine, die mit Luft zulegen und nach und nach neue Facetten offenbaren. Also auf jeden Fall ein spannender Wein, bei dem es lohnt, ihn über einen Abend zu verfolgen. Die Höhenluft setzte mir aber zu, so daß ich nicht allzu aufmerksam war. Ich hoffe, die Leser sind geneigt, mir dies zu verzeihen.
Am Münchner Flughafen checkte ich vor der Rückreise ins norddeutsche Küstenvorland, gemeinhin auch Hamburg genannt, noch im Dallmayr Café ein. Feinschmecker und Weintrinker wissen, daß es hier nicht nur Kaffee gibt sondern auch:

Chablis Domaine Chèvre 2006

Strohgelbe Farbe, Birne, Wachs, blumig
Sehr ungewohnt: fruchtig, leichte Säure, frisch, schwacher Schmelz, gute Länge, leicht mineralischer Nachhall.

nicht unbedingt Chablis-typisch, aber sehr gefällig

Escherdorfer Lump Sivaner Kabinett trocken, 2007

Strohgelbe Farbe, sehr fruchtig, leichtes Pfefferl
Saftig, leichte Säure, fruchtbetont, geradlinig

netter Wein, aber doch ziemlich belanglos, zum Durchschnittskrimi am Abend, falls man den Fernseher partout nicht abschalten kann.
Der zweite Schluck besitzt doch etwas mehr Rasse und Würze. So verträgt er auch die Chips zum Krimi.

Wenn die Angaben zur Wiedererkennung der Weine nicht wirklich ausreichen, so liegt das nicht an meinen Bemühungen sämtliche vorhandenen Informationen von den Karten aufzuschreiben.

Grüner Veltliner Trinkvergnügen #7 2008

bild026.jpg

Der Wein ist glanzhell mit einem leicht grünlichen Ton. Die erste Nase ist recht intensiv mir Gerüchen von Limette und Zitronengras. Die zweite Nase ist immer noch fruchtig, jetzt mit einer leichten Pfeffernote.

Am Gaumen zeigt sich ein schönes Zusammenspiel von Frucht, Pfefferl und einer vielleicht doch etwas zu spitzen Säure. Der Nachhall besitzt eine mäßige Länge. Ein angenehmer würziger Wein.

Die Investition in das witzige Etikett hat sich aus meiner Sicht auf jeden Fall gelohnt. Es hat ja noch selten ein Winzer die Lese als Vergnügen bezeichnet. Stattdessen wird die harte Arbeit und die strenge Selektion betont. Insofern ist das Durchstreichen des Begriffs Lesevergnügen auf dem Etikett sehr verständlich. Vielleicht soll durch das Etikett auch klar gemacht werden, daß Wein zwar ein guter Begleiter bei der Lektüre ist, das Lesevergnügen aber immeraus der selbigen kommt. Von daher diesmal eine Buch- statt einer Essensempfehlung. Der Wein paßt in seiner ungezähmten Wildheit zu “The White Tiger” von Aravind Adiga. Dazu in den nächsten Tagen vielleicht mehr.

Herkunft: Österreich - Niederösterreich - Kamptal (letzteres steht nicht auf dem Etikett)
Rebsorte: Grüner Veltliner
Jahrgang: 2008
Erzeuger: Hirsch
Titel: Lesevergnügen Trinkvergnügen #7
Ausbau:trocken
Alkohol: 11,5%

Grüner Veltliner Stein am Rain 2007

Fernab der gewohnten Verkostungsroutine, fallen meine Notizen etwas spärlicher und vielleicht auch etwas weniger zärtlich aus. Ich hoffe, der Leser und der Wein können mir das entschuldigen.

Der Wein hat eine strohgelbe Farbe. Das Bukett ist sehr würzig mit Pfeffer und Kardamonanklängen.

Für ein Federspiel ist der Wein ziemlich kräftig. Er besitzt einen mittelschweren Körper, eine schöne Portion Schmelz und das GV-übliche Pfefferl. Dazu kommt ein ordentlicher Nachhall.

Auch wenn der Wein nicht so leicht wie erwartet ist, läßt er sich doch sehr leicht trinken. Er macht viel Spaß und Laune. Ich empfehle ihn zu einem gratinierten Donauwaller in Pestosauce, wahrscheinlich weil ich das gerne koche, auch wenn der Wels nicht aus der Donau ist.

Herkunft: Österreich - Wachau - Stein am Rain
Rebsorte: Grüner Veltliner
Jahrgang: 2007
Erzeuger: Josef Jamek
Ausbau: Federspiel trocken
Alkohol: 12,5%

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