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Archiv der Kategorie Frankreich

Cairanne 2004

Der Wein trägt ein kirschrotes Kleid. Zum Rand hin geht er in ein Granatrot über. Die Farbtiefe ist dabei ordentlich ausgeprägt. Neben einer Beerenfrucht findet sich in der ersten Nase ein Duft, der an Veilchen erinnert. Die zweite Nase wird viel intensiver und verändert das Bukett deutlich. Jetzt zeigen sich pflanzliche und erdige Noten. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Auch am Gaumen zeigt der Wein Klasse. Er besitzt Frucht und Würze in Überfülle. Dazu kommt eine feine Mineralik, die den Wein adelt. Der Körper ist eher mittelschwer. Es kommt noch etwas Schokolade zum Vorschein. Der Wein besitzt eine gute Länge und ist insgesamt sehr harmonisch.

Ein Wein, bei dem man aufpassen muß, nicht gleich die ganze Flasche zu trinken. Ein echter Hochgenuß, der mich zwei Jahre zurück an die Rhone versetzt, wo wir eines Abends auf dem Rasenstück neben einem  Dorfparkplatz eine Cairannevertikale von 92 bis 2001 zusammengestellt hatten. Bereits damals versetzte mich so manche Flasche darob ins Staunen, wie gut sich dieser Wein entwickelt hatte, der eigentlich nicht zu den großen der Rhone gehört. Bei diesem hier gilt, jetzt herrlich zu trinken, und es gebe nichts Dümmeres als nach einer Gelegenheit zu suchen. Dieser Wein paßt in jede Lebenslage. Blicke ich auf die letzte Verkostung des Weins zurück, so stelle ich erfreut fest, daß bereits der damalige Eindruck höchst positiv war.

Herkunft: Frankreich - Rhone - Cairanne
Jahrgang: 2004
Rebsorte: unbekannt, voraussichtlich die üblichen der südlichen Rhone
Erzeuger: Domaine Rabasse Charavin
Ausbau: AOC
Alkohol: 14%

Lamothe Pontac 2000

Der Wein trägt ein kirschrotes Kleid. Dieses besitzt eine gute Farbtiefe und geht am Rand in ein glänzendes Purpurrot über. Die erste Nase ist bereits ziemlich intensiv. Nachdem zunächst Teernoten aus dem Glas stömen, folgen darauf fruchtige Cassis und Blaubeertöne. In der zweiten Nase nimmt die Intensität leicht ab. Die Cassisnoten werden jetzt von etwas Pfeffer und weiteren würzigen Noten begleitet. Die Viskosität ist ordentlich ausgeprägt.

Am Gaumen wirkt der Wein mit seinem mittleren Körper zunächst überraschend leicht. Dies gestattet jedoch der Frucht aus Blaubeere und Cassis gut zur Geltung zu kommen. Der Wein wirkt erstaunlich saftig. Eine leichte Gerbsäure gibt ihm einen etwas ernsthafteren Charakter. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge und läßt Schokoladenanklänge aufblitzen.

er Wein hat sich schön gehalten. Es ist erstaunlich, wie stark er nach 10 Jahren noch von seinen fruchtigen Primärnoten geprägt ist und welchen Raum diese noch einnehmen. Der Rückgang der Tannine steht dem Wein aber nicht vollends gut, da so herauskommt, daß eher wenig neben der Frucht im Wein steckt. Für einen einfachen Bordeaux sind die präsente Frucht und die Trinkbarkeit nach 10 Jahren ein schönes Ergebnis, allerdings hat der Wein seinen Höhepunkt bereits überschritten. Zur gebratenen Putenbrust in Estragonsauce.

Herkunft: Frankreich - Bordeaux - Medoc
Jahrgang: 2000
Rebsorte: Merlot, Cabernet Sauvignon
Erzeuger: Lamothe Pontac
Ausbau: AOC
Alkohol: 12,5%

Vin de la Principauté d’Orange 2005

Der Wein hat eine sehr dunkle rubinrote Farbe. Die Farbtiefe ist gut ausgepräg mit kirschrotem Rand. Anfangs duftet der Wein nach Heidelbeere und etwas würzig. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität weiter zu. Neben der Frucht kommt jetzt eine kräftige Würze auf, die Pfeffer und Veilchen ins Bukett spielt. Dazu kommt eine Kaffeenote. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Der Wein besitzt einen mittelschweren Körper. Er verfügt über eine schöne runde Frucht und etwas Schokolade. Er besitzt einen erdig würzigen Abgang, der in einen Nachhall mit sehr guter würziger Länge übergeht.

