Auf Titel verschwend ich keinen Gedanken

Die Sonne erwärmt dein geschlossenes Augenlicht
Der Wind streicht dein ruhendes Gesicht
Vögel zwitschern durch die Stille
und irgendwo zirpt eine Grille

Die Gedanken hören auf zu kreisen
oder dich in eine Richtung zu weisen
Sie haben sich zur Ruhe gelegt
damit sich in dir nichts bewegt

So wird dir innerer Frieden
in diesem Augenblick beschieden
Du mußt dafür nichts weiter tun
als in dir selbst zu ruhn

Selten tut dies vollständig gelingen
weil dich Ablenkungen bezwingen
Deswegen solltest du den Moment genießen
bevor wieder neue Gedanken durch dich fließen

Wellness oder Wohlfühlen

Wellness ist ein modernes Wort
es steht für den Rückzug in ein Hort
Wohlfühlen könnte man auch sagen
doch dann beginnt man das Ziel zu hinterfragen

Schwitzen ohne den Zwang zum Sport
Peeling wär das Abschichten von Lagen
Das Marketing wischt die Begriffe fort
denen fehlt die Kraft zum Durchschlagen

Hauptsache man tut sich dabei wohlfühlen
wenn es der Hitze gelingt das Gemüt zu kühlen
und Schweißtropfen über den Körper marschieren

Wenn man Glück hat tut es dann passieren
daß wenn fremde Hände das Fleisch durchwühlen
sie auch die Seele wohltuend massieren

Faszination Wein – Weinrallye #31

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Das aktuelle Thema der Weinrallye, das Bernhard Fiedler vorgegeben hat, kann, wie er selbst in einigen Beiträgen anregend gezeigt hat, sehr vielschichtig angegangen werden.

Ich befolge die deutsche Unsitte schlechter Redner und fange ganz vorne an. Beim ersten Wein – genauer bei meinem ersten Wein und beende diese Einleitung sehr schnell, da ich mich nicht an ihn erinnern kann.

Ich überspringe einige Jahre und unzählige Woischherbscht-Schorle und komme zum ersten Wein, an den ich mich erinnern kann und dem es gelang den Virus der Vinophilie in mir zu pflanzen. Es war eine 98er Riesling Spätlese aus der Lage Norheimer Kirschheck vom Weingut Mathern. Die für die Nahe typische Frucht im Wein erlebte ich als Explosion am Gaumen. Noch übwerwältigender war die intensive fruchtbetonte Entfaltung der Aromen in meiner Nase, die von Aromen durchdrungen wurden, die nichts mit Trauben zu tun hatten, sondern eindeutig anderen Früchten zuzuordnen waren. Daß der Wein solche fremden Aromen transportieren konnte, verlieh ihm etwas Magisches. Hinzu kam die für mich bis dahin im Wein unbekannte Süße, die ihn einfach lecker schmecken ließ.

Dies war vielleicht die eigentliche Sensation, die den Virus pflanzte. Ich trank das alkoholische Getränk nicht allein um des Rausches wegen, sondern auch wegen des Geschmacks. Jeder Schluck hatte jetzt eine neue Qualität gewonnen, da er um ein Geschmackserlebnis bereichert wurde. Die Beiläufigkeit, mit der ich als Biertrinker den Alkohol konsumierte, wurde von einer analytischen Aufmerksamkeit abgelöst, die dem Genuß des Getränks vorgeschaltet wurde.

Eine restsüße Spätlese wurde für mich also zum Einstieg in das Weinuniversum. Ich lernte, und ich trank, und ich lernte durch das Trinken. Ich lernte, wie ich die Erfahrung der sensorischen Eindrücke analytisch steueren konnte. Ich begegnete unbekannten Rebsorten, erforschte schwere Bordeauxweine, trockene Rieslinge, weiße Bukettsorten, weiße Burgunderspielarten, Weine aus Südfrankreich, herrlich unkomplizierte italienische Rotweine, Grünen Veltliner und Riesling aus Niederösterreich, Weine aus dem Rhonetal, österreichische Rotweine und entdeckte irgendwann doch die zuvor nicht geschätzten Pinot Noirs.

