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Archive für 25.2.2010

Hamburger Weinmesse abgesagt?

Von Pinot Gris habe ich per Mail die Information erhalten, daß die morgen beginnende Hamburger Weinmesse vom Veranstalter abgesagt worden ist. Auf der Homepage der Weinmesse ist darauf noch kein Hinweis zu finden. Allerdings gehe ich davon aus, daß ein Aussteller wie Pinot Gris vor den Besuchern über die Absage informiert wird.

Ich finde das sehr betrüblich und nicht nur weil ich zwei Freikarten für die Messe hatte. Jede Chance, neuen Wein kennen zu lernen, nehme ich gerne an. Und wenn Hamburg um eine solche Gelegenheit ärmer wird, ist das einfach schade. Als ich vor ein paar Wochen das erste Mal auf die Homepage der Weinmesse schaute, war das Ausstellerverzeichnis noch nahezu leer, aber danach füllte es sich peu à peu. Sollte die Absage jetzt deshalb erfolgt sein, weil die kritische Masse an Ausstellern aus Sicht des Veranstalters nicht erreicht wurde, muß sich dieser wohl auch an die eigene Nase fassen, denn bereits im Vorfeld äußerten sich langjährige Aussteller so, daß sie erst sehr spät von der Messe erfahren hatten und diese nur schwer planen konnten.

Daß jetzt eine dermaßen unkoordinierte Absage erfolgt, würde ins Bild passen. Vielleicht war auch die Angst zu groß, daß morgen nicht genügend Leute vor den Messehallen stehen.

Meinklang Blaufränkisch 2007

Der Wein hat eine rubinrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und geht relativ schnell in einen kirschroten Rand über. Anfangs duftet der Wein mäßig intensiv nach Beerenfrüchten, Leder und Vanille. Nach dem Schwenken nimmt die Intensität des Dufts deutlich zu. Gleichzeitig verschwinden die fruchtigen Noten aus dem Bukett, das jetzt von Leder dominiert wird, aber auch pflanzlichen und erdigen Noten Raum läßt. Die Viskosität ist sehr gut ausgeprägt.

Auch wenn der Wein einen mittelschweren bis schweren Körper besitzt, gleitet er sanft und rund durch den Mund. Samtene Tannine sind wohl ein gutes Stichwort. Eine leichte Schokoladennote ist erkennbar. Neben diesen eher textuellen Eindrücken bleibt der Wein zunächst eher leer, wobei dies wie beim Körper angedeutet eine dichte Leere ist. Zunächst ist der Abgang auch sehr sanft, bevor im Nachhall ein mineralisches Prickeln die erdigen Elemente des Buketts in Erinnerung ruft, das diesen durch seine gute Länge begleitet.

Wieder mal ein Beweis dafür, daß Blaufränkisch und Lemberger zwar die gleiche Rebsorte sind, es aber eine Beleidigung der Österreicher wäre, die beiden qualitativ vergleichen zu wollen. Das ist ein sehr feiner und zugleich kräftiger Wein, der bereits viel Spaß macht. Ob er durch eine weitere Lagerung noch gewinnt, weiß ich nicht. Auf diesem Niveau verkraften wird er sicherlich noch drei bis fünf Jahre, wobei ich es durchaus spannend finden würde, ihn über die Zeit zu beobachten. Zum in Speck gewickelten Rinderhüftsteak.

Herkunft: Österreich - Burgenland - Neusiedlersee
Jahrgang: 2007
Rebsorte: Blaufränkisch
Erzeuger: Michlits
Ausbau: trockener Qualitätswein
Alkohol: 13,5%

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