Der Wein besticht durch seine Kraft und seine Länge. Für einen kleinen Wein von der Rhone zeigt er jede Menge Charakter. Man könnte jetzt sicherlich behaupten, das liege daran, daß er von einem großen Weingut stammt, doch die Hauptsache ist doch, daß der Wein viel Spaß macht. Zu einem Wildschweinragout.

Herkunft: Frankreich - Rhone
Jahrgang: 2005
Rebsorte: wahrscheinlich ein Mix der 13 für C9dP zugelassenen, dient dieser Wein doch zur Verarbeitung der Trauben von jungen Reben
Erzeuger: Domaine de la Vieille Julienne
Ausbau: Vins Pays d’oc
Alkohol: 14%

Chateau Piron 2000

Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist mäßig ausgeprägt und gibt einem orangeroten Rand Platz. Die erste Nase ist bereits ziemlich kräftig mit würzigen Aromen. Die zweite Nase erweist sich als erstaunlich vielschichtig. Cassis- und Kirscharomen lassen sich gut erkennen. Daneben sind aber noch eine Vielzahl an würzigen Komponenten enthalten. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Am Gaumen kann der Wein, die vom Bukett geweckten Erwartungen zunächst nicht wirklich erfüllen. Der Körper ist eher mittelleicht. Frucht und Würze sind vorhanden, treten aber nicht in ein positives Zusammenspiel. Überraschende Säure will sich auch nicht integrieren. Dafür besitzt der Nachhall eine gute Länge mit erdigem Charakter. Der zweite Schluck wirkt insgesamt besser komponiert.

Und das ist auch der Eindruck, der bestehen bleibt. Zunächst wirkte der Wein etwas ausgezehrt, was für einen kleinen Bordeaux diesen Alters nichts Schlimmes wäre, doch nach und nach zeigt er echte Klasse, die man von so einem Wein gar nicht erwartet. Zu einem Hackbraten.

Herkunft: Frankreich - Bordeaux - Graves
Jahrgang: 2000
Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Merlot
Erzeuger: Chateau Piron
Ausbau: AOC
Alkohol: 12%

Chateau-Neuf-du-Pape 2000

Der Wein trägt ein rubinrotes Kleid. Die Farbtiefe ist gut ausgeprägt mit einem kirschroten Rand. Die erste Nase ist sehr intensiv. Sie duftet fruchtig nach Himbeerbrause und etwas Vanille. Die zweite Nase ist noch intensiver. Das Bukett wird hierbei dunkler. Brombeeren gehen dem Himbeeraroma voraus und werden von Kräutern begleitet. Dazu liegt etwas Schokolade im Bukett. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Es fällt auf, wie fruchtig der Wein schmeckt, was durch eine Schokonote unterstützt ihm einen unerwartet süßen Charakter verleiht. Der Wein ist sehr rund und besitzt einen dichten Körper. Die Harmonie wird durch einen alkoholischen Eindruck etwas gestört. Was den Wein aber auszeichnet ist die hervoragende Länge des erdigen Nachhalls. Der zweite Schluck wirkt deutlich harmonischer und würziger, was ihm eine größere Vielschichtigkeit gibt.

Der Wein zeigt keine Spuren seines Alters. Er erscheint mir momentan aber auch nicht ganz auf dem Optimum. Zwar zeigt viele Komponenten eines wirklich großen Weins und ist auch derzeit ein echter Trinkgenuß, aber im Moment stimmt der Gesamteindruck nicht vollständig. Es lohnt sich, dem Wein weiter Zeit zu geben. Zum Rinderbraten.

