Archive for the ‘Gedicht’ Category

Geselligkeit

Sonntag, Oktober 30th, 2011

Die Suche nach Gesellschaft
kostet einfach zu viel Kraft
Unmöglich sich mit andern zu verständigen
ohne sich oder sie zu bändigen
Selbst auf der gleichen Wellenlänge
bleibt manches Gespräch hängen
Weil man sich ohnehin einig ist
wird die Unterhaltung sehr schnell trist
Sich sinnlos zu unterhalten
ohne geistig abzuschalten
ist mit Aufwand verbunden
Hat man sich so geschunden
erwartet man auch Profit
den man daraus eher selten zieht

Einzelgänger

Mittwoch, Oktober 26th, 2011

Nicht jeder ist für Gesellschaft geschaffen
Mancher macht sich gerne für andre zum Affen
Andre fühlen sich nicht wohl im Gehege
und wirken deshalb etwas träge
Was ich wirklich schlimm empfind
ist wenn sie es auch wirklich sind
Doch man muss sich weder um ihn grämen
noch sich für ihn (peinlich) schämen
ist er glücklich mit sich allein
und weiß seine Zeit Sinnvollem zu weihn

Was hab ich zu verliern?

Montag, Oktober 24th, 2011

Nicht immer kommt die Gelegenheit
gerade genau zur rechten Zeit
dann gilt es kurz zu betrachten
was die Dinge der Vergangenheiten brachten
welche Hoffnungen du in sie setzt
und ob du jemanden verletzt
wenn die Gelegenheit zu sehr verlockt
Sonst bist du hinterher zu sehr geschockt

Fang bei dir selber an

Samstag, Oktober 22nd, 2011

Nicht jede Gelegenheit
steht vor deiner Tür bereit
Ist dein Leben seit Jahren
dermaßen festgefahren
daß es keine Abwechslung zeigt
daß dein Handy ständig schweigt
und bist du deswegen innerlich am Fluchen
mußt du die Chancen einmal selbst suchen

Gelegenheit macht …?

Freitag, Oktober 21st, 2011

Ergibt sich eine Gelegenheit
dann sei dafür (allzeit) bereit

Natürlich tun schlechte Momente schmerzen
doch nimm sie dir nicht zum Herzen
denn wie lange mußt du bluten
für die verpaßten wirklich Guten

Weiß man nicht ob gut oder schlecht
kommt man mit der Ungewißheit kaum zu Recht
Die was-wäre-wenn-Fragen
können ewig an dir nagen

Fingerübung-0816

Donnerstag, Oktober 20th, 2011

Bitte gib mir nur ein Wort
und ich starte genau dort
und führ es immer weiter fort
Klingt das langweilig wie Sport

Viel mehr ist es auch nicht
Wie ich führ dich hinters Licht
Manchmal entwickelt sich so eine neue Schicht
und dein Wort bekommt ein neues Gesicht

Klingt das etwa vermessen
oder hast du dein Wort schon vergessen
Ich hab es unheimlich schnell aufgegessen
um nicht zu sagen beiläufig gefressen

So tu ich die Wörter verschlingen
und ohne sie dazu zwingen
beginnen sie auf einmal zu singen
weil sie einfach nur gut klingen

Also bitte gib mir nur ein Wort
Ich versprech es kommt auch nicht zum Mord
Dein Wort bleibt bei mir an Bord
und endet als Beute in meinem Hort

0815-Fingerübung

Mittwoch, Oktober 19th, 2011

Verdammt was is das Mädel heiß
dumm nur daß es jeder hier weiß
Wie komm ich bloß an sie ran
und zieh sie in meinen Bann

Klar is daß ich bei ihr anbeiß
doch wie werd ich für sie der Mann
Leider ist’s hier nich grad leis
so daß man sich kaum verstehn kann

Bei dem Lärm hilft nur Brüllen
Keine Chance sie mit Text zuzumüllen
Wie also komm ich bei ihr zum Ziel

Blöd daß auf mein charmantes Spiel
leider noch keine echt hereinfiel
Am Ende bleibt doch nur sie abzufüllen

Der Konzern

Freitag, Oktober 14th, 2011

In einem großen Konzern
arbeiten viele sehr gern
Dort kann man sich prima verstecken
Man braucht nur nirgends anzuecken
Behaglich labt man sich an der Mutterbrust
und trinkt gegen etwaigen Frust
Doch nimmt man sich die Dinge nicht zu Herzen
verschwinden dann irgendwann auch die Schmerzen
etwa zeitgleich mit der Leidenschaft
Meist dauert’s bis es jemand rafft
dass Engagement sich nicht lohnt
weil drüber der Prozess throhnt

 

 

Weil die Führung das eigne Unternehmen nicht kennt
stört’s auch nicht wenn man während der Arbeit pennt
Der Routinier hat gelernt sich einzuleben
und kein Stück von sich zu geben
Man wird ein Stück bequem
denn das Leben ist doch angenehm
Man wird auch ein Stück durchtrieben
und lernt den Prozess zu lieben
denn er lässt sich prima einsetzen
um sich nicht zu sehr zu hetzen
Das einziehende Gefühl der Gleichgültigkeit
sorgt vielleicht für eine halbwegs angenehme Zeit
doch es zerstört deinen inneren Kern
und irgendwann bist du dir selbst fern

Koi

Dienstag, Oktober 11th, 2011

Isch han koi Lust
isch han koi Bock
isch han koi Karpfen
in meinem Garten
Teich
denn ich bin
reich

Isch han koi Karpfen
koi Karpfen
koi Karpfen
in meinem Garten
Teich
und hoffe daß er
laicht
weil mein Reichtum mir nich
reicht

Isch han koi Lust
isch han koi Bock
isch han koi Karpfen

Frei von Begierde

Montag, August 29th, 2011

Die Begierden zu verlieren
tut nicht einfach so passieren
Als Resultat der Antriebslosigkeit
ein Zeichen von persönlichem Leid
Kommt der Verlust aus Erkenntnis
ist es weit mehr als ein Geständnis
Es ist auch keine Verpflichtung
sondern eher eine Umschichtung
der eignen philosophischen Ansichten
Nicht mehr über andre zu richten
ist dabei nur ein Aspekt
der viele abschreckt
Doch nichts zu begehren
heißt die Wunschliste zu leeren
ohne alle Wünsche davon zu erfüllen
Es heißt sich nicht mehr zuzumüllen