So wie ich irgendwann doch den Zugang zu Pinot Noir fand, finde ich auch bei den bereits bekannten Weinen immer wieder neue Facetten, lerne die Weine mir bis dato unbekannter Winzer kennen oder werde von der Entwicklung eines Weins im Keller überrascht. Dabei ist klar, daß ich so viele Ecken im Universum des Weins noch nie besucht habe.

Darin steckt für mich die Faszination Wein. Das Universum des Weins ist unendlich groß und dehnt sich aus. Wein zu erleben ist eine fortdauernde Entdeckungsreise. Egal wie alt ich werde, und egal wie viel Wein ich trinke, ich werde immer noch etwas Neues für mich entdecken. Es ist schön, daß Wein mr das Gefühl verleiht, ein Entdecker zu sein. Das Öffnen jeder Flasche gleicht einem Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Ist das nicht faszinierend?

Eiszeit

Ich hasse Winter.

Wenn ich den eigenen Atem nach außen schweben sehe, verwandele ich mich in einen schnaufenden Drachen, dem die Lebensfreude abhanden kommt und dessen letzte Freude es ist, andere an der eigenen schlechten Stimmung teilhaben zu lassen und sie hinab in die kalte Hölle zu ziehen. Leider zieht der Winter niemand tiefer hinein als mich.

Wenn die Temperaturen mich dazu bringen, Handschuhe anzuziehen, von denen einer in jedem Winter garantiert auf der Strecke bleibt, was ein schönes Bild wild kombinierter Handschuhpaare ermöglichen würde, wäre es nicht immer der Rechte, der verloren geht, dann lege ich mir in der Kombination aus Handschuhen, Schal, Pullover, dick gefütteter Jacke Mütze und langen Unterhosen eine Rüstung gegen den Winter an, an der ich viel zu schwer trage. Je länger der Feind seine Truppen mit frostigem Nachschub zu versorgen weiß, desto schwerer wiegt die Rüstung und desto schwerer wird es für mich, ihm mit grimmigem Gesicht entgegen zu treten.

Nach und nach macht sich Verzweiflung bei mir breit, doch leider kommt ein Aufgeben nicht in Frage, da der Feind keine Gefangenen macht. Stattdessen verschanze ich mich in der heimatlichen Festung und lasse den Wind, der durch seine Geschwindigkeit die Kälte noch verheerender erscheinen läßt, nicht eindringen.

Leider muß ich die sichere Stellung hin und wieder doch verlassen und mich nach draußen begeben, wo ich die grausamen Belagerungswaffen erlebe, mit denen mein schrecklicher Gegner seit mittlerweile mehr als zwei Monaten bekämpft und immer schwerer verwundet.

Denke ich an die dicken Schneeflocken, die der Feind vom Himmel regnen läßt, die mit der Unterstützung seines Verbündeten Wind garantiert den Weg zu den ungeschützten Stellen meines Gesichts finden, dort mit voller Kälte aufschlagen und nur unter Einsatz all meiner Körperwärme zum Schmelzen gebracht werden, wonach sich ein kalter Feuchtigkeitsfilm als Erinnerung an die Attacke bildet, der durch die kalte Luft besonders unangenehm kalt wirkt, wünschte ich mir der Feind hätte stattdessen heißes Pech über mich ausgeschüttet.

Mit das Frustrierenste am Winter ist, daß er immer wieder angreift. Dieser elende Bastard hat keinen Funken Ehre in seinem Schneemannleib und hält sich an keine Waffenstillstandsabkommen. Ist er schließlich besiegt, zieht er sich nur in den Norden zurück, um dort seine Kräfte zu sammeln, bevor er einige Zeit später den nächsten Angriff startet, anstatt seine Niederlage wie ein Mann zu akzeptieren und den Frieden in Ehren zu halten. Diesmal ist es ihm gelungen besonders viele Truppen zu sammeln und mir viele neue Angreifer entgegen zu stellen, die mit Verbissenheit und hohem Durchhaltevermögen gegen mich kämpfen. Reichten sonst bereits Kälte und leichter Schneefall, um bei mir Angst und Schrecken zu verbreiten, erwies sich sein Arsenal diesmal als weitaus vielseitiger.

