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Archiv der Kategorie Gedicht
Fingerübung-0816
20.10.2011 von Clemens.
Bitte gib mir nur ein Wort
und ich starte genau dort
und führ es immer weiter fort
Klingt das langweilig wie Sport
Viel mehr ist es auch nicht
Wie ich führ dich hinters Licht
Manchmal entwickelt sich so eine neue Schicht
und dein Wort bekommt ein neues Gesicht
Klingt das etwa vermessen
oder hast du dein Wort schon vergessen
Ich hab es unheimlich schnell aufgegessen
um nicht zu sagen beiläufig gefressen
So tu ich die Wörter verschlingen
und ohne sie dazu zwingen
beginnen sie auf einmal zu singen
weil sie einfach nur gut klingen
Also bitte gib mir nur ein Wort
Ich versprech es kommt auch nicht zum Mord
Dein Wort bleibt bei mir an Bord
und endet als Beute in meinem Hort
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0815-Fingerübung
19.10.2011 von Clemens.
Verdammt was is das Mädel heiß
dumm nur daß es jeder hier weiß
Wie komm ich bloß an sie ran
und zieh sie in meinen Bann
Klar is daß ich bei ihr anbeiß
doch wie werd ich für sie der Mann
Leider ist’s hier nich grad leis
so daß man sich kaum verstehn kann
Bei dem Lärm hilft nur Brüllen
Keine Chance sie mit Text zuzumüllen
Wie also komm ich bei ihr zum Ziel
Blöd daß auf mein charmantes Spiel
leider noch keine echt hereinfiel
Am Ende bleibt doch nur sie abzufüllen
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Der Konzern
14.10.2011 von Clemens.
In einem großen Konzern
arbeiten viele sehr gern
Dort kann man sich prima verstecken
Man braucht nur nirgends anzuecken
Behaglich labt man sich an der Mutterbrust
und trinkt gegen etwaigen Frust
Doch nimmt man sich die Dinge nicht zu Herzen
verschwinden dann irgendwann auch die Schmerzen
etwa zeitgleich mit der Leidenschaft
Meist dauert’s bis es jemand rafft
dass Engagement sich nicht lohnt
weil drüber der Prozess throhnt
Weil die Führung das eigne Unternehmen nicht kennt
stört’s auch nicht wenn man während der Arbeit pennt
Der Routinier hat gelernt sich einzuleben
und kein Stück von sich zu geben
Man wird ein Stück bequem
denn das Leben ist doch angenehm
Man wird auch ein Stück durchtrieben
und lernt den Prozess zu lieben
denn er lässt sich prima einsetzen
um sich nicht zu sehr zu hetzen
Das einziehende Gefühl der Gleichgültigkeit
sorgt vielleicht für eine halbwegs angenehme Zeit
doch es zerstört deinen inneren Kern
und irgendwann bist du dir selbst fern
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Koi
11.10.2011 von Clemens.
Isch han koi Lust
isch han koi Bock
isch han koi Karpfen
in meinem Garten
Teich
denn ich bin
reich
Isch han koi Karpfen
koi Karpfen
koi Karpfen
in meinem Garten
Teich
und hoffe daß er
laicht
weil mein Reichtum mir nich
reicht
Isch han koi Lust
isch han koi Bock
isch han koi Karpfen
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Frei von Begierde
29.8.2011 von Clemens.
Die Begierden zu verlieren
tut nicht einfach so passieren
Als Resultat der Antriebslosigkeit
ein Zeichen von persönlichem Leid
Kommt der Verlust aus Erkenntnis
ist es weit mehr als ein Geständnis
Es ist auch keine Verpflichtung
sondern eher eine Umschichtung
der eignen philosophischen Ansichten
Nicht mehr über andre zu richten
ist dabei nur ein Aspekt
der viele abschreckt
Doch nichts zu begehren
heißt die Wunschliste zu leeren
ohne alle Wünsche davon zu erfüllen
Es heißt sich nicht mehr zuzumüllen
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Große Pause
11.8.2011 von Clemens.
