Archive for Oktober, 2009

Verstehen sie mich?

Samstag, Oktober 31st, 2009

Ein Reporter von Tide TV in der Spitaler Straße auf der Suche nach Opfern

Reporter: Guten Tag, darf ich ihnen ein paar Fragen stellen?
Passant: Komm ich jetzt ins Fernsehen?
Reporter: Ja, ganz Hamburg schaut ihnen zu. Sind sie aufgeregt?
Passant: Oh ja, ein bißchen nervös bin ich schon.
Reporter: Bleiben sie ganz ruhig. Dazu gibt es keinen Grund. Eine einfache Frage zum Anfang. Wie heißen Sie?
Passant: Heyne.. Karl-Heinz Heyne.
Reporter: Herr Heyne. Oder soll ich Karl-Heinz sagen?
Karl-Heinz: Ähhhh…
Reporter: OK, Herr Heyne, noch eine einfach Frage. Woher kommen sie?
Herr Heyne: Ich komm jetzt grad aus dem Peek & Cloppenburg. Davor war ich einen Kaffee bei Tchibo trinken, und..
Reporter: Halt, nein! Ich wollte eigentlich wissen, wo sie wohnen.
Herr Heyne: Ach so! Ich komme aus Hummelsbüttel
Reporter: Oh, das ist ja schön. Es heißt, die Leute aus Hummelsbüttel hätten Hummeln im Arsch. Hahaha. Ist dem wirklich so?
Herr Heyne: Ähhhh… Glaub ich nicht. Die würden doch stechen. Ich bin aber auch in Ohlsdorf geboren und erst 1986 nach Hummelsbüttel gezogen. Wie das bei den dort Geborenen ist, kann ich ihnen jetzt leider auch nicht sagen.
Reporter: Ähhhh, ja. Sagen sie, Hummelbüttel grenzt ja an den Friedhof Ohlsdorf. Manche sagen, genauso ausgetorben wäre es dort. Können sie das bestätigen, oder haben sie sich doch schon ein Grab auf dem Friedhof reserviert?
Herr Heyne: Sie werden das vielleicht nicht wissen, weil sie noch jung sind und sich mit solchen Sachen noch nicht beschäftigen mußten, aber Beerdigungen auf Privatgrundstücken sind in Deutschland nicht gestattet. Und das aus gutem Grund. Stellen sie sich einmal vor, sie wollten ihre Gartenzwerge fest im Boden verankern, und würden dafür ein Loch im Garten zu graben, indem sie den Zement eingießen wollen und würden dann beim Graben plötzlich auf Menschenknochen stoßen, weil der Vorbesitzer des Hauses dort seine Frau beerdigt hat… Nein, das mag ich mir gar nicht vorstellen. Schrecklich! Als ich meinen Vater beerdigt habe, habe ich damals auch darauf geachtet ein Doppelgrab zu bekommen. Zunächst ja nur, damit auch genug Platz für meine Mutter ist, aber als es dann bei ihr vor 6 Jahren auch so weit war, haben wir ihren Sarg quasi auf den verrotteten Sarg meines Vaters eingelagert. Dabei habe ich mir dann gedacht. Wenn ich jetzt noch ein paar Jahre durchhalte, ist dort auch genug Platz für mich. So ein Familiengrab ist in unsrer heutigen Zeit ja irgendwie eine Notwendigkeit. Wissen sie, mein Sohn, der ist so faul, da fällt es mir schon schwer mir vorzustellen, wie er sich um ein Grab kümmert.
Reporter: Ja, ähhh… Es soll Leute geben, die ohne Humor geboren werden. Können sie sich das vorstellen?
Herr Heyne: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Es gibt einfach Leute, die müssen alles erstmal sachlich analysieren und kommen nicht im Traum darauf, daß ihr Gegenüber unter Umständen etwas Anderes sagt, als er meint. Natürlich ist es schwer, jetzt einfach zu bestimmen, ob die Humorlosigkeit angeboren ist oder aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen resultiert. Auch die Tatsache, daß es Familien gibt, in denen seit Generationen nicht mehr gelacht worden ist, spricht keineswegs dafür, daß Humorlosigkeit auf einen Gendefekt zurückzuführen ist. Schließlich ist auch das soziale Umfeld eine wesentliche Determinante für das Verhalten und die Gewohnheiten der Menschen. Das Beste wäre es wohl, umfassende wissenschaftliche Versuchsreihen aufzustellen, die diese Fragestellung beleuchten. Zuvor muß natürlich der Begriff humorlos insbesondere in Abgrenzung zum Begriff Humor definiert werden. Ansonsten hätte man ja eine unklare Versuchsanordnung. Ha!