Herkunft: Frankreich - Rhone - Chateau-Neuf-du-Pape
Jahrgang: 2000
Rebsorte: Wahrscheinlich eine Cuvee aus Grenache, Mourvèdre und Syrah
Erzeuger: Domaine de Beaurenard
Ausbau: AOC
Alkohol: 13,5%

L’arpent des Vaudons 2008

Der Wein hat eine glanzhell bis strohgelbe Farbe. Zunächst duftet der Wein verhalten fruchtig und stärker von pflanzlichen Aromen geprägt. Zwar bleibt dieser Eindruck auch nach dem Schwenken bestehen, aber die Intensität nimmt zu. Die pflanzlichen Noten erinnern jetzt an Kochgemüse. Dazu kommen auch noch steinig mineralische Noten.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein stahlig. Er ist von einer extremen Würze geprägt. Diese würzig, kräutrige Komponente sorgt auch dafür, daß mir der Wein sehr kräftig erscheint. Er besitzt einen mittelschweren Körper und wirkt saftig. Etwas versteckt läßt sich momentan eine leichte Mineralität nur erahnen. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Ein schöner Wein, bei dem ich noch Potential vermute. Zu einen Heilbutt in Senfsauce.

Herkunft: Frankreich - Loire - Touraine
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Sauvignon Blanc
Erzeuger: Jean Francois Merieau
Ausbau: AOC
Alkohol: 12%

Tertre du Moulin St-Emilion Grand Cru 2004

Der Wein trägt eine relativ helle kirschrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt und geht in einen granatroten Rand über. Die erste Nase ist mäßig intensiv. Sie duftet fruchtig nach Brombeeren. Die zweite Nase ist von einer mäßig intensiven Frucht geprägt. Neben Brombeeren rieche ich Cassis und leichte Stallnoten. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Auch am Gaumen zeigt sich der Wein sehr fruchtig. Dazu kommen Schokoladentöne. Diese Komposition verleiht dem Wein einen etwas süßlichen Charakter, der einen positiven Kontrast zu den Tanninen im Abgang bietet. Es fällt schwer, etwas gegen den Wein zu sagen, zumal der Nachhall eine ordentliche Länge besitzt.

Insgesamt ein sehr guter Wein, der für einen Supermarktwein sehr viel Qualität besitzt. Echtes Terroir oder Größe bietet er nicht, auch wenn er Bordeaux durchaus erkennen läßt.

St.-Emilion Grand Cru auf der Flasche klingt ja richtig gut und nach einem echten Verkaufsargument. Weine, die eine Qualität bieten, die man mit diesem Namen assoziiert, kosten normalerweise ab 20€. Diesen Wein habe ich bei Sky im Angebot für 7,99€ von 10€ herabgesetzt erworben. Eigentlich ist der Name alleine bereits 10€ wert.
Weinliebhaber wissen aber, daß zu dem kleinen Dorf Saint-Emilion die Appelationen Saint-Emilion und Saint-Emilion Grand Cru mit der unbedeutenden Fläche von 2000 und 3000 ha gehören. Die Grand Cru Appelation hat also mehr Fläche als die “einfache”. Auf 3000 ha werden natürlich nicht nur Spitzenweine angebaut. Von echter Bedeutung innerhalb der Grand Cru Appelation sind die Auszeichnungen Crands Cru Classé bzw. noch besser Premiers Grand Cru Classés. Insofern kann man mit diesem Wein schon sehr zufrieden sein, und mein Supermarkttest hatte ein unerwartet positives Ergebnis.

Herkunft: Frankreich - Bordeaux - Saint Emilion Grand Cru
Jahrgang: 2004
Rebsorte: steht leider nicht auf dem Rückenetikett, wohl Merlot und CabS
Erzeuger: Vignobles Pierre Rivière
Ausbau: AOC
Alkohol: 13,5%

Hautes Terres Corbieres 2005

Der Wein träg ein rubinrotes Kleid. Die Farbtiefe ist ordentlich ausgeprägt. In der ersten Nase ist der Duft eher verhalten. Leichte Fruchtnoten werden von stärkeren Holztönen und etwas Tabak überdeckt, was einen dunklen Eindruck erweckt. Die zweite Nase nimmt an Intensität zu. Hier rieche ich Kirsche und Leder. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein ziemlich schwer. Die Tannine sind gut geschliffen, aber noch sehr präsent und sorgen für einen bitteren Charakter, der durch einen erdigen Ton unterstützt wird. Dazu kommt eine üppige Kirschfrucht, die den Wein relativ frisch wirken läßt. Der Nachhall wirkt etwas schokoladig und besitzt eine gute Länge.