Ich lernte Schnee kennen, der auf dem Boden liegen blieb und sich 30cm hoch stapelte, der nachdem ich ihn wegschaufelte einfach wiederkam und sich nachdem er festgetreten wurde nicht mehr wegschaufeln ließ. Der eingefallene Schnee bildete die Basis für die nächste Welle des Angriffs, die Bildung von Eis, gegen das ich Salz in rauen Mengen streute, bis der Vorrat verbraucht war. Aber auch mit dieser Maßnahme ließ sich das Eis nicht bekämpfen, weil es von der alten Bekannten Kälte, die diesmal mit noch schlimmerer Vehemenz zuschlug und weder tagsüber noch nachts eine Pause einlegte, Unterstützung erhielt, die das Salz wirkungslos werden ließ. Der Winter provozierte mich weiterhin, indem er mich und mein Salz dadurch verspottete, daß er es erneut schneien ließ, wonach das Salz auf der Eisschicht von einer Schneeschicht vergraben wurde, bis sich der Schnee erneut in Eis verwandelte und das Salz endgültig im Eis eingeschlossen war.

In den folgenden Wochen lernte ich das Eis kennen und hassen. Ich entdeckte den Unterschied zwischen körnigem Eis und glattem Eis, zwischen brechendem Eis und stabilen Eis, zwischen Gesamteisstärke und Kerneis. Ich entdeckte Spurrillen, zwischen denen eine so hohe Eisschicht lag, daß der Einsatz unserer schnellen Eingriffsfahrzeuge verhindert wurde, weil sie aufgesetzt hätten. Das Verlassen der Spurrilen wurde für die Fahrzeuge, die noch einsatzfähig waren, immer schwieriger, was dazu führte, daß Frauen das Einparken endgültig aufgaben. Genauso wurde das Ausparken aufgrund durchdrehender Reifen unmöglich.

Nach dem Desaster mit dem Salz gelang es dem Winter einen weiteren meiner Verbündeten nich nur zu neutralisieren, sondern ihn sogar gegen mich einzusetzen. Als die Sonne anfing, das Eis zu tauen, bildete sich auf dem festen, glatten Eis ein kurz daruf wieder zufrierender Wasserfilm, der das Eis noch rutschiger und gefährlicher machte, als es ohnehin schon war.

Als ob das nicht genug war, verteidigte das Eis mit grimmiger Entschlossenheit seine Position oberhalb der Abflüsse, so daß das abtauende Wasser nicht abfließen konnte und bei erneut abstürzenden Temperaturen wieder gefror, diesmal nur noch eine Spur glatter.

Mal war es so, daß Salz und Sand erst dann eine Wirkung zeigen konnten, als das Eis leicht angetaut war und die darunter liegenden Sandkörner vom Schuhwerk erreicht werden konnten. Und mal wurde es durch das Abtauen gemeingefährlich. Besonders hinterhältig war es, wenn das vermeintlich sicherheitsspendende Salz zu sehen war, dies jedoch unter einem nicht zu erkennenden Eispanzer eingeschlossen war, so daß es statt Sicherheit nur Stürze und gebrochene Beine gab.

Bei diesem Feldzug erweist sich der Winter als überaus erfolgreich. Die überfüllten Krankenhäuser und KFZ-Werkstätten sind der beste Beweis für seine Erfolge.

Wenn ich daran denke, wie ich, da der rechte Handschuh abhanden gegangen war, und ich mir nur mit einem Handschuh angezogen doch etwas lächerlich vorgekommen wäre, mit bloßen Händen morgens zum Bäcker ging, und auf dem Rückweg vom Brötchenholen alle 50m die Brötchentüte von einer Hand in die andere übergab, während die andere dafür sich kurz in meiner Jackentasche ausruhen und erwärmen durfte, kann ich nur zu einem Fazit kommen.