Deutsche Rotweine

Freitag, Oktober 30th, 2009

Am heutigen Freitag fand im Euro Wein Kontor eine Weinprobe zum Thema Rotweine aus Deutschland. Von den 27 angebotenen Weinen konzentrierte ich mich auf die Spätburgunder und die höher bepreisten Rotweincuvees.
Besondere Erwähnung verdienen m.E. folgende Weine:

Pinot Noir trocken 2007, Holger Koch, Baden
N: Minze, Brennessel, Beeren
M: fruchtig konzentriert, leichte Minze

Spätburgunder trocken Wallufer Walkenberg 2006, Toni Jost, Rheingau
N: Eukalyptus, Salbei
M: würzig, gute Dichte, fleischig, mineralisch
m.E. der insgesamt stimmigste Abend des Abends, insbesondere in Korrelation zum Preis von 13,90€

Spätburgunder „M“ trocken 2007, Markus Schneider, Pfalz
N: Salbei, Melisse, würzig
M: würzig gute Dichte, erdig, schöne Beerenfrucht

Black Print trocken 2007, Markus Schneider, Pfalz
N: Waldbeere, Veilchen
M: sehr dicht, fleischig, Schokolade, Fruchtbombe, zu deutlich auf Kraft gemacht
m.E. durchaus ein sehr guter Wein, aber eben doch so vinifiziert, daß ich nicht im Traum daran denke 20€ dafür hinzublättern, allein schon weil er mir zu sehr nach Kellertechnik schmeckt

Luitmar trocken 2007, Philipp Kuhn, Pfalz
N: Minze, pflanzliche Noten
M: Frucht, sehr rund, harmonisch, leichte Säure
Eine echte Überraschung. Philipp Kuhn ist ja durchaus für seine Rotweine bekannt und dennoch ist es kaum zu glauben, aus was für Rebsorten der Wein gemacht ist. St. Laurent war noch die Rebsorte, zu der man am ehesten typisch Pfalz sagen könnte. Cabernet ist aber auch gegen den ebenso enthaltenen Sangiovese fast noch normal in den heutigen Zeiten. Dennoch ein durchaus gelungenes Experiment

Cuvee X trocken 2005, Knipser, Pfalz
N: Minze, Waldbeeren, Kräuter
M: ordentliche Dichte, leicht fleischig, kräftig, Schokolade, Kräuter
Jahhhhh…. Sehr gut…. Zweifelslos….. Aber dafür jetzt 45 Tacken hinlegen? Never in your wildest dreams. In der Preisregion muß ein Wein echte Gefühle hervorrufen, und das tat die Cuvee X nicht

Steinsatz trocken 2005, Markus Schneider, Pfalz
N: Brotrinde, Tee, Kräuter
M: sehr saftig, fruchtig, erdig, mineralisch, leichter Körper
Für mich der beste Wein des noch frühen Abends, aber mit sehr geringem Vorsprung vor dem Wallufer Walkenberg, der zweifelslos das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bot.

Wieder eine sehr schöne Probe, die auch das Potential deutscher Rotweine aufgezeigt hat. Dennoch ist in Deutschland nach wie vor viel zu tun. Die meisten Weine kamen aus dem Paradejahrgang 2007, und wenn schon in diesem Jahr nicht mehr Wein für das Geld geboten werden kann, dann muß sich Deutschland weiterhin fragen, wie es sich gegen Burgund,  Südfrankreich oder Österreich behaupten will.

Venetien Cabernet Sauvignon 2006

Donnerstag, Oktober 29th, 2009

Der Wein besitzt eine kirschrote Farbe. Die Farbtiefe ist mäßig ausgeprägt und gibt dem Wein einen sehr hellen Farbeindruck. Anfangs zeigt sich der Duft recht intensiv mit Kirsche und Vanille. Nach dem Schwenken kommen deutliche Paprikaaromen hinzu. Außerdem kommen jetzt auch erdige Noten ins Bukett. Die Viskosität ist gut ausgeprägt.

Am Gaumen ist der Wein sehr kräftig. Eine schöne Frucht füllt die Schwere des Wein. Im Abgang zeigen sich Schokoladennoten. Der Nachhall besitzt eine ordentliche Länge.

Die Beschreibung klingt jetzt ziemlich platt, aber eigentlich ist der Wein ein sehr schöner typischer CabS. Als Brot- und Butterwein kann ich ihn durchaus empfehlen. Mit 6,60€ liegt er auch noch in dieser Preisklasse. Der Wein verträgt sich gut mit einem Steak in Pfeffersauce.

Herkunft: Italien – Venetien
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Cabernet Sauvignon
Erzeuger: Luigi Guerra
Ausbau: IGT trocken
Alkohol: angenehme 12,5%

Werder Bremen – Lautern 3:0

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Niemand tut gerne verlieren
Doch mal muß es wohl passieren
Man kann sie nicht wieder entfernen
Doch man kann aus ihr lernen

Die Niederlage zu analysieren
heißt sie knallhart zu entkernen
Sie nicht einfach zu akzeptieren
Führt auf den Weg zu den Sternen

Harte Arbeit ist wieder gefragt
Nur wer niemals verzagt
bleibt weiter heiß

Nur wer weiter etwas wagt
holt zum Schluß auch den Preis
Olé Rot-Weiß olé Rot-Weiß

Röntgenlauf 2009

Dienstag, Oktober 27th, 2009

Heute gibt es ein ganz kurzes Posting, das im Wesentlichen den Link auf den Laufbericht enthält, den ich an anderer Stelle veröffentlicht habe.