Damit ich nicht so aufbrause
mach ich lieber große Pause
Ich schreibe nur wenig auf
meine Finger haben keinen Lauf
Auch wenn die Synapsen sich drehen
kommen keine Zeilen zum Entstehen
Was soll’s denk ich bei mir
schreib ich eben nichts hier
Ich mache lieber große Pause
und geh raus aus dem Hause
Die Viertelstunde wird mich erfrischen
So kann ich wieder Neues auftischen
lass mir fräsche Reims einfallen
ohne unsinnig zu schwallen
Doch schnell ist ein Monat vergangen
und ich habe keine Idee gefangen
Wurde mein Interesse geweckt
habe ich es dennoch gesteckt
So wurde die große Pause immer länger
ich hab wohl einfach einen Hänger
Geschrieben in Meta, Lord Chandos, Gedicht, Dies & Das | Keine Kommentare »
Traumlandschaften
27.6.2011 von Clemens.
Was ich immer wieder träume
ist dass ich etwas versäume
Jede Stunde Religionsunterricht
wohl kein schwerwiegender Verzicht
doch dann komm ich schließlich drauf
und wache schweißgebadet auf
Mein Abitur hat keine Gültigkeit
denn für Religion hatte ich nie Zeit
habe nie eine Prüfung geschrieben
und bin deshalb ohne Abschluss geblieben
Alles war nur ein dreister Betrug
Was träum ich für einen Unfug
Was will mein Unterbewußtsein sagen
tu ich mich in lichteren Momenten fragen
Wofür will es mich beim Schlafen
so unbarmherzig strafen
Soll ich die göttliche Weisheit sehen
Vielleicht ist’s Zeit mal wieder in die Kirche zu gehen
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Der Tag geht
21.6.2011 von Clemens.
Der Tag geht
Der Sarg steht
weit offen
Jetzt hoffen
auf den Biß
darf die Miss
und ein Kuß
bleibt ein Muß
kurz davor
Singt der Chor
engelhaft
ist’s geschafft
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Schon lang such ich nen Reim auf gestrandet
19.6.2011 von Clemens.
Ihn zu finden ist nicht schwer
doch es sollt etwas Kontext her
Bist du wieder mal gestrandet
oder tatsächlich gelandet
Das Eine klingt nach ankommen
Das Andre nach ums Leben geschwommen
Doch mancher muß erstmal stranden
um bei seinem Glück zu landen
Beides klingt nach trockner Erde
Was soll also die Beschwerde
Wieso klingt Stranden so negativ
Nach einem Moment der nicht gut lief
Er liegt wohl so nah am Versinken
deshalb verwechselt man ihn mit Ertrinken
Bist du wieder mal gestrandet
oder tatsächlich gelandet
Wirst du den Weg weitergehn
oder bleibst du wieder stehn
Doch ist man erst am Ziel
Bewegt sich der Kluge nicht mehr viel
Manche gibt’s die erst beim Stranden
ihr wahres Glück fanden
Sind sie nun erst gestrandet
und dann am gleichen Ort gelandet
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Tsche-Tsche-Tsche-Tschänses
17.6.2011 von Clemens.
Empfindest Du Deine Karriere
zunehmend als eine Barriere
Bist du etwa schockiert
weil sie Dein Leben blockiert
Fühlst Du Dich von ihr beengt
und in Deiner Freiheit beschränkt
Merkst Du wie alle an Dir zerrn
und Dir zugleich den Weg versperrn
Willst Du wieder mehr Leben spüren
doch verzweifelst an geschlossnen Türen
Vergiss nicht wer sie verschlossen hat
Du selbst setzt Dich Schachmatt
Du musst Dich vor Dir selbst verantworten
Fang damit an Deine Position zu orten
Schalte dann einmal das Navi aus
und trau Dich aus Deinem Schneckenhaus
Du musst Deine Route selbstständig finden
Achte dabei auf Dein eigenes Empfinden
Siehst Du jetzt die wohlwollenden Gestalten
die versuchen Dich aufzuhalten
die versuchen Deinen Willen zu beugen
und Dich von Deinem (ihrem) Leben zu überzeugen
Eigentlich läuft doch alles gut
Sich zu verändern erfordert Mut
Für ein neues Leben
musst Du viel aufgeben
Alte Freunde werden Dich verlassen
weil sie nicht mehr zu Dir passen
Du musst ungeahnte Opfer bringen
und den inneren Schweinehund bezwingen
Geschrieben in Gedicht, Motto, Dies & Das | Keine Kommentare »