An und für sich wissen die einzelnen Eindrücke, die der Wein bei mir hinterläßt, durchaus zu überzeugen, und ich muß ergänzen, daß die einzelnen Komponenten auch gut miteinander verbunden sind. Dennoch weiß der Wein mich nicht zu begeistern. Das mag an zu hohen Erwartungen oder einem schlechten Augenblick von mir liegen, bleib aber als Momentaufnahme bestehen. So bleibt folgendes Fazit. Ein technisch einwandfreier, sehr ansprechender Wein, der keineswegs gekünstelt wirkt, aber (bei mir) keine Emotionen hervorruft. Zu einem Rinderbraten.

Herkunft: Frankreich - Languedoc - Corbières
Jahrgang: 2005
Rebsorte: rote ;-)
Erzeuger: Domaine des Auzines
Ausbau: AOC trocken
Alkohol: 13,5%

Les Cailloux 2003

Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist mäßig ausgeprägt und wird zum Rand hin sehr hell. Die erste Nase ist bereits recht intensiv. Sie duftet nach Brombeere Marzipan und Leder. Die zweite Nase ist etwas intensiver. Hier kommt Malz mit ins Spiel. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Am Gaumen zeigen sich morbide Noten, die sich durch den Malz im Geruch bereits angedeutet haben. Der Wein hat seinen Höhepunkt überschritten, aber er ist immer noch gut zu trinken. Er besitzt noch etwas Frucht. Der Körper ist eher mittelleicht, was den fragilen Eindruck noch verstärkt. Gleichzeitig ist der Wein sehr rund und gefällig. Dazu kommt eine immense Portion Frucht. Der Nachhall besitzt eine gute Länge, wirkt aber etwas alkoholisch.

Der Wein macht mir immer noch Spaß, aber das mag daran liegen, daß ich solch alte Tropfen schätze. Jemand anders wird sagen, daß er überaltert ist, aber ich glaube, daß man ihn zu einem Pastagericht mit Pilzen einsetzen kann.

Herkunft: Frankreich - Rhone - Cotes du Rhone Villages
Jahrgang: 2003
Rebsorte: rote, wahrscheinlich ein Gemisch aus Grenache, Mourvedre, Syrah und sonstigen
Erzeuger: Domaine Rabasse Charavin
Ausbau: AOC
Alkohol: 14,5%

Madiran Tannat 2006

Der Wein trägt ein rubinrotes Kleid, das sich durch eine gute Farbtiefe auszeichnet und einen schmalen kirschroten Rand besitzt. Die erste Nase ist ziemlich intensiv. Sie duftet sehr fruchtig nach Cassis und Waldbeeren. Dazu kommen gemüsige Noten in Richtung Romanesco und etwas Vanille, was dem Geruch einen süßlichen Charakter verleiht. In der zweiten Nase kommt die Frucht noch offensiver heraus. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Der Wein strotz nur vor Kraft. Dieser Eindruck wird einerseits durch die dichte Struktur hervorgerufen und andererseits durch die starken und omnipräsenten Tannine verstärkt, die dem Wein zusätzlich eine sehr bittere Note verleihen. Treten die Tannine sonst eher im Abgang und Nachhall auf, führt hier kein Weg an ihnen vorbei. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge. Die Frucht kommt etwas zu kurz. Zwar ist sie präsent, wird aber von den kräftigen Tanninen nahezu komplett zugedeckt.

Es gibt Leute, die lieben solche Kraftprotze. Ich selbst bin in letzter Zeit immer mehr von solchen Rotweinen abgekommen und dazu die filigranere Welt der Burgunder lieb zu gewinnen. Dennoch komme ich nicht umhin diesem Wein meinen Respekt zu erweisen. Das ist verdammt gradlinig, was hier ins Glas kommt. Kraft alleine macht natürlich keinen großen Wein, aber für einen Alltagswein wie diesen muß es auch nicht viel mehr sein. Wer solche Kraftprotze liebt, sollte sich wirklich einmal nach der eher seltenen Rebsorte Tannat umschauen, die vor allem in Frankreichs Süden in der Gegend des Madiran angebaut wird. Name ist bei dieser Rebsorte Programm. Noch extremer auf Tannin ausgerichtete Weine kenne ich eigentlich nicht. Zu einem in Wein geschmorten Rinderbraten.

Herkunft: Frankreich - Südwesten - Madiran
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Tannat
Erzeuger: Domaine Berthoumieu
Ausbau: AOC
Alkohol: 13,5%