Rhodter Rosengarten Muskateller 2006

Montag, Oktober 26th, 2009

Der Wein ist strohgelb. Es zeigen sich leichte Schlieren an seiner Oberfläche, die spätestens nach dem Schwenken verschwinden. Die erste Nase ist bereits sehr intensiv und duftet nach Rosen und exotischer Frucht. In der zweiten Nase duftet der Wein sehr klar nach Rosen und Lychee. Ich habe selten einen so klaren Muskatellerduft gerochen. Muskateller ist im Bukett ja immer etwas Außergewöhnliches, aber dieser zeigt sich sehr pur und rein.

Am Gaumen ist der Wein weniger phänomenal. Hier wirkt er eher etwas plump. Zumindest ist das der erste Eindruck. Nach dem zweiten Schluck wird der Wein jedoch auch im Geschmack besser. Dominierte im ersten Schluck die Muskatnote noch zu stark, kommt danach eine schöne Kombination aus Frucht und Säure. Dazu spielt etwas Gärkohlensäure mit. Der Nachhall besitzt eine gute Länge.

Ein schöner Tropfen, der nach 3 Jahren immer noch fit ist. Zu einer Käseplatte.

Herkunft: Deutschland – Pfalz – Rhodter Rosengarten
Jahrgang: 2006
Rebsorte: Muskateller
Erzeuger: Christian Heußler
Ausbau: Qba trocken
Alkohol: 12%

Titel hab ich noch nicht

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Auf der Suche nach neuen Runden
tu ich den Wald gut erkunden
Ich laufe über Berg und Tal
und meine Muskeln werden zu Stahl

Manchmal lauf ich viele Stunden
als hätt ich keine andre Wahl
Habe ich mich dann lange geschunden
blick ich stolz zurück auf die Qual

Der im Büro ungewohnte Duft
nach frischer unverbrauchter Luft
ist der Natur inniger Kuß

Wie groß ist doch die Kluft
zwischen der Füße unendlichen Fluß
und dem unvermeidlichen Schluß

Die Macht des Weins

Samstag, Oktober 24th, 2009

Läßt du den Korken erstmal ploppen
kannst du ihn nicht wieder stoppen
Ist er erstmal freigelassen
läßt er sich nicht wieder fassen

Dann will niemand das Glas droppen
dann füllen sich zur Not auch die Tassen
Auch als gewaltiger Schoppen
begeistert er dann alle Massen

Magisch lenkt er sich ins Glas
und tut als ob er da schon drin saß
Du hast keine Chance ihn aufzuhalten

Mehr als Genuß ist er auch Spaß
Er glättet auch hartknäckige Falten
und erheitert misanthropische Gestalten

Tosacanello Sangiovese 2008

Freitag, Oktober 23rd, 2009

Der Wein hat eine purpurrote Farbe. Die Farbtiefe ist ordentlich und läßt den Wein zum Rand hin deutlich heller werden. Zunächst duftet der Wein fruchtig nach Beerenfrüchten, erweckt aber auch einen alkoholischen Eindruck und hat einen leicht morbiden Touch. Diese morbide Note ist auch nach dem Schwenken vorhanden und verleiht zusammen mit Holznoten einen sehr harten Touch.

Am Gaumen präsentiert sich eine leichte Säure, die mir etwas überbetont ist und ein ungutes Zusammenspiel mit den Tanninen eingeht. Dies Zusammenspiel wirkt eher schlecht in den mittelleichten Körper integriert. Der Nachhall besitzt eine kurze Länge.

Teil 2 der Weine aus dem Supermarkt schneidet deutlich besser ab als Teil 1. Empfehlen kann ich den Wein aber auch nicht. Trinkbar ist schon so ziemlich alles, was mir über die Lippen kommt. Zu was? Am besten dann doch nicht.

Herkunft: Italien – Toskana
Jahrgang: 2008
Rebsorte: Sangiovese
Erzeuger: Vertrieb durch Toscanello Weinimport
Ausbau: IGT
Alkohol: 12,5%

Kurierung des Immunsystems von Fanatikern

Donnerstag, Oktober 22nd, 2009

Wenn sie wieder mal um Punkte streiten
hart und heftig miteinander fighten
frag ich was soll bloß der Gezänk
um dieses herrliche Getränk

Ich laß das Bukett sich ausbreiten
indem ich behutsam das Glas schwenk
und erkunde unendliche Weiten
weil ich die Nas zum Glas lenk

Ich liebe es ihn dann zu schmecken
und würde jeden Tropfen auflecken
Auch ihr Streit ist bald entschieden

Sie heilt die Krankheit aus den Rieden
Diese Harmonie tut sie anstecken
und so stiftet der Wein doch noch Frieden