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Archiv der Kategorie Gedicht
Von Menschen und Wein
10.3.2010 von Clemens.
Einstmals als Krawatten
etwas Abstoßendes hatten
trugen wir statt Nadelstreifen
lieber bunt bemalte Schleifen
Dann kürzten wir unsere Matten
als Zeichen daß wir reifen
Wir begannen zu versteifen
Mit der Zeit bewegte sich nur unser Schatten
Mit Menschen verhälts sichs wie mit Wein
Selten setzt eine Entwicklung ein
Die meisten tun lediglich verblassen
Sie reihn sich ein ins Kollektiv der Massen
werden unbeweglich passiv wie ein Stein
Was tät das Kind das alte Ich doch hassen
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Lieber Lord Chandos…
19.2.2010 von Clemens.
Ein paar Tage nichts geschrieben
Wo sind die Gedanken hängen geblieben
Wieso öffnete sich nicht die kreative Saat
Kein Antiklimax endete in Wort und Tat
Ich weiß nicht was nicht hat getrieben
drum such ich ja ihren weisen Rat
Wem kann ich die Schuld zuschieben
damit ein geistiger Frühling naht
Zum Glück hatte ich einen Vorrat angelegt
der die leeren Tage meines Blogs pflegt
Die Ideen gewonnen an fremden Stätten
tuen sich nicht in neue Reime betten
Und weil ich nicht sehe daß mein Füller sich bewegt
müßt Ihr lieber Lord Chandos mich gnädigst retten
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Der Optimist
17.2.2010 von Clemens.
Wenn dann auch der Optimist
schließlich die weiße Flagge hißt
steht niemand mehr auf dem Feld
Auch der große tapfre Held
wird seit Längerem vermißt
Als sich niemand mehr vor ihn stellt
ist es für ihn dann doch zu trist
so ganz allein auf der Welt
Die Klugen sind längst geflohn
Die Edlen erlegte der Feind schon
Die Leichtgläubigen erwischt es zu Letzt
Weil er sie nochmal auf den Feind hetzt
erntet nur dieser den Lohn
indem er alle blutig zerfetzt
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Helau! oder Humor ist wenn man trotzdem lacht
15.2.2010 von Clemens.
Der skurrile Film der sich Arbeit nennt
und so viel wertvolle Zeit verbrennt
kann einen immer wieder überraschen
- Der dicke Bernd füllt sich die Taschen
auch wenn er vor der Arbeit stets wegrennt
Der schöne Gustav tut die Mädels reihum vernaschen
wonach sich so manche beim fiesen Chef ausflennt
– und Clemens versteckt im Rollcontainer Flaschen
Wärn nur die Kunden nicht da
wär das Leben wunderbar
Doch die bestellen tatsächlich Sachen
Wer soll nur die Arbeit machen
Wer ist solch ein armer Narr
Der hat doch nichts zu lachen
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Die männliche Katze
9.2.2010 von Clemens.
Der langsame Alkoholabbau
gleicht einem zäh fließenden Stau
Natürlich will man daß es schneller geht
bis man wieder auf sicheren Füßen steht
Allzu lange fühlt sich der Magen flau
und man spürt daß er um ein gesünderes Leben fleht
Zwar ist man schon längst nicht mehr blau
doch die Welt bleibt seltsam verdreht
Im Kopf tut ein Hammer schlagen
Das ist fast am Schlimmsten zu ertragen
Man wartet viel zu lange Stunden
Warum kann der Kopf nicht schneller gesunden
Warum muß der Alkohol so lange an ihm nagen
Das sollte mal jemand erkunden
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Das Gelage
6.2.2010 von Clemens.
So ein ordentliches Gelage
ist nichts für alle Tage
Es kostet einfach sehr viel Kraft
bis man sich durch Unmengen Essen schafft
Es schlägt gewaltig auf den Magen
und mancher öffnet gar den Kragen
Der nächst Tag ist wie gestohlen
Schließlich muß man sich erholen
Manchem geht die Erinnerung verloren
erwacht am nächsten Tag schmerzhaft neu geboren
aber was für schöne Ideen wurden gesponnen
teils sogar ganze Welten ersonnen
Herrlich schmeckte am Huhn die Marinade
und was für eine leckere Variation aus Schokolade
Doch es wurde nicht nur gierig verschlungen
Nein es wurde auch getanzt und gesungen
Wieso spürt man diese Energie
außerhalb der Gelage eigentlich nie
Manchmal muß es einfach sein
Hoch lebe der uns zusammenbringende Wein
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Kill all the snowmen
5.2.2010 von Clemens.
Macht die Schneemänner endlich platt
Ich hab ihre Rübenvisage mächtig satt
mit der sie uns grinsend hinter her sehn
während wir rutschend auf der Straße gehn
Diese Burschen sind echt eiskalt
Zögert also nicht und gebraucht Gewalt
Habt keine Angst vor diesem Krieg
Kamerad Frühling garantiert uns den Sieg
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Manolos
29.1.2010 von Clemens.
Das rhythmische Absatzklacken
der edel beschuhten Hacken
läßt meinen Mund nicht geifernd schäumen
doch auch gezähmt tu ich ein wenig träumen
Energisch stellen sich mir die Haare in den Nacken
Nie wollt ich so ein Konzert versäumen
Ich vermag es kaum mich aufzubäumen
und interessiere mich auch nicht für ihre Macken
Wer glaubt er könnte diesen Stiefeln widerstehn
der hörte sie noch niemals gehn
Jedes Mal wenn sie auf den Boden prallen
bin ich ihnen ein wenig mehr verfallen
Wär ich doch blind und müßt nicht sehn
wessen Schuh hier durch die Gegend hallen
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Eiseskälte
28.1.2010 von Clemens.
Wenn die Stimmung ganz einfriert
und jeder auf diesem Glatteis abschmiert
hilft es nicht ein Loch zu schlagen
denn der Eispanzer wird weiter trage
Solange der Winter nicht seine Kraft verliert
kann man noch so viel wärmende Worte sagen
Schnell ist das Eis wie von selbst repariert
und bildet neue noch dickere Lagen
Wie lang läßts sich unter dem Eis aushalten
Wann tut das Herz endgültig erkalten
Wie viel Wut und Frust läßt sich dort aufstaun
Kann man ewig an Ärger und Haß kaun
Ach tät der Frühling doch seine Kraft entfalten
Und würde das feste Eis auftaun
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Einfach mal nur so
26.1.2010 von Clemens.
Nur ein paar harmlose Worte
gelingen doch an jedem Orte
Schön müssen sie nicht sein
Hauptsache sie wahren den Schein
Klar wird daß ich sie nicht horte
Ich meißel sie auch nicht in Stein
Vielleicht gehörn sie nicht zur schönsten Sorte
doch sie reimen rein
Wichtig ist ihr steter Fluß
selbst ohne der Muße Kuß
Schließlich geht es nur ums Üben
Und klingt der Reim nicht nach Kraut und Rüben
akzeptier ich auch den größten Stuß
der hier entsteht aus wenig kreativen Schüben
Geschrieben in Sonett, Gedicht, Dies & Das | Keine Kommentare »