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Archiv der Kategorie Kommentar
Beliebigkeit
30.10.2011 von Clemens.
So langsam mache ich mir Sorgen über den Geisteszustand von Angela Merkel. Ich halte schon lange einen Mindestlohn für wünschenswert, um die schlimmsten Ausbeutungen zu verhindern, bzw. um zumindest eine rechtliche Basis gegen sie zu haben. Dass meine Vorstellungen von einem Mindestlohn insbesondere in der Höhe nicht unbedingt denen der SPD oder der Linken entsprechen, ist wieder ein anderes Thema.
Doch jetzt kommt unsere Kanzlerin nach mehreren Jahren, in denen sie sich vehement gegen den Mindestlohn gewehrt hat und wünscht sich genau diesen!? Grundsätzlich begrüße ich natürlich, wenn Menschen sich überprüfen und bereit sind ihre Meinung zu ändern. Dann müssten sie aber auch bereit sein ihren Meinungsumschwung zu erklären und wieso sie ihren vorherigen Standpunkt jetzt für falsch halten. All das passiert bei Merkel natürlich nicht.
All das ist auch schon beim Atomausstieg passiert. So glaubhaft Merkel als Atombefürworterin war, so unglaubhaft ist sie als Atomgegnerin gewesen, auch weil sie keinen Fehler zugegeben hat. Dieses Verhalten, bei dem Merkel ihre Ansichten um 180 Grad dreht, mutet einfach nur grotesk an. Falls es das Schnappen nach der Wählergunst ist, wird dieses schiefgehen, weil Merkel erneut nicht glaubhaft ist. Stattdessen fährt sie ihren Kurs der politischen Beliebigkeit fort. Damit hinterlässt sie ihr Kabinett, ihre Partei und die Bevölkerung ratlos.
Psychologisch würde man ihr Verhalten nach meiner laienhaften Einschätzung als schizophren einstufen.
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Unpräzise Hacker
10.10.2011 von Clemens.
Wieso ist der vom CCC analysierte “Bundes-Trojaner” eigentlich ein Trojaner? Sicher hat sich dieser Begriff in der Computer-Terminologie entsprechend eingenistet, so dass die Verantwortung für den Namen nicht beim CCC liegt oder beim bayerischen Innenministerium - der hinterhältige Einsatz dagegen schon.
Politiker, denen political correctness zweimal wichtiger als die Verfassung ist, werden sich wahrscheinlich am Begriff hinterhältig stören. Doch wenn wir die Herkunft des Namens analysieren, wird deutlich, dass Hinterhältigkeit in der Natur des Trojaners liegt. Schließlich zieht der Name eine Analogie zum Trojanischen Pferd, in dem sich nach Odysseus Idee die Griechen nach Troja einschlichen, was wohl ohne Frage als hinterhältig bezeichnet werden kann. Falls irgendein Politiker dies bestreitet möge er mir bitte erklären, was Odysseus damit anderes gemacht hat, als einen Hinterhalt für die Trojaner zu legen.
Im Sinne der historical correctness oder der literarischen correctness - je nachdem ob man die Ilias als historischen Bericht oder als Poesie einstuft - ist die Bezeichnung Trojaner also eindeutig falsch. Schließlich war das trojanische Pferd kein Trojaner, sondern ein Werk der sie belagernden Achaier. Unter diesem Begriff wird die Gesamtheit der Griechen in Homers Werk genannt. Das Volk ihres Anführers Agamemnon sind die Mykener. Zum Wohle aller Klugscheißer dieser Welt sollte man daher von einem Bundes-Achaier oder einem Bundes-Mykener sprechen. Wenn man dagegen den Namen auf den listigen Odysseus zurückführt, was ja wiederum zu einem Viren konzipierenden Hacker passen würde, und das Spionageprogramm nach seinem Volk benennen, wäre es natürlich der Bundes-Ithaker.
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Verlogene Entschuldigungen
1.7.2011 von Clemens.
Alt werden ist kein Spaß. Sich eines alten, verwirrten Menschen anzunehmen auch nicht. Doch das Leben ist nicht nur ein Zuckerschlecken. Mitgefühl und Anteilnahme sind edle Gefühle, und aus ihnen resultierende Taten adeln sich selbst.
Welchen Nutzen hat es für den krankhaft Verwirrten, wenn sich ihm ein Fremder annimmt? Bestenfalls erlebt er einen kurzen Moment der Klarheit und der Anteilnahme, den er schnell wieder vergißt. Nicht unwahrscheinlich ist jedoch, dass stattdessen eine gestörte oder feindselige Haltung eingenommen wird. Schwierig ist es auch, von dem verwirrten Menschen wieder loszukommen, denn es ist nicht unüblich, daß dieser sich an die Bezugsperson klammert, die sich ihm längere Zeit stellt. Deshalb überläßt man - vielleicht mit schlechtem Gewissen - diese Menschen ihrem Schicksal und der Einsamkeit, die sie noch stärker abdriften läßt.
Es ist also ein Gefühl der Angst, das uns diese Menschen ignorieren läßt. Da sie mit ihrem selsamen Verhalten jedoch natürlich nicht aus unserer Wahrnehmung verschwinden, bleibt erst einmal ein Gefühl der Scham, weil man sie sich selbst überläßt und ein Gefühl der Angst, auch so zu werden. Vielleicht sind diese Gefühle die gerechte Strafe für die ungebührliche Untätigkeit. Doch die Strafe erscheint mir arg milde. Was mich bedrückt, ist der Eindruck, daß unsere älter werdende Gesellschaft immer mehr dieser Menschen hervorbringt und sie herz- und bindungslos sich selbst überläßt.
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