Ich hasse Winter.

Neues Terminangebot

Eigentlich wollte ich für einen Termin am nächsten Wochenende werben, die Hamburger Weinmesse in den Messehallen, die vom 26.2. bis 28.2. stattfinden.

Dann habe ich mich jedoch dafür entschieden, eine neue Seite auf KeinAlkoholistauchkeineLoesung.de zu installieren, in der mir bekannte Termine, die sich um das Themen Wein und Laufen drehen aufgelistet werden. Die Leser der Seite sind herzlich eingeladen, mir weitere Termine zu nennen, die ich veröffentlichen sollte. Das Ganze ist noch ein wenig im Entwurfstadium, wird aber sicherlich in den nächsten Tagen ein vernünftiges Layout bekommen.

Fernsehempfehlung

Wer wie üblich am Sonntag Abend nichts anderes zu tun hat, als vor der Glotze zu sitzen, dem sei der Griff zur Flasche… äh nein zur Fernbedienung empfohlen. Nach stundelangen Zappen in bisher unbekannten Kanälbereichen findet der eifrige Zeigefinger den Sender Arte.

Dieser strahlt am Sonntag den 31.01.2010 ab 21:00 einen Themenabend aus zum Thema „Der Geist aus der Flasche„. Beginnen tut dieser Themenabend mit dem legendären Film Barfly, dessen Drehbuch von den vom Sommelier hochverehrten Charles Bukowski geschrieben wurde und in dem dessen Alter Ego Hank Chinaski die zentrale Figur ist, passenderweise auch noch von Mickey Rourke gespielt.

Also Umschalten!

Weiße Weihnachten

Es sind die weißen Weihnachten
nach denen Kinderherzen immer schmachten
Doch das Eis bricht der Bahn Gefüge
Was folgt ist der Ausfall vieler Züge

Inmitten der weißen Prachten
tut die Bahn den Kunden nicht Genüge
Wo die Leute anfangs noch lachten
verärgert sie schnell das System der Lüge

Sie sitzen und stehen gedrängt
in engen Gängen eingezwängt
Genervt entlädt sich der Frust aus den Hälsen

während draußen Flocken schmelzen
Darauf wartend daß man Wagen anhängt
friern drinnen die Menschen zu fleischigen Felsen.

Das Geschenk

Wenn an der Tür die Glocke klinget
und der Postmann ein Paketlein bringet
in dem sich eine Flasche findet
deren Korken man rasch entwindet

Ist’s als ob das Herz gespannt singet
weil sich der Körper nicht mehr schindet
und gleich neuer Wein in ihn dringet
der dafür in der Flasche schwindet

Normal ist’s daß sich so der Inhalt mindert
da man erneut nach dem Glase fingert
Schade wenn man später auf dem Fahrrad schlingert

Schade wenn dann nichts den Sturz verhindert
Dann denkt man an das was den Schmerz lindert
das schöne Erzeugnis aus dem Wingert

Bei allem Humor möchte ich auch gerne für eine Initiative werben, die für einen vernünftigen Umgang eintritt. www.vorbild-sein.de

(gute) Vorsätze

Sei ein andrer als der Du bist
Dann ist das Leben nicht so trist
Tu dich jeden Tag verwandeln
Tu andre einmal gut behandeln

Es ist eine harmlose List
läßt du die Zunge mit dem fiesen Hirn anbandeln
Sie macht Dich zu jemand den man vermißt
Doch tu Dich nicht durch schlechtes Makeup verschandeln

Fürchtest Du Dich selbst zu belügen
oder willst Du andre nicht betrügen
Vergiß nicht Deine Show ist bloß ein Spiel

Setz Dir nur Spaß als Jahresziel
Genieße das Jahr in vollen Zügen
und nimm von allem möglichst viel

KeinAlkoholistauchkeineLoesung wünscht allen Lesern einen guten Rutsch